Die "neue" EU? Chance in der Krise?

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prime-pippo
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon prime-pippo » Di 25. Apr 2017, 06:06

Schnitter hat geschrieben:(21 Apr 2017, 13:36)
Da applaudiert nicht "das Publikum" sondern ein paar einzelne Hanseln....der Rest ist offensichtlich belustigt bis fassungslos was der Typ vom Stapel lässt.


Mindestens die Aussage zu den Arbeitslosen ist aber zutreffend und alles andere als belustigend.
"Banks do not, as too many textbooks still suggest, take deposits of existing money from savers and lend it out to borrowers: they create credit and money ex nihilo – extending a loan to the borrower and simultaneously crediting the borrower’s money account."
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Ger9374
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Ger9374 » Mi 26. Apr 2017, 04:00

Wenn dieser Wahlmarathon 2017 hinter uns liegt
Kann das gebeutelte Europa mit frischen Elan die grossen Aufgaben der Weiterentwicklung der E.U
Angehen. Bewährte Europäer mit neuen Kollegen hervorgegangen aus harten Wahlen. Zeit zum Einarbeiten der neuen Volksvertreter und Ran an
Den Ausbau des Hauses Europa. Ich denke das dann auch ohne den IWF ein tragfähiges Konzept
Für Griechenland auf den Weg gebracht werden kann. Griechenland ist ein €uroproblem. Der IWF
Hilft wenig mit seiner destruktiven Panikmache!
:thumbup: Es gibt eine Streitkultur, der Hass gehört ganz gewiss nicht dazu :thumbup: :thumbup: :D

Menschen sind Ausländer irgendwo: :thumbup:
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H2O
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon H2O » Mi 26. Apr 2017, 11:07

Ger9374 hat geschrieben:(26 Apr 2017, 05:00)

Wenn dieser Wahlmarathon 2017 hinter uns liegt
Kann das gebeutelte Europa mit frischen Elan die grossen Aufgaben der Weiterentwicklung der E.U
Angehen. Bewährte Europäer mit neuen Kollegen hervorgegangen aus harten Wahlen. Zeit zum Einarbeiten der neuen Volksvertreter und Ran an
Den Ausbau des Hauses Europa. Ich denke das dann auch ohne den IWF ein tragfähiges Konzept
Für Griechenland auf den Weg gebracht werden kann. Griechenland ist ein €uroproblem. Der IWF
Hilft wenig mit seiner destruktiven Panikmache!


Ja, dieser Gedanke treibt mich auch an. Aber ich meine, daß wir Europäer unbedingt sagen müssen, welches Europa wir uns wünschen und vorstellen können... auch im Gespräch mit unseren Nachbarn jenseits der Grenzen. Ich mache das gern in Westpommern/Polen. Meist laufe ich damit offene Türen ein!
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Edmund » Mi 26. Apr 2017, 22:26

Die EU-Kommission eröffnet im Auftrag des einflußreichen US-Milliardärs und Finanzspekulanten George Soros ein "Verfahren" gegen Ungarn. Der Grund ist das neue Hochschulgesetz, welches vom ungarischen Parlament mit großer demokratischer Mehrheit verabschiedet wurde. Dieses neue Hochschulgesetz bedrohe angeblich die "Zentraleuropäische Universität" von Soros in Budapest.

Ministerpräsident Orban widerspricht den Vorwürfen der EU-Kommission und wirft deren Auftraggeber George Soros vor, mit seine Börsengeschäften das Leben von Millionen Europäern zerstört zu haben.

http://www.n-tv.de/politik/Orban-will-S ... 11236.html
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H2O
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon H2O » Mi 26. Apr 2017, 22:57

Edmund hat geschrieben:(26 Apr 2017, 23:26)

Die EU-Kommission eröffnet im Auftrag des einflußreichen US-Milliardärs und Finanzspekulanten George Soros ein "Verfahren" gegen Ungarn. Der Grund ist das neue Hochschulgesetz, welches vom ungarischen Parlament mit großer demokratischer Mehrheit verabschiedet wurde. Dieses neue Hochschulgesetz bedrohe angeblich die "Zentraleuropäische Universität" von Soros in Budapest.

Ministerpräsident Orban widerspricht den Vorwürfen der EU-Kommission und wirft deren Auftraggeber George Soros vor, mit seine Börsengeschäften das Leben von Millionen Europäern zerstört zu haben.

http://www.n-tv.de/politik/Orban-will-S ... 11236.html


Könnte man diese Universität nicht nach Bremen umsiedeln und sie dort mit der privaten Jacobs Universität Bremen vereinigen? Wenn Ungarn diese Uni nicht gebrauchen kann...
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EU und Golfstaaten - Freihandelszone

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 1. Mai 2017, 10:08

Die mächtigste Frau Europas hat eine Mission.

Angela Merkel ist unterwegs in den Golfstaaten. Ihre Mission: für eine Freihandelszone mit Europa werben.

Sie nehmen keine Flüchtlinge auf und halten wenig von Demokratie oder Frauenrechten. Die mächtigen Potentaten der Golfstaaten sind nicht gerade das, was man als Geistesverwandte der Kanzlerin bezeichnen würde. Trotzdem reist Angela Merkel heute mit großen Hoffnungen aus Saudi-Arabien in die Vereinigten Arabischen Emirate weiter, um für ihre Idee einer Freihandelszone mit Europa zu werben - als neues Bündnis gegen die protektionistischen Pläne von US-Präsident Donald Trump.

http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 45570.html
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
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Frankreich & Deutschland = Kerneuropa?

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 8. Mai 2017, 06:49

Die Wirtschaftskraft und Stabilität Deutschlands und Macron der Macher, der jüngste Staatschef seit Napoleon, der mit Beethoven-Musik statt der Marseillaise vors Wahlvolk tritt, sind sie entscheidend für Europa? Für ein neues Europa.

Er hat jetzt die Chance, Frankreich zu erneuern. Und Europa zu retten.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/f ... 46542.html


Wenn nicht der Schulz-Effekt eintritt, bzw. die Verpuffung.
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H2O
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Re: Frankreich & Deutschland = Kerneuropa?

Beitragvon H2O » Mo 8. Mai 2017, 07:18

King Kong 2006 hat geschrieben:(08 May 2017, 07:49)

Die Wirtschaftskraft und Stabilität Deutschlands und Macron der Macher, der jüngste Staatschef seit Napoleon, der mit Beethoven-Musik statt der Marseillaise vors Wahlvolk tritt, sind sie entscheidend für Europa? Für ein neues Europa.



Wenn nicht der Schulz-Effekt eintritt, bzw. die Verpuffung.


Niemand sollte sich dem Traum hingeben, daß ein einflußreicher Politiker allein 400 Mio Menschen zur geduldigen und freundlichen Zusammenarbeit veranlassen kann. Da müssen schon in den beteiligten Gesellschaften gleiche Vorstellungen über eine gemeinsame Zukunft abrufbar sein, und die dort maßgeblichen Politiker diesen besonders überzeugenden Politiker unterstützen.

Wenn Präsident Macron dieser überzeugende Politiker sein sollte, dann sollten ihm deutsche, italienische, polnische und französische Politiker ähnlicher Klasse den Weg ebnen, indem sie ihre Gesellschaften wieder für das europäische Projekt gewinnen, das ja einmal den Überzeugungen einer sehr großen Anzahl von Europäern entsprach.

Wenn das nicht gelingt, dann bleibt das europäische Projekt schon bei der nächsten solidarischen Gemeinschaftsentscheidung hängen.
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Senexx » Mo 8. Mai 2017, 10:37

Die EU muss grundlegend verändert werden. Mehr Subsidiarität, weniger Brüssel. Der Wasserkopf in Brüssel muss reduziert werden und die absurden Gehälter müssen nach unten angepasst werden.
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Ger9374
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Ger9374 » Mo 8. Mai 2017, 10:48

Das einzige was der E.U wirklich gefährlich werden könnte wäre Stillstand. Nichts entwickelt sich weiter wenn nur gebremst wird. Was sich am Ende am besten für Europa herausstellt wird sich zeigen. Für ein besseres Europa muss auch mal
das ewige zögern aufhören. Geben und Nehmen .
Nur so wird auch den Europagegnern klar werden das nichts so einfach zurückgedreht
werden kann .
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Krümel » Mo 8. Mai 2017, 18:27

Ger9374 hat geschrieben:(08 May 2017, 11:48)

Das einzige was der E.U wirklich gefährlich werden könnte wäre Stillstand. Nichts entwickelt sich weiter wenn nur gebremst wird. Was sich am Ende am besten für Europa herausstellt wird sich zeigen. Für ein besseres Europa muss auch mal
das ewige zögern aufhören. Geben und Nehmen .
Nur so wird auch den Europagegnern klar werden das nichts so einfach zurückgedreht
werden kann .


Stimme ich dir genau zu! Meiner Meinung nach muss etwas getan, etwas gewagt werden! Natürlich nicht wild drauf los revolutionieren, aber eine Weiterentwicklung und Änderung muss kommen, um die EU zu retten. Man sieht ja, wo es hinführt, wenn die EU genau so verbleibt, wie sie jetzt ist.. Wie du schon gesagt hast, es muss klar werden, dass sich etwas in der EU bewegt - zum positiven!
,,Die Politik ist keine Wissenschaft, [...], sondern eine Kunst.'' - Otto von Bismarck
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon H2O » Mo 8. Mai 2017, 22:57

Krümel hat geschrieben:(08 May 2017, 19:27)

Stimme ich dir genau zu! Meiner Meinung nach muss etwas getan, etwas gewagt werden! Natürlich nicht wild drauf los revolutionieren, aber eine Weiterentwicklung und Änderung muss kommen, um die EU zu retten. Man sieht ja, wo es hinführt, wenn die EU genau so verbleibt, wie sie jetzt ist.. Wie du schon gesagt hast, es muss klar werden, dass sich etwas in der EU bewegt - zum positiven!

Die EU wollte sich weiterentwicklen zu einer staatenähnlichen Gemeinschaft.Viele Vorleistungen dazu wurden erbracht, aber der entschiedene Wille zur Überragung staatlicher Hoheitsrechte auf die EU fehlt. Ein Lösungsansatz für diese Stagnation wäre, die EU in einen Verein der Willigen mit einer gemeinsamen demokratisch kontrollierten Regierung zu entwickeln, Der Rest der EU wird sich dann mit einer zerstrittenen EU zufrieden gebenn müssen.
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Senexx » Mo 8. Mai 2017, 23:01

Es dürfen keine staatliche Hoheitsrechte auf die EU übertragen werden.
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Soldmann » Mo 8. Mai 2017, 23:15

Hyde hat geschrieben:Erst durch die Zeiten der Krisen der letzten Jahre hat, meine ich, die Zivilgesellschaft begonnen, sich intensiver mit Europa auseinander zu setzen. Finanzkrise, Eurokrise, Ukraine-Konflikt, Flüchtlingskrise, antieuropäische Stimmungen, Populismus: plötzlich merken wir, dass all die großen Herausforderungen unserer Zeit nicht mehr nationale Phänomene sind, sondern Phänomene, die uns alle in Europa etwas angehen. Das hat dazu geführt, dass wir alle angefangen haben, europäischer zu denken. Die Politik ist europäischer geworden, die Nachrichten sind europäischer geworden. Wir interessieren uns mehr als früher dafür, was in unseren Nachbarländern politisch und wirtschaftlich geschieht, weil es auch uns als "Europäer" und uns als EU-Bürger etwas angeht. Es macht auch für uns einen großen Unterschied, ob Le Pen oder Macron Präsident wird, denn wir spüren und erleben immer stärker, dass wir nicht mehr nur Deutsche sind, sondern auch EU-Bürger.
Allerdings erleben wir es nicht unbedingt als positiv. Früher hätte es uns nicht gekümmert, ob Griechenland einen Staatsbankrott hinlegt, inzwischen tut es das, weil Deutschland für die Schulden mit haftet. Die Frage ist, ob ich es will, dass es mich betrifft, wen die Franzosen zum Präsidenten wählen. Oder umgekehrt, ob die Griechen wollen, dass es sie betrifft, wen die Deutschen zum Kanzler wählen. Da bin ich noch nicht überzeugt von.

@H2O
Welches sind denn die Willigen für eine Umwandlung der EU von einem Staatenbund in einen Bundesstaat. Deutschland, gut, wir würden den Bundesstaat dann immerhin auch dominieren. Und wer noch?
Rom wurde auch nicht an einem Tag zerstört.
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Senexx » Di 9. Mai 2017, 04:36

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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Wähler » Di 9. Mai 2017, 06:10

Senexx hat geschrieben:(09 May 2017, 00:01)
Es dürfen keine staatliche Hoheitsrechte auf die EU übertragen werden.

Die Kompetenzabgrenzung zwischen der EU und den einzelnen Nationalstaaten ist genau im völkerrechtlichen Vertrag von Lissabon geregelt. Ebenso die Möglichkeit, das Prinzip der unterschiedlichen Geschwindigkeiten für noch mehr Integration umzusetzen.
Wähler hat geschrieben:Re: Wie läßt sich die EU verbessern?(11 Dec 2016, 10:51)
https://de.wikipedia.org/wiki/Vertrag_v ... abgrenzung
Schon interessant, wie der Lissabon-Vertrag für einzelne Politik-Felder ganz unterschiedliche Entscheidungsverfahren vorschreibt. Ob diese Unterscheidungen immer mit dem Subsidiaritätsprinzip begründet werden können? Eine Wirtschaftsregierung könnte zum Beispiel nur eingeschränkt Industriepolitik betreiben und das nur auf Initiative einzelner EU-Länder.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon H2O » Di 9. Mai 2017, 07:23

Wähler hat geschrieben:(09 May 2017, 07:10)

Die Kompetenzabgrenzung zwischen der EU und den einzelnen Nationalstaaten ist genau im völkerrechtlichen Vertrag von Lissabon geregelt. Ebenso die Möglichkeit, das Prinzip der unterschiedlichen Geschwindigkeiten für noch mehr Integration umzusetzen.


Man muß sehen, daß die europäischen Völker daran gewöhnt waren, daß sie sich gegenseitig Schaden zufügen. Vielen Mitbürgern scheint es unendlich schwer zu fallen zu erkennen, daß sie mit diesem Umstand selbst im Inland schon auf der Hut sein müssen. Das Mißtrauen ist ganz in Ordnung. Aber Erfahrungen belehren jeden von uns, daß es in Europa anderswo doch nicht so viel anders zugeht als bei uns.

Mir ist das vor Jahren ganz entscheidend in Italien so ergangen. Auf einer Dienstreise kam ich in Süd-Italien ohne Kreditkarten und Führerschein an. Die Dokumente waren mir in Deutschland bei einem Sturz auf Glatteis unbemerkt verloren gegangen. Kein Leihwagen möglich ohn Führerschein. Und schon setzte eine Welle der Hilfsbereitschaft ein. Das Hotel bestellte ein Taxi auf Kredit und ließ mich wie geplant wohnen. Die Arbeitskollegen vor Ort (Italiener) holten mich morgens ab und brachten mich abends wieder in Hotel. In der Kantine war ich ihr Gast. Irgendwann regelte sich mein Alltag wieder, und natürlich gab es dann eine "Revanche". Leute wie Sie und ich eben.

Und ob Sie es glauben oder nicht: Einen Umschlag mit Hotelrechnung und Bargeld am Flugschalter verloren. Jemands hat den Fund ordentlich bei den Carabinieri abgegeben; das verlassene Hotel rief mich in Norditalien an und teilte mir meinen Verlust mit. Bei der nächsten Dienstreise konnte ich meinen Umschlag dort in der Flughafenwache der Carabinieri entgegen nehmen.

Durch solche Erfahrungen gewitzt halte ich es für voreingenommen, einem deutschen Politiker mehr zu vertrauen als einem italienischen. Mit Blick auf Europa: Ja, wenn wir doch nur gemeinsam unsere Politiker wählen könnten. Natürlich gehe ich davon aus, daß unsere westliche rechtsstaatliche Demokratie mit Gewaltenteilung überall gilt. Wenn wir also "mehr Europa" bekommen könnten, dann nur zu! Aber bitte auch mit Durchgriff der Bürger auf dessen Politik. Das muß verbessert werden.
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Ger9374 » Di 9. Mai 2017, 08:10





Sie sollten mal versuchen Europa als Chance zu sehen, überall nur Risiken zu ahnen ist ärmlich.
Europa wird sich soweit entwickeln wie die Europäer es wollen. Das Tempo wird auch der Bürger durch Wählen mitentscheiden.Dann sind wie üblich die Mehrheitsentscheidungungen bindend. Nennt man Demokratie.
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon H2O » Di 9. Mai 2017, 08:43

Ger9374 hat geschrieben:(09 May 2017, 09:10)

Sie sollten mal versuchen Europa als Chance zu sehen, überall nur Risiken zu ahnen ist ärmlich.
Europa wird sich soweit entwickeln wie die Europäer es wollen. Das Tempo wird auch der Bürger durch Wählen mitentscheiden.Dann sind wie üblich die Mehrheitsentscheidungungen bindend. Nennt man Demokratie.


Natürlich gibt es immer wieder Leute, die im hier und heute verharren möchten. Nach Goethes Faust würde diese Menschen irgendwann vorzeitig der Teufel holen. Aber es ist auch richtig, daß es keine Entmündigung der Bürger geben darf. Mit Verschiebung der Hoheitsrechte auf die übergeordnete Gemeinschaft muß auch das Wahlrecht auf die übergeordnete Funktion erweitert werden. Ich möchte auch keinen Finanzminister einer Euro-Finanzregierung haben, der in Hinterzimmern ausgekungelte Politik betreibt, auf die wir davon Betroffene nicht unmittelbar einwirken können.

Ich male gegen meine Gewohnheit einmal ein sehr böses Bild: Nehmen wir an, Präsident Macron sagt, daß Europa für französische Unbeweglichkeit ein zu stehen hat, und er nännte dies "Europapolitik", was aber ein-eindeutig Dienstbarmachung der Partner für französische Interessen wäre. Das könnte ihm mit geschickten Reden innerhalb der EU gelingen, und er könnte mit einigen Nutznießern dieser Politik den Rest der Euro-Gruppe "ausnehmen". Natürlich muß solchen immerhin denkbaren Varianten der Europapolitik ein demokratischer Riegel vorgeschoben werden. Ich würde also erwarten, daß die europäischen Mitbürger der Euro-Gruppe an der Besetzung dieses Finanzministeriums durch Wahlen beteiligt sind. Dann müßte es auch mehrere Bewerber um diese Amt geben, die ihre eigenen Vorschläge für ihre Amtszeit zur Wahl stellen.

Dann sollte es doch wohl mit em Teufel zugehen, wenn sich dort für längere Zeit jemand halten kann, der nationale Interessen mit europäischen Interessen verwechselt.
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Senexx » Di 9. Mai 2017, 09:38

Ger9374 hat geschrieben:(09 May 2017, 09:10)

Sie sollten mal versuchen Europa als Chance zu sehen, überall nur Risiken zu ahnen ist ärmlich.
Europa wird sich soweit entwickeln wie die Europäer es wollen. Das Tempo wird auch der Bürger durch Wählen mitentscheiden.Dann sind wie üblich die Mehrheitsentscheidungungen bindend. Nennt man Demokratie.

Die EU maßt sich immer Kompetenzen an. Begonnen hat es mit Delors, als unter dem Vorwand des Wettbewerbs und der Abschaffung von Wettbewebshindernissen immer mehr Bereiche reguliert wurden.

Das ist das französische Zentralstaatsmodell.

Diametral entgegengesetzt dem deutschen Verständnis von Föderalismus.

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