mehr Strom durch erneuerbare Energie als durch Kohle

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immernoch_ratlos
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Re: mehr Strom durch erneuerbare Energie als durch Kohle

Beitragvon immernoch_ratlos » Sa 14. Jul 2018, 22:41

Hi H2O - ich möchte Dich keinesfalls von Deiner Idee Dir eine PV zuzulegen abbringen. Jeder der das freiwillig macht tut sich und anderen etwas gutes - naiv ausgedrückt.

Was mir nicht ganz klar wurde - "möchte ich wirklich nicht auf den polnischen Stromversorger ENEA losgehen" - bist Du dort auf deutschem oder polnischem Territorium ? Die Verpflichtung nach dt. Recht gilt selbstverständlich nur für die Bundesrepublik Deutschland. Ob Polen ähnliche Bestimmungen hat, kannst Du viel besser herausfinden. Wenn ich Dich früher richtig verstanden habe, bist Du der polnischen Sprache mächtig. Ich habe polnischsprachige Nachbarn und verstehe noch nichteinmal "Bahnhof"...

Hier mal ein Link zur Bundesnetzagentur : "Re­gis­trie­rung von Pho­to­vol­taik-An­la­gen"
Für alle die das interessiert auch hoch das zuständige Gesetz : "Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien (Erneuerbare-Energien-Gesetz - EEG 2017)- § 3 Begriffsbestimmungen"

@Sole.survivor@web.de

Ja es ist Kiva

Was die Dacheindeckung - also die "Indach-Lösung" angeht, halte ich Deine Bedenken für zu groß. Verstehe aber was das Dach "darunter" angeht schon Deine Vorstellungen. Alles was sich dort befindet, ist "mein Werk" . die Chance, das da etwas "durchdringt" ist gleich Null. Im Prinzip gibt es drei wasserdichte voneinander unabhängige Schichten.

Die unterste ist die (alte) Vollschalung (Nut und Feder) über den Sparren mit "sehr vielen" Schraubnägeln befestigt, mit Bitumenkleber und Dachpappe schon früher unter der ursprünglichen Dacheindeckung mit Betonziegeln wind- und wasserdicht. Komplett neu gestrichen nach dem Entfernen der Ziegel und deren Lattung (Nagellöcher versiegelt).

Darüber kommt die 12 cm Dämmung mit Polyurethan-Elementen, welche über eine flexible, überlappende regendichte Oberfläche bilden ("Aufdachdämmung und Lattung") sieht man (nur so ähnlich) wie ich das (allein) ausgeführt habe. Statt tackern musste ich das mit Schrauben erledigen....

Statt (wie im Film) kommt darüber meine "Lattung" (alles mit Holzschutz versehen) die sowohl die Befestigung der darüber angebrachten Indachmodule, als auch die ausreichende Hinterlüftung gewährleistet. (schon mal hier ausführlich beschrieben)

Die Module überdecken - genau wie Dachziegel die unteren und natürlich auch die seitlichen Module. Bislang konnten denen auch heftige Stürme nichts anhaben. Ich habe übrigens alle ursprünglichen Dachöffnungen (Dachfenster) komplett verschlossen - den Schornstein bis unter die Sparren entfernt. Abwasserentlüftung zum Dachfirst "umgeleitet" - schon um die Oberfläche schattenwurffrei zu halten.

Sicher alles was Mensch konstruiert ist Alterung und Veränderungen unterworfen. In bislang sieben Jahren ist immer noch alles da, wo es zum Zeitpunkt der Montage befestigt wurde. Bei ca. 42° Dachneigung fließt Regenwasser und Tauwasser (Schnee) recht schnell ab. Ich habe jedenfalls schon wesentlich schlechtere Dachsituationen gesehen und würde das Ganze genauso wiederholen.

Damit durch die Module Wasser eindringen kann, müssten diese zerbrechen. Die Dinger sind recht unverwüstlich. Bei der Montage fiel eine komplette Ladung ca. 3,5m vom Dach und nicht ein Glas zerbrach dabei. Lediglich bei drei Modulen wurde die rückseitige Anschlussbox abgerissen - diese Module konnten repariert werden und sind selbstverständlich voll funktionsfähig.
heckert-solar hat geschrieben:Standard Testbedingungen STC: Einstrahlung 1000 Watt/m2 mit Spektrum AM 1,5 bei einer Zelltemperatur von 25°C.

Nominal operating cell temperature NOCT: Einstrahlung 800 Watt/m2 mit Spektrum AM 1,5 bei einer Zelltemperatur von 20°C. Datenblatt Toleranzen +/- 10% (außer Nennleistung). Messtoleranz +/- 3,5%. *Wir weisen darauf hin, dass der Ertrag der schwarzen Module um bis zu 5% niedriger sein kann (erhöhte
Modultemperatur: pro +1°C sinkt die Leistung Pmax um 0,5%). Bitte für verbesserte Hinterlüftung sorgen. Stand 10-2013. Alle Abmaße +/-2mm. Technische Änderungen vorbehalten. Alle Angaben ohne Gewähr.


Was die Lebensdauer angeht, gehe ich von mindestens 20 Jahren aus - halte eine ähnliche Lebensdauer wie bei den üblichen Dachpfannen aus Betonmaterial (Brass u.a.) für durchaus sicher. Sollten bis ca. 2031 entsprechende Schäden auftreten, ist der Austausch der gesamten PV auch kein großes Unglück. Die neueren Modelle sind (geringfügig) leistungsfähiger. Da ich 12 kWp gemeldet habe, läge ich damit dennoch im Limit. Die damals (2011) noch teure Module - eigentlich die gesamte Anlage hat sich nach 10 bis 12 Jahren amortisiert - etwas was man ansonsten von keinem der teuren Konsumartikel sagen könnte, die ein normaler Haushalt in dieser Zeit so anschafft. Verglichen mit dem Geldfresser PKW (ich hatte inzwischen ca. 14 unterschiedliche Modelle) ist das die reinste Sparbüchse. 2031 bin ich - falls noch lebend - 86 und mein Sohn darf dann entscheiden was er tun möchte.

Alles in allem glaube ich, man kann sehr viel dümmeres anstellen, als sich eine PV aufs Dach zu schnallen....
"Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen." (aus China)
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Re: mehr Strom durch erneuerbare Energie als durch Kohle

Beitragvon Teeernte » So 5. Aug 2018, 20:42

Nur nebenbei...

Magdeburg l Der Ausbau der Windenergie in Deutschland ist ins Stocken geraten – darin sieht Enercon einen Hauptgrund für den Abbau von Arbeitsplätzen in Deutschland. Betroffen ist mit 132 Mitarbeitern auch Magdeburg. Man müsse auf die Entwicklungen am Heimatmarkt reagieren, wo die Windindustrie massiv unter Kostendruck stehe, die Aufbauzahlen stark rückläufig sind und damit einhergehend die Aufträge für Enercon zurückgingen, erläutert Enercon-Geschäftsführer Hans-Dieter Kettwig die Gründe für die Entscheidung

https://www.volksstimme.de/lokal/magdeb ... itarbeiter
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Re: mehr Strom durch erneuerbare Energie als durch Kohle

Beitragvon H2O » So 5. Aug 2018, 22:24


Gibt es denn gar keine Gesamtplanung, mit der man den mittelfristigen und langfristigen Bedarf an Mitarbeitern in der Herstellung, Pflege, Erneuerung von Windkraftanlagen abschätzen kann? Oder haben sich Wettbewerber ganz einfach besser auf die Marktbedingungen eingestellt? Ohne solche Kenntnisse sind derartige Nachrichten nur sehr schwer ein zu ordnen. "Kostendruck" läßt vermuten, daß der Wettbewerb ENERCON zusetzt.
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Re: mehr Strom durch erneuerbare Energie als durch Kohle

Beitragvon H2O » So 5. Aug 2018, 22:43

immernoch_ratlos hat geschrieben:(14 Jul 2018, 23:41)
...

Was mir nicht ganz klar wurde - "möchte ich wirklich nicht auf den polnischen Stromversorger ENEA losgehen" - bist Du dort auf deutschem oder polnischem Territorium ?
...
...


Auf polnischem Gebiet natürlich (Zachodnipomorze / Westpommern). Doch, Polen hat auch eine Einspeiseförderung... vermutlich über die EU in den nationalen Bestand aufgenommen. Aber damit wollte ich mich nicht auseinander setzen. Demnächst will ich mit meinem Elektriker eine Projekt-Vorbesprechung machen. Mal sehen, was er über den Versorger ENEA in dieser Sache weiß. Eigentlich will ich nur Akkus laden und zum Eigenverbrauch für Beleuchtung und kleine Verbraucher Energie zwischenpuffern. Der dickste Verbraucher ist die Wasserpumpe im Tiefbrunnen mit 900 W (max 1.100 W beim Anlauf). Die Pumpe arbeitet über einen 75 l Zwischenpuffer, läuft also nicht etwa ständig. Der klägliche Rest bringt keine 300 W zusammen (Umwälzpumpen und Beleuchtung). Das wesentliche Ziel bleibt dabei die Pufferung für den Netzausfall. Dann sollten die Sanitärbereiche unbeeindruckt weiter verfügbar sein und man sollte nicht im Dunkeln tappen müssen.
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Re: mehr Strom durch erneuerbare Energie als durch Kohle

Beitragvon Teeernte » Mo 6. Aug 2018, 07:50

H2O hat geschrieben:(05 Aug 2018, 23:24)

Gibt es denn gar keine Gesamtplanung, mit der man den mittelfristigen und langfristigen Bedarf an Mitarbeitern in der Herstellung, Pflege, Erneuerung von Windkraftanlagen abschätzen kann? Oder haben sich Wettbewerber ganz einfach besser auf die Marktbedingungen eingestellt? Ohne solche Kenntnisse sind derartige Nachrichten nur sehr schwer ein zu ordnen. "Kostendruck" läßt vermuten, daß der Wettbewerb ENERCON zusetzt.


Schlechtes Betriebsklima....



Ein alter Bericht (2013) Der Windanlagenhersteller Enercon ist in Deutschland die Nummer eins in Sachen Windkraft, rangiert weltweit an zweiter Stelle und ist im Emsland sowie in Sachsen-Anhalt einer der wichtigsten Arbeitgeber. Doch Betriebsräte und Gewerkschaften will Enercon nicht haben.

..hohe Anteil von Leiharbeitern, die oft fehlende Tarifbindung oder die mangelnde Qualifizierung von Mitarbeitern in den Betrieben...

Aloys Wobben...mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichneten Unternehmer .....(ein Leitbild für die Jugend ?).

Das Unternehmen hat in der Vergangenheit alles mögliche getan, um Betriebsratswahlen in seinen Werken zu verhindern.

»Sie rote Socke«, waren die letzten Worte, die Aloys Wobben an den Gewerkschafter richtete......

Keine Änderung bis heute .....

---------------------------------------------------------------------

Gehalt und Arbeitsbedingungen unterirdisch!

Pro

Das Produkt ist interessant.


Contra

Die Gründerfamilie zahlt sich selbst im Jahr fast so viel aus, wie ca. 20.000 Mitarbeiter zusammen im Jahr kosten. Gehalt ist wirklich unterirdisch! Mit Studium bekommt man hier weniger als ein ausgelernter Azubi irgendwo anders. Kernarbeitszeit bis 16 Uhr, in manchen Bereichen sogar 17 Uhr. Hallo wir leben im Jahr 2017!! Es gibt zu viele Mitarbeiter in der Forschung und Entwicklung, deshalb wird in konsequent allen Bereichen nicht eingestellt! Und jetzt kommts: Kündigt jmd (und das waren allein im Einkauf dieses Jahr bisher ca. 20) werden die Stellen nicht nachbesetzt!!!! DIe Aufgaben müssen die dagebliebenen Mitarbeiter übernehmen. Was ein tolles Unternehmen. Unternehmensführung macht sich die Taschen voll und lacht sich ins Fäustchen. Leute, die wirklich was verbessern wollen, wie die EInkaufsleitung werden an die Leine genommen. Eine Schande wirklich. Wäre ich nicht an Aurich gebunden wäre ich schon längst weg. An die Bewerber: Guckt euch bitte alle Bewertungen an. Das spricht für sich! Tut es euch nicht an. Auch wenn HR zwischendurch ein paar gute Bewertungen hochladen lässt.


Hopfen und Malz verloren. Irgendwann kommt der Knall!!
https://www.kununu.com/de/enercon/a/SUxrV1J0eg%3D%3D


....bei der Beschäftigungslage.....wandern die Leistungsträger ab.

Da haben selbst die billigsten Mitbewerber bessere Arbeitsbedingungen und zahlen mehr Geld ... die Schlappe (Abwanderung der Leistungsträger) im Vorjahr "zahlt sich jetzt aus".
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: mehr Strom durch erneuerbare Energie als durch Kohle

Beitragvon H2O » Mo 6. Aug 2018, 08:01

Teeernte hat geschrieben:(06 Aug 2018, 08:50)

Schlechtes Betriebsklima....



https://www.kununu.com/de/enercon/a/SUxrV1J0eg%3D%3D


....bei der Beschäftigungslage.....wandern die Leistungsträger ab.

Da haben selbst die billigsten Mitbewerber bessere Arbeitsbedingungen und zahlen mehr Geld ... die Schlappe (Abwanderung der Leistungsträger) im Vorjahr "zahlt sich jetzt aus".

Ok, dann könnte also das unmögliche Führungsverhalten der Eigentümer als Ursache genannt werden. Unter solchen Voraussetzungen sollte sich "die Politik" dort heraus halten. Kein Wort dazu in der Tageszeitung... fragen diese Leute denn nie nach?
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Re: mehr Strom durch erneuerbare Energie als durch Kohle

Beitragvon Teeernte » Mo 6. Aug 2018, 08:31

H2O hat geschrieben:(06 Aug 2018, 09:01)

Ok, dann könnte also das unmögliche Führungsverhalten der Eigentümer als Ursache genannt werden. Unter solchen Voraussetzungen sollte sich "die Politik" dort heraus halten. Kein Wort dazu in der Tageszeitung... fragen diese Leute denn nie nach?


Dem Konzernabschluss zufolge konnte das Unternehmen den Umsatz 2016 um sieben Prozent auf das Rekordniveau von 5,1 Milliarden Euro steigern. Der Vorsteuergewinn blieb mit 603 Millionen Euro (Vorjahr: 604 Millionen) auf einem hohen Niveau. Unterm Strich stand ein Konzernjahresüberschuss von 361 Millionen Euro (2015: 435 Millionen). Das Unternehmen bezeichnete das Ergebnis im Konzernabschluss als „mehr als zufriedenstellend“.
https://www.nwzonline.de/wirtschaft/aur ... 68322.html


....der Mann hat das Bundesverdienstkreuz..... :D :D :D ....und auch der Filz will MEEEEEHR......

Kurz nach der drastischen Ankündigung von Enercon forderte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) die Bundesregierung auf, doch endlich die im Koalitionsvertrag versprochenen Sonderausschreibungen für weitere Windenergieparks umzusetzen. In seinem Bundesland allein sind 700 Jobs gefährdet.

https://www.handelsblatt.com/meinung/ko ... lnMAOs-ap4

Fördermillionen mit Arbeitsplätzen ERPRESSEN...??

Stand: 24.05.2018 13:19 Uhr -
Aurich fällt in Millionen-Haushaltsloch
Aurich sieht rot: Der Bürgermeister der Stadt, Heinz-Werner Windhorst (parteilos), wird eine Haushaltssperre erlassen. Das hat der Erste Stadtrat am Mittwoch bekannt gegeben. In Kraft treten soll die Sperre bereits am kommenden Dienstag. Wie NDR 1 Niedersachsen berichtete, sind drastisch gesunkene Gewerbesteuereinnahmen der Grund dafür. Allein in diesem Jahr sollen voraussichtlich 54 Millionen Euro fehlen.

Investitionen stoppen, Vereine bleiben verschont...
Die Gewerbesteuereinnahmen sinken damit in Aurich dieses Jahr auf nur noch eine Million Euro.

Der erste Stadtrat, derzeit Vertreter des scheidenden Bürgermeisters, macht vor allem die Berliner Energiepolitik für die unerwartete Schieflage im Auricher Haushalt verantwortlich. Windparkprojekte müssen neuerdings ausgeschrieben werden. Das heißt, die Betreiber müssen sich um die Aufträge in Ausschreibungen bewerben - das wirtschaftlichste Angebot gewinnt. Der Windanlagenbauer Enercon, der seinen Stammsitz in Aurich hat, habe dadurch viele Aufträge verloren und hohe Gewinneinbrüche verzeichnen müssen. Das wiederum führte laut Kuiper zu dem Einbruch bei der Gewerbesteuer.

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersa ... ch310.html

Förderung mit Ausschreibung ? .....Aber doch bitte nicht bei EDELGRÜN.
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Re: mehr Strom durch erneuerbare Energie als durch Kohle

Beitragvon H2O » Mo 6. Aug 2018, 08:53

Teeernte hat geschrieben:(06 Aug 2018, 09:31)
Förderung mit Ausschreibung ? .....Aber doch bitte nicht bei EDELGRÜN.


Wenn mehr als ein Bieter am Markt um Aufträge buhlt, dann geht es doch gar nicht ohne Ausschreibung. Bei solchen Großaufträgen schon gar nicht: Das ist Gesetz!
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Re: mehr Strom durch erneuerbare Energie als durch Kohle

Beitragvon imp » Di 14. Aug 2018, 06:07

H2O hat geschrieben:(06 Aug 2018, 09:53)

Wenn mehr als ein Bieter am Markt um Aufträge buhlt, dann geht es doch gar nicht ohne Ausschreibung. Bei solchen Großaufträgen schon gar nicht: Das ist Gesetz!

Windparks müssen ausgeschrieben werden. Die Zeiten fixer Vergütung sind um.
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Re: mehr Strom durch erneuerbare Energie als durch Kohle

Beitragvon H2O » Di 14. Aug 2018, 06:37

Heute früh im DLF: Wirtschaftsminister Altmeier versucht anhaltenden Widerstand gegen "Monstertrassen" (= Freileitungen der höchsten Leistungsstufe) durch Aufklärung und Gespräche zu überwinden. So soll in Gebieten mit besten Ackerböden (Magdeburger Börde) mit Freileitungen gearbeitet werden, während in Landschaftsschutzgebieten Stromkabel dieser Leistungsklasse unter dem Erdboden verlegt werden sollen.

Meiner Meinung zufolge sollte man mit den Kabeln so lange sehr zurückhaltend verfahren, bis endlich geklärt ist, daß sie kein auffälliges Zuverlässigkeitsrisiko darstellen. Ein immerhin sehr aufwendiges und damit teures Verfahren der Stromübertragung, das, auch für mich überraschend, eine etwa 50 m breite Schneise dauerhaft durch die Landschaft zieht.

Immerhin tut sich jetzt verstärkt etwas, unsere Energieversorgung bundesweit auf die erneuerbaren Energien um zu stellen. Denn mit den Stromtrassen ist auch der Weg frei, weitere Windparks an zu legen. Bisher hätte deren Leistung gar nicht abgeführt werden können. Danach kann auch unser dicht besiedelter Süden (Hessen, Bayern, Baden-Württemberg) mit erneuerbaren Energien aus Windparks in der Nord- und Ostsee versorgt werden.

In Sachen Stromversorgung hängt wirklich "alles mit allem" zusammen. Es sieht aber so aus, daß wir unser ehrgeiziges Ziel nicht nur verfolgen und viel darüber reden, sondern es auch erreichen: Stromerzeugung ganz aus erneuerbaren Energien für Gewerbe, Haushalte und Verkehr. Da sollten wir Herrn Altmeier die Daumen drücken, daß sein Anliegen auf offene Ohren trifft.
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Re: mehr Strom durch erneuerbare Energie als durch Kohle

Beitragvon imp » Di 14. Aug 2018, 07:15

H2O hat geschrieben:(14 Aug 2018, 07:37)
Immerhin tut sich jetzt verstärkt etwas, unsere Energieversorgung bundesweit auf die erneuerbaren Energien um zu stellen. Denn mit den Stromtrassen ist auch der Weg frei, weitere Windparks an zu legen.

Durch die Leitungen fließt Atomstrom genauso gut.

Danach kann auch unser dicht besiedelter Süden (Hessen, Bayern, Baden-Württemberg) mit erneuerbaren Energien aus Windparks in der Nord- und Ostsee versorgt werden.

Der Witz ist, dass diese Länder sich nach Kräften gegen jedes Windrad wehren, sonst müssten sie kaum Strom importieren. Die Großtrassen sind auch archaisch - Prinzipiell könnten sich viele Regionen in Zukunft kleinmaschig versorgen und müssten im weiteren Netz nur vorübergehende Über- und Unterkapazitäten ausgleichen. Dazu müsste man freilich bereit sein.
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Re: mehr Strom durch erneuerbare Energie als durch Kohle

Beitragvon Papaloooo » Di 14. Aug 2018, 07:31

Ein kleiner Stromspeicher im Keller zusätzlich zu einer Photovoltaik-Anlage scheint erstmal wenig Sinn zu machen.

Warum sollten nicht besser große Stromspeicher die Grundlast absichern?

Aber hier haben wir es mit einem falschen Steuersystem zu tun.

Betreiber von großen Strom speichern müssen den Strom zweimal versteuern einmal beim Speichern und einmal beim wieder abgeben.

Und so werden große Stromspeicher einfach unrentabel. Meines Wissens nach ist es die Umsatzsteuer die doppelt bezahlt wird.

Im Zuge der Energiepolitik sollte hier das Steuerrecht geändert werden.
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Re: mehr Strom durch erneuerbare Energie als durch Kohle

Beitragvon relativ » Di 14. Aug 2018, 07:47

Papaloooo hat geschrieben:(14 Aug 2018, 08:31)

Ein kleiner Stromspeicher im Keller zusätzlich zu einer Photovoltaik-Anlage scheint erstmal wenig Sinn zu machen.

Warum sollten nicht besser große Stromspeicher die Grundlast absichern?
Es ist schwer zu sagen, ob dezentral oder eher zentral zukünftig besser sind. Zentral würde evtl. die Preise mehr sinken lassen, aber macht es auch Störungsanfälliger, wobei bei einer Störung dann auch mehr Kunden betroffen sind.

Betreiber von großen Strom speichern müssen den Strom zweimal versteuern einmal beim Speichern und einmal beim wieder abgeben.
Evtl. weil dies 2 Leistungen sind mit denen sie Geld verdienen?

Und so werden große Stromspeicher einfach unrentabel. Meines Wissens nach ist es die Umsatzsteuer die doppelt bezahlt wird.
Evtl. reicht manchen Manager auch einfach die Rendite nicht aus.

Im Zuge der Energiepolitik sollte hier das Steuerrecht geändert werden.
Klar kann man immer etwas am Steuerrecht verbessern/hinzufügen, das Steuerbuch ist ja auch erst ca. 20 cm dick. ;)
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Re: mehr Strom durch erneuerbare Energie als durch Kohle

Beitragvon H2O » Di 14. Aug 2018, 07:48

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(14 Aug 2018, 08:15)

Durch die Leitungen fließt Atomstrom genauso gut.

Sicher, dem Strom wird es Wurst sein, wie er zu Stande kam! Aber nach der Abschaltung der letzten Meiler in 2023 (?) wird dann nur noch Kohlestrom oder Strom aus erneuerbaren Energien durch diese Leitungen fließen können. Mit der Kohle ist bis 2030 Schluß, wenn alle Beteiligten Wort halten.
Der Witz ist, dass diese Länder sich nach Kräften gegen jedes Windrad wehren, sonst müssten sie kaum Strom importieren. Die Großtrassen sind auch archaisch - Prinzipiell könnten sich viele Regionen in Zukunft kleinmaschig versorgen und müssten im weiteren Netz nur vorübergehende Über- und Unterkapazitäten ausgleichen. Dazu müsste man freilich bereit sein.

Als Nordlicht sehe ich in dieser Halsstarrigkeit der Südstaaten einen wirtschaftlichen Vorteil für energieintensive Industrien, die wegen der Kostenvorteile wettbewerbsfähige Standorte im Norden suchen werden. Ursprünglich hatte ich mir auch ein engmaschiges regionales Netz vorgestellt, das mir unverwundbarer erschien als diese großen zentralen Lösungen. Das hat etwas mit Banken und Krediten und Anlegern zu tun, deren Augen erst bei Milliardenprojekten anfangen zu leuchten. Vielleicht kommt es im zweiten Schritt zu dieser engmaschigeren Lösung!
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Re: mehr Strom durch erneuerbare Energie als durch Kohle

Beitragvon H2O » Di 14. Aug 2018, 07:57

Papaloooo hat geschrieben:(14 Aug 2018, 08:31)

Ein kleiner Stromspeicher im Keller zusätzlich zu einer Photovoltaik-Anlage scheint erstmal wenig Sinn zu machen.

Das kann man aber auch anders sehen; daß nämlich Privatleute ihren wesentlichen Bedarf an Beleuchtung und Kleingerät aus diesem Puffer decken können und sie so das landesweite Netz entlasten.
Warum sollten nicht besser große Stromspeicher die Grundlast absichern

Gute Frage: Welchen Speicher sollte man denn aus dem Regal nehmen und einsetzen? Erst ganz allmählich kommen technisch brauchbare Speicher in Reichweite.

Aber hier haben wir es mit einem falschen Steuersystem zu tun.

Betreiber von großen Strom speichern müssen den Strom zweimal versteuern einmal beim Speichern und einmal beim wieder abgeben.

Und so werden große Stromspeicher einfach unrentabel. Meines Wissens nach ist es die Umsatzsteuer die doppelt bezahlt wird.

Im Zuge der Energiepolitik sollte hier das Steuerrecht geändert werden.

Das wäre doch eine leichte Übung, wenn wir die Sache mit den technischen Schwierigkeiten vergleichen.
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Re: mehr Strom durch erneuerbare Energie als durch Kohle

Beitragvon imp » Di 14. Aug 2018, 08:17

H2O hat geschrieben:(14 Aug 2018, 08:48)

Sicher, dem Strom wird es Wurst sein, wie er zu Stande kam! Aber nach der Abschaltung der letzten Meiler in 2023 (?) wird dann nur noch Kohlestrom oder Strom aus erneuerbaren Energien durch diese Leitungen fließen können.

Der europäische Leitungsverbund besteht nicht nur aus Nord-Süd-Trassen. Da kommt auch Strom aus Temelin oder Cattenom.

Als Nordlicht sehe ich in dieser Halsstarrigkeit der Südstaaten einen wirtschaftlichen Vorteil für energieintensive Industrien, die wegen der Kostenvorteile wettbewerbsfähige Standorte im Norden suchen werden.

Eine Alu-Hütte baust du nicht mal eben 300 km weiter wieder auf. Zudem sind die Großverbraucher umlagebefreit und so schon im Preisvorteil.

Ursprünglich hatte ich mir auch ein engmaschiges regionales Netz vorgestellt, das mir unverwundbarer erschien als diese großen zentralen Lösungen. Das hat etwas mit Banken und Krediten und Anlegern zu tun, deren Augen erst bei Milliardenprojekten anfangen zu leuchten. Vielleicht kommt es im zweiten Schritt zu dieser engmaschigeren Lösung!

Man wird sehen. Der Zwischenschritt ist im Grunde vermeidbar gewesen.
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Re: mehr Strom durch erneuerbare Energie als durch Kohle

Beitragvon H2O » Di 14. Aug 2018, 09:08

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(14 Aug 2018, 09:17)

Der europäische Leitungsverbund besteht nicht nur aus Nord-Süd-Trassen. Da kommt auch Strom aus Temelin oder Cattenom.

Man wird das abwarten müssen, bis endlich die Stromspeicher in Funktion sein werden. Ich gehe davon aus, daß eher erneuerbarer Energien-Strom in heißen Sommern in Richtung Tschechien und Frankreich fließen wird als umgekehrt. Die Flüsse können zur Kühlung der Kraftwerke nicht über 30°C aufgewärmt werden.
Eine Alu-Hütte baust du nicht mal eben 300 km weiter wieder auf. Zudem sind die Großverbraucher umlagebefreit und so schon im Preisvorteil.

Die Alu-Hütte in Stade war ratzfatz weg, als das AKW dort stillgelegt wurde. Dann kommt das Ding auch wieder, wenn Strom ohne Ende dort verfügbar ist. Ich vermute auch, daß synthetisches Methangas und Wasserstoff aus dem gleichen Grund dann dort erzeugt werden. Andere Großverbraucher fallen mir jetzt nicht ein... vielleicht die Chemieindustrie?
Man wird sehen. Der Zwischenschritt[zentrale Vernetzung der Stromversorgung] ist im Grunde vermeidbar gewesen.

Tja, der Wähler hat so entschieden, und die Kapitalgeber wohl auch!
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Re: mehr Strom durch erneuerbare Energie als durch Kohle

Beitragvon Teeernte » Di 14. Aug 2018, 09:51

H2O hat geschrieben:(14 Aug 2018, 10:08)

Man wird das abwarten müssen, bis endlich die Stromspeicher in Funktion sein werden. Ich gehe davon aus, daß eher erneuerbarer Energien-Strom in heißen Sommern in Richtung Tschechien und Frankreich fließen wird als umgekehrt. Die Flüsse können zur Kühlung der Kraftwerke nicht über 30°C aufgewärmt werden.

Die Alu-Hütte in Stade war ratzfatz weg, als das AKW dort stillgelegt wurde. Dann kommt das Ding auch wieder, wenn Strom ohne Ende dort verfügbar ist. Ich vermute auch, daß synthetisches Methangas und Wasserstoff aus dem gleichen Grund dann dort erzeugt werden. Andere Großverbraucher fallen mir jetzt nicht ein... vielleicht die Chemieindustrie?

Tja, der Wähler hat so entschieden, und die Kapitalgeber wohl auch!


Speicher ? (also noch teuerer ??)

...oder macht die Preise nach Verfügbarkeit des Produktes.... (Maaaaaaarktwirtschaft..)

Elektrochemie .... ist nicht nur ALU...auch Carbid oder Elektrokupfer frisst Energie. Blöd an der "NEUEN" - man müsste die Produktieon von der Verfügbarkeit ....ähhhhmmm nach Wetterlage führen. :D :D :D
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: mehr Strom durch erneuerbare Energie als durch Kohle

Beitragvon imp » Di 14. Aug 2018, 11:09

Teeernte hat geschrieben:(14 Aug 2018, 10:51)
Elektrochemie .... ist nicht nur ALU...auch Carbid oder Elektrokupfer frisst Energie. Blöd an der "NEUEN" - man müsste die Produktieon von der Verfügbarkeit ....ähhhhmmm nach Wetterlage führen. :D :D :D

Wer hat dir denn den Unsinn erzählt? Smart Grid ist nicht für Dauerverbraucher gedacht sondern für punktuelle Großverbraucher. Zudem haben wir es längst mit einem Überangebot zu tun. Dessen Kappung (Abregelung) sorgt für ein stabiles Netz. Aktuell geht die Diskussion eher darum, punktuell zuviel produzierten Strom sinnvoll abzunutzen, etwa in der Produktion von Wasserstoff - der dann als gut regelbarer Brennstoff in Zeiten der Spitzennachfrage als Strom, Wärme oder direkt im mechanischen Antrieb zur Anwendung kommt.

Onshore-Strom direkt zu beziehen ist heute schon billiger als ab Netz.
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Re: mehr Strom durch erneuerbare Energie als durch Kohle

Beitragvon Teeernte » Di 14. Aug 2018, 14:29

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(14 Aug 2018, 12:09)

Wer hat dir denn den Unsinn erzählt? Smart Grid ist nicht für Dauerverbraucher gedacht sondern für punktuelle Großverbraucher. Zudem haben wir es längst mit einem Überangebot zu tun. Dessen Kappung (Abregelung) sorgt für ein stabiles Netz. Aktuell geht die Diskussion eher darum, punktuell zuviel produzierten Strom sinnvoll abzunutzen, etwa in der Produktion von Wasserstoff - der dann als gut regelbarer Brennstoff in Zeiten der Spitzennachfrage als Strom, Wärme oder direkt im mechanischen Antrieb zur Anwendung kommt.

Onshore-Strom direkt zu beziehen ist heute schon billiger als ab Netz.


Unsinn ??? Möglich ....der "Regelwiderstand" im Netz der DDR waren ebensolche Carbidöfen.
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