Registriert: 21.06.2008 Beiträge: 134
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blackbox hat geschrieben: Rechtsruck oder Rückkehr zur Realität? Der Ausgang der Europawahl ist kein Menetekel. Sondern ein Beleg dafür, dass der Wähler Populisten vom Schlage des Niederländers Geert Wilders belohnt, die Themen aufgreifen, um die andere Parteien einen Bogen machen, findet Henryk M. Broder. Das Desaster hatte sich schon am Donnerstag angedeutet, als die niederländischen Resultate bekannt wurden. Der "Rechtspopulist" Geert Wilders und seine "Partij voor de Vrijheid" wurden, gleich nach den Christdemokraten, zur zweitstärksten Kraft im Lande. Das fand der Hörfunkkorrespondent der ARD so empörend, dass er in einem Kommentar Wilders einen "wasserstoffblondierten Sprücheklopfer", "schmierigen Provokateur" und "kleingeistigen Patrioten" nannte, "dessen politisches Programm nur daraus besteht, den Islam zu verteufeln". Die Holländer, so der ARD-Mann in Holland, "sollten sich schämen."
Was am Donnerstag noch wie die einmalige Entgleisung eines Korrespondenten aussah, setzte sich am Sonntagabend programmübergreifend fort. Es war nicht nur die Rede von einem "Rechtsruck" in Europa, es wurde vor allem der Eindruck suggeriert, "Rechtsradikale" und "Rechtsextreme" wären im Begriff, die Macht an sich zu reißen. Die dummen Wähler wurden von den klugen Moderatoren und Kommentatoren abgewatscht, die offenbar nicht nur mit einem anderen Ausgang der Wahl gerechnet hatten, sondern auch mit ihrer Enttäuschung kaum hinterm Berg halten konnten. Der ansonsten nicht zu Kurzschlüssen neigende ZDF-Anchorman Claus Kleber sprach von einem "Erstarken der extremen Rechten in Holland", als wäre die "Nationaal-Socialistische Beweging in Nederland" wieder auferstanden. In der ARD berichtete WDR-Chefredakteur Jörg Schönborn vom guten Abschneiden einer antisemitischen Partei in Ungarn, die auf Anhieb 15 Prozent geholt habe, und machte nahtlos mit der Nachricht weiter, auch in Holland hätten Rechtsextreme "hohe Gewinne" geholt. So wurde ein nicht vorhandener Kontext suggeriert, der sogar der "aktuellen kamera" zu gewagt gewesen wäre. Während sich, wie in solchen Fällen üblich, alle Parteien mit Ausnahme der SPD zu Wahlsiegern erklärten, schwebte unausgesprochen aber unüberhörbar die Frage im Raum: Arme Sozialdemokraten! Wie konnten sie nur so tief fallen! Über die Folgen der Immigration, den Verlust der kulturellen Identität, den viele "Bürger ohne Migrationshintergrund" spüren, die keine Lust haben, deswegen zu Fremdenhassern, Rechtsextremen oder Rechtsradikalen abgestempelt zu werden. Diese Unterlassung kommt "Populisten" wie Geert Wilders zugute, die sich nicht scheuen, politisch unkorrekte Themen anzupacken und Antworten auf Fragen zu geben, die sonst niemand stellen will.Kommenat (in Auszügen) von Henryk M. Broder. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,629231,00.htmlSachbezogene Beiträge erbeten... Natürlich schäumen unsere "Anchormänner" in den Medien, wer auch immer, weil sie Jahr um Jahr gewohnt sind, dieselben Meinungen und Kommentare zu liefern, in denen Probleme, die u.a. Geert Wilders in den Niederlanden aufgreift, einfach nicht vorkommen, nicht vorkommen dürfen, weil nicht sein kann, was nic ht sein darf! Die sind fast alle dermaßen grün-rot indoktriniert, daß sie reflexartig reagieren.
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