Kroatiens EU-Beitritt - warum?

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palulu
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Kroatiens EU-Beitritt - warum?

Beitragvon palulu » Mi 30. Jan 2013, 21:56

Im Laufe dieses Jahres wird Kroatien der EU beitreten. Ich dachte bisher, dass man wirklich Lehren aus den Krisen der letzten Jahren gezogen hätte.

Kroatien ist einem desolaten Zustand.

Ein weiteres Sorgenkind für die EU

Mit Kroatien bürdet sich die EU ein weiteres wirtschaftliches Sorgenkind auf. Die Adria-Republik, deren Bonität vergangene Woche auf Ramsch-Niveau herabgestuft wurde, verzeichnet seit vier Jahren kein Wachstum.

Thomas Fuster, Wien

Zwar steht der Beitritt Kroatiens zur EU erst Mitte kommenden Jahres an. Bereits heute lässt sich aber konstatieren, dass sich die Union mit ihrem 28. Mitglied ein weiteres wirtschaftliches Sorgenkind aufbürden wird. Die vor Jahresfrist aufkeimende Hoffnung, dass die damalige Abwahl der langjährigen Regierungspartei HDZ mit dem Beginn längst fälliger Strukturreformen einhergehen würde, blieb unbegründet. Ungeachtet einiger Fortschritte bei der Konsolidierung der Staatsfinanzen sind die strukturellen Rigiditäten zu wenig konsequent angegangen worden. Standard & Poor's riss daher Ende vergangener Woche der Geduldsfaden, und die Rating-Agentur stufte die Länderbonität auf Ramsch-Niveau herab.

http://www.nzz.ch/aktuell/wirtschaft/wi ... 1.17898484


Ich verstehe es nicht. Warum zum Henker werden Staaten in die EU aufgenommen, die nicht im Entferntesten die Kriterien erfüllen?
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Re: Kroatiens EU-Beitritt - warum?

Beitragvon Adler » Mi 30. Jan 2013, 22:12

Durch einen Beitritt erweitert sich die Wertegemeinschaft. Das ist von langer Hand geplant und sollte nicht durch kurzfristige Rahmenbedingungen konterkariert .
In Kroatien selbst werden positive Impulse ausgelöst und die Investitionsbereitschaft steigt, da mehr Rechtssicherheit und Stabilität zu erwarten sind. Die EU selbst zeichnet ein Bild der Stärke - sie hat immernoch Anziehungskraft. Der Binnenmarkt vergrößert sich und es drängt mehr Wettbewerb hinzu. Das bedeutet wiederum positive Impulse für den gesamteuropäischen Raum.
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Re: Kroatiens EU-Beitritt - warum?

Beitragvon palulu » Mi 30. Jan 2013, 22:22

Der Binnenmarkt vergrößert sich doch vor allem zum Vorteil für Staaten wie Deutschland, die über eine starke Wettbewerbsfähigkeit verfügen und nicht für Länder wie Kroatien.

Apropos Wettbewerbsfähigkeit. Ruanda, Sri Lanka und Marokko sind laut World Economic Forum (The Global Competitiveness Index 2012–2013) wettbewerbsfähiger als Kroatien. Griechen und Kroaten sind nicht allzu weit voneinander entfernt, was das angeht.

Hier der Link: http://www.weforum.org/issues/global-competitiveness

Trotzdem regt sich kaum jemand über den Beitritt auf, dabei holt man sich noch einen Bittsteller ins Haus.
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Re: Kroatiens EU-Beitritt - warum?

Beitragvon Kibuka » Do 31. Jan 2013, 09:25

1. Kroatien tritt der EU bei und nicht dem Euroraum.

2. Kroatien mag wirtschaftliche Probleme haben, aber es hat kaum Auslansschulden. Insofern gibt es auch keine Probleme im europäischen Bankensystem.
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Re: Kroatiens EU-Beitritt - warum?

Beitragvon Muninn » Do 31. Jan 2013, 09:33

palulu » Mi 30. Jan 2013, 21:56 hat geschrieben:Im Laufe dieses Jahres wird Kroatien der EU beitreten. Ich dachte bisher, dass man wirklich Lehren aus den Krisen der letzten Jahren gezogen hätte.

Kroatien ist einem desolaten Zustand.


http://www.nzz.ch/aktuell/wirtschaft/wi ... 1.17898484


Ich verstehe es nicht. Warum zum Henker werden Staaten in die EU aufgenommen, die nicht im Entferntesten die Kriterien erfüllen?



Was das Volk will hat bei der EU Junta noch nie eine Rolle gespielt. Deshalb stehen wir ja auch da wo wir stehen und der Rest der Welt kann sich kaum halten vor lachen.

Aber gut. Ich möchte nicht unfair polemisch sein. Im Geldverschleudern waren die Eurokraten schon immer spitze. Und hier haben sie eben noch ein neues Geldgully entdeckt.
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Re: Kroatiens EU-Beitritt - warum?

Beitragvon garfield335 » Do 31. Jan 2013, 09:35

palulu » Mi 30. Jan 2013, 21:56 hat geschrieben:Im Laufe dieses Jahres wird Kroatien der EU beitreten. Ich dachte bisher, dass man wirklich Lehren aus den Krisen der letzten Jahren gezogen hätte.

Kroatien ist einem desolaten Zustand.


http://www.nzz.ch/aktuell/wirtschaft/wi ... 1.17898484


Ich verstehe es nicht. Warum zum Henker werden Staaten in die EU aufgenommen, die nicht im Entferntesten die Kriterien erfüllen?


Sie haben alles erledigt um beitreten zu können.
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Re: Kroatiens EU-Beitritt - warum?

Beitragvon Kibuka » Do 31. Jan 2013, 23:46

palulu » Mi 30. Jan 2013, 22:22 hat geschrieben:Der Binnenmarkt vergrößert sich doch vor allem zum Vorteil für Staaten wie Deutschland, die über eine starke Wettbewerbsfähigkeit verfügen und nicht für Länder wie Kroatien.

Apropos Wettbewerbsfähigkeit. Ruanda, Sri Lanka und Marokko sind laut World Economic Forum (The Global Competitiveness Index 2012–2013) wettbewerbsfähiger als Kroatien. Griechen und Kroaten sind nicht allzu weit voneinander entfernt, was das angeht.

Hier der Link: http://www.weforum.org/issues/global-competitiveness

Trotzdem regt sich kaum jemand über den Beitritt auf, dabei holt man sich noch einen Bittsteller ins Haus.


Deine Aussagen entsprechen schlichtweg nicht der Wahrheit. Allein deine Wortwahl (von mir unterstrichen) ist schon deplatziert und provokativ.

Die öffentlichen Schulden in Kroatien liegen bei 35%, die von Griechenland bei 180% des BIP.

Du vergleichst hier Äpfel mit Birnen.

Es geht nicht um Wettbewerbsfähigkeit, sondern um das europäische Bankensystem und die Staatsschulden. Die Staatsverschuldungen sind sofort ersichtlich, die Bankenschulden sind es jedoch nicht.

Ob Kroatien oder ein anderes Land nun beitreten, ist irrelevant. Die einzige Frage, die sich stellt ist, wie sieht es im Bankensystem aus.
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Re: Kroatiens EU-Beitritt - warum?

Beitragvon palulu » Fr 1. Feb 2013, 00:57

Die öffentlichen Schulden Kroatiens lagen 2009 bei 35%; 2012 ist der Schuldenberg auf fast 55% angestiegen. Ganz ohne europäische Hilfsmilliarden.

Das Land ist vor Kurzem auf Ramschniveau herabgestuft worden.

S&P: Kroatien auf "Ramsch"-Niveau
16. Dezember 2012, 17:17

Standard & Poor's bemängelt die Langsamkeit der Reformen, aber etwa auch zu hohe Sozialausgaben und Gehälter

http://derstandard.at/1355459804631/Kro ... rabgestuft

Die Wettbewerbsfähigkeit, der Du seltsamerweise keine allzu große Bedeutung zumisst, obwohl einer der Hauptübel der Eurokrise, ist auf Dritteweltniveau abgesackt und ein Ende ist nicht in Sicht.

Die relativ harte Kuna (im Vergleich zum Euro) kann nicht abgewertet werden, ohne eine Bankenkrise im Land auzulösen. Der Grund:

Prozyklische Wirkung hätte im Urteil der Währungshüter auch eine Abwertung der Kuna, wie sie derzeit debattiert wird. Grund für die Abwehrhaltung von Vujcic ist nicht zuletzt die ausgeprägte «Euroisierung» der kroatischen Wirtschaft, also die Tatsache, dass die meisten Depositen und Kredite auf fremde Währungen lauten.
http://www.nzz.ch/aktuell/wirtschaft/wi ... 1.17898484

Eine Abwertung der heimischen Währung hätte zur Folge, dass große Teile der Bevölkerung ihre Kredite nicht mehr bedienen könnten.
Zuletzt geändert von palulu am Fr 1. Feb 2013, 00:59, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Kroatiens EU-Beitritt - warum?

Beitragvon palulu » Fr 1. Feb 2013, 01:13

Das ist im Übrigen keine Einzelmeinung, Kibuka.

„Wer Kroatien kennt, lernt Griechenland schätzen“

Die Chuzpe-Fraktion jener EU-Länder, die jede Brüsseler Schwäche zum eigenen Vorteil nutzt, soll nach Zagreber Vorstellungen schon bald durch Kroatien Verstärkung erfahren. Der größte Adria-Anlieger schwadroniert das Blaue vom Himmel herunter, um in den Club der bislang 27 aufgenommen zu werden. Experten sind sich einig: Sollte Kroatien in die EU gelangen, wäre ein Super-Griechenland die Folge.

http://www.eurasischesmagazin.de/artike ... n/20100107

Auch im deutschen Bundestag alle zufrieden mit dieser Entscheidung. Herr Lammert ist ebenfalls der Meinung, dass Kroatien noch nicht EU-reif sei.
http://www.wiwo.de/politik/europa/europ ... 39724.html

Die kroatische Wirtschaft ist skeptisch, das Haushaltsdefizit wächst, die Leistungsbilanz ist rot und das schon seit Jahren.


Hier mal ein Artikel des Österr.-Kroatischen Wirtschaftsclub:

Der große Investitionsboom wird ausbleiben. Ökonomen warnen vor Schock und Orientierungslosigkeit

Der große Investitionsboom wird ausbleiben. Das hohe Haushaltsdefizit macht die kroatische Wirtschaft verletzlich. Kritik, dass sich das Land zu wenig auf den EU-Beitritt im Juli vorbereitet, mehrt sich. Ökonomen warnen vor Schock und Orientierungslosigkeit.

Zagreb – Es werden keine “sieben fetten Jahre” kommen. Im Gegenteil: Die EU-Kommission wird die kroatische Wirtschaft 2013 als vulnerabel beurteilen, warnt in diesen Tagen die kroatische Zentralbank. Daran ist insbesondere das hohe Haushaltsdefizit schuld – es stieg zuletzt auf 5,8 Prozent des BIPs.

Man könnte meinen, dass Kroatiens EU-Beitritt im Juli die Wirtschaft ankurbeln sollte. Doch Experten sind sich einig, dass der Investitionsboom, wie er noch vor wenigen Jahren erwartet wurde, relativ zaghaft sein wird. Im künftigen 28. Mitgliedsstaat der Union herrscht Ernüchterung, und es gibt Kritik an der fehlenden Vorbereitung auf den EU-Beitritt.

http://oestkroatwirtschaftsclub.wordpre ... 01/07/385/


Kroatiens Beitritt ist verfrüht.
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Re: Kroatiens EU-Beitritt - warum?

Beitragvon Kibuka » Fr 1. Feb 2013, 01:35

palulu hat geschrieben:Das Land ist vor Kurzem auf Ramschniveau herabgestuft worden.


Zunächst halte ich den Begriff schon für sehr fragwürdig. Es gibt Ratings, und Kroatien hat ein Baa3, BB+ und BBB, abhängig von der Ratingagentur.

Ratingagenturen sind auch nicht das Maß aller Dinge, sonst hätten wir die Eurokrise nie gehabt.

Der Beitritt von Kroatien in die EU hat mit den angesprochenen Problemen nichts zu tun. Solange das Land nicht im Ausland verschuldet ist, ist selbst ein Staatsbankrott unproblematisch. Er betrifft die Kroaten, aber nicht Deutschland oder den Rest der EU.

Wenn in deinem Schachclub Herr Mustermann Privatinsolvenz anmeldet, betrifft dich das auch nicht.

Im Zuge der Eurokrise ist ein Zerrbild von der EU entstanden. Offensichtlich sind viele Menschen der Ansicht, wir würden für arme Länder gegenwärtig zahlen. Das ist falsch, wir zahlen gegenwärtig für Länder mit hohen Staats- und Bankenschulden gegenüber dem Ausland und für den gemeinsamen Währungsraum.

Es gibt ärmere Länder (Litauen, Bulgarien, Tschechien, etc.), als Griechenland oder Irland in der EU, die keine Probleme haben und mit Milliarden gerettet werden mussten.

Viel entscheidender ist, ob Kroatien die Bedingungen hinsichtlich Umwelt- und Verbraucherschutz, Justiz, Kapitalverkehr, Freizügigkeit der Arbeitnehmer, Wettbewerbsrecht oder Finanzkontrolle erfüllt.

Wie wettbewerbsfähig das Land ist oder wie reich bzw. arm, spielt eine untergeordnete Rolle.

Und ich finde den Beitritt Kroatiens längst überfällig. Das Land ist ein Opfer der Eurokrise geworden und musste solange auf den Beitritt warten, wie kein anderes Land. Es wurde immer wieder hingehalten, musste immer höhere Kriterien überwinden, während seinerzeit sämtliche Ostblockstaaten (Bulgarien, Rumänien) mit deutlich niedrigeren BIP pro Kopf längst in die EU aufgenommen worden sind.
Zuletzt geändert von Kibuka am Fr 1. Feb 2013, 01:40, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Kroatiens EU-Beitritt - warum?

Beitragvon palulu » Sa 2. Feb 2013, 21:29

Die Wettbewerbsfähigkeit ist - mit oder ohne Euro - extrem wichtig. Da lass ich mir von dir nix einreden, aber, rate mal, wie hoch ist denn deiner Meinung die kroatische Auslandsverschuldung? :)
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Re: Kroatiens EU-Beitritt - warum?

Beitragvon Kibuka » Sa 2. Feb 2013, 22:33

palulu hat geschrieben:Die Wettbewerbsfähigkeit ist - mit oder ohne Euro - extrem wichtig. Da lass ich mir von dir nix einreden


In welcher Hinsicht ist die Wettbewerbsfähigkeit extrem wichtig? Und vor allem, für wen ist sie extrem wichtig und warum?
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Re: Kroatiens EU-Beitritt - warum?

Beitragvon Adam Smith » Sa 2. Feb 2013, 22:39

palulu » Fr 1. Feb 2013, 00:57 hat geschrieben:Die öffentlichen Schulden Kroatiens lagen 2009 bei 35%; 2012 ist der Schuldenberg auf fast 55% angestiegen. Ganz ohne europäische Hilfsmilliarden.

Das Land ist vor Kurzem auf Ramschniveau herabgestuft worden.


Und Warum?

Das Land hat im Vergleich zu den anderen EU-Staaten kaum Schulden.

Zagreb (gtai) - Trotz einer vom IWF für Kroatien vorhergesagten Staatsverschuldung von 52% des BIP will die neue Regierung 2012 Großprojekte im öffentlichen Sektor starten.


http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/T ... 50114.html

http://www.haushaltssteuerung.de/staats ... atien.html
Zuletzt geändert von Adam Smith am Sa 2. Feb 2013, 22:40, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kroatiens EU-Beitritt - warum?

Beitragvon palulu » So 3. Feb 2013, 00:10



Kroatiens Verschuldung ist seit 2009 ebenfalls extrem angestiegen, schau dir die neuesten Daten an. Zum anderen hat Kroatien 2012 ökonomisch und wirtschaftspolitisch nix geliefert. Mit viel Glück wird dieses Land 2013 um 0% wachsen. Das Pro-Kopf-Einkommen ist unter 14.000 USD gefallen und befindet sich aktuell etwa auf dem Niveau von 2007 (ca. 13.000 USD).

An Kroatien gibt es nichts schönzureden.
Zuletzt geändert von palulu am So 3. Feb 2013, 00:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kroatiens EU-Beitritt - warum?

Beitragvon Adam Smith » So 3. Feb 2013, 00:24

Schaun wir mal wie sich die Wirtchaft von Kroatien entwickeln wird. Ich vermute mal eher positiv als negativ in den nächsten Jahren.
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Re: Kroatiens EU-Beitritt - warum?

Beitragvon Kibuka » So 3. Feb 2013, 12:47

palulu » So 3. Feb 2013, 00:10 hat geschrieben:An Kroatien gibt es nichts schönzureden.


Das hat auch niemand behauptet. Ich hatte dir lediglich eine Frage (Sa 2. Feb 2013, 22:33) gestellt, und warte bisher vergeblich auf eine Antwort.
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Re: Kroatiens EU-Beitritt - warum?

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 8. Feb 2013, 15:39

Als wenn - um nur mal einen Aspekt zu nennen - die politische Stabilisierung der Ex-Jugoslawien-Region und der Ex-Kriegsbeteiligten keine Rolle bei europäischen Politikgestaltung spielen würden .... Dass von der Wirtschaft/den Finanzen Kroatiens keine destabilisierende Wirkung auf die Euro-Region ausgeht, wurde hier bereits ausführlich dargelegt. Die Beschränkheit und Enge des Weltbilds dieser vielen Buchhalter-, Kleingeister- und Pfennigfuchser-Spießer in diesem Forum und auch sonst in der öffentlichen Debatte machen einen noch ganz krank ... wenn deren Argumente wenigstens irgendwie Substanz hätten, wenn es irgendjemandem in Ostwestfalen oder im Sauerland wenigstens irgendwie schlecht ginge ...

... dann könnte man die tatsächlich kritischen Aspekte des Kroatien-Beitritts auch mal näher beleuchten: Dass dieser nämlich ganz wesentlich der Endpunkt jahrelanger Lobbyarbeit von seiten sehr konservativ-katholischer Europa-Abgeordneter aus der Richtung rechter CSU-Rand, insbsondere des Kroatien-Beitritts-Anwalt Nummer Eins, dem deutschen Paneuropa-Chef, Vertriebenen-Funktionär und CSU-Europa-Abgeordneten Bernd Posselt. Ihm und seinesgleichen geht es um die Schaffung eines explizit sich christlich selbst verstehenden Europa auch in Abgrenzung zur Türkei. In dieses Konzept fällt auch schon die massive Protegierung Orbáns in Ungarn und der massive Einsatz für die neue ungarische Verfassung von Seiten rechter CSU-Kreise.
Zuletzt geändert von schokoschendrezki am Fr 8. Feb 2013, 15:40, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kroatiens EU-Beitritt - warum?

Beitragvon pizdarija » So 10. Feb 2013, 17:09

Kroatien ist einem desolaten Zustand.

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Re: Kroatiens EU-Beitritt - warum?

Beitragvon palulu » So 10. Feb 2013, 17:14

Kibuka » So 3. Feb 2013, 12:47 hat geschrieben:
Das hat auch niemand behauptet. Ich hatte dir lediglich eine Frage (Sa 2. Feb 2013, 22:33) gestellt, und warte bisher vergeblich auf eine Antwort.


Auf (zu) dumme Fragen gibt es keine Antwort.
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Re: Kroatiens EU-Beitritt - warum?

Beitragvon Kaffeetrinker » So 10. Feb 2013, 17:22

Die Kroaten sind katholisch, das reicht um der EU beizutreten.
.

Für einen Friedensnobelpreis würde ich töten.

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