Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon frems » Sa 21. Okt 2017, 18:55

Welfenprinz hat geschrieben:(21 Oct 2017, 19:24)

Fail.
Wenn ich meine Schlagkartei von 1986 öffne,werd ich als Giftmischer aufgehängt. Da haben wir u.a. noch den Dioxinabkömmling Lindan prophylaktisch und ganzflächig eingesetzt.

Zur Einordnung: die jetzt verbotenen Neokotinoide als Beizen waren in der Hinsicht ein bedeutender Fortschritt. Die haben nämlich 3-4 ganzflächige Insektizidbehandlungen durch eine zeitlich und räumliche begrenzte Wirkung am Saatkorn ersetzt.




Der Vorsitzende des Entomologenvereins hat bei der Vorstellung der Zahlen die Schwierigkeiten der Einordnung thematisiert. Es gibt keine Basis,keine Vergleichszahlen, keine Kenntnis über Entwicklungen.
Keine Zusammenhänge.
Darum geht es bei einer Diskussion dieser Ergebnisse,nicht darum sie in Frage zu stellen.

Das darfst du auch mir zugestehen,auch wenn ich Bauer bin. :D

Naja, vielleicht sind neue Kampfmittel noch nicht so gut erforscht und daher wissen wir noch nicht, wie tödlich sie für Mutter Natur sind. Muss ich unweigerlich an das Abgasthema denken, wo es einigen Genossen nicht vorstellbar ist, dass kleinste Partikel durch ihre Fensterscheiben durchdringen können. Hält doch sogar Regen ab! Und nunja, vielleicht sind's auch Eure Spielchen mit der Gentechnik. Durch Insekten verbreitet sich sowas ja übers ganze Land und landet dann selbst beim "Biobauern" aus "der Region", was man umweltbewegten Konsumenten natürlich nicht sagen sollte. Aber wer sagt uns, dass das für die Insekten auch ohne Auswirkungen ist? Und der Krefelder Verein war ja nur einer der ersten Mahner, den viele nicht ernst genommen haben. Die jüngst veröffentlichten Untersuchungen bestätigen aber die grobe Größenordnung.

Und ja, gestehe ich Bauern zu. Ich glaube sogar, dass sie viel raffinierter sind als sie zugeben.
Labskaus!

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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon Olympus » Sa 21. Okt 2017, 19:08

Welfenprinz hat geschrieben:(21 Oct 2017, 19:24)

Fail.
Wenn ich meine Schlagkartei von 1986 öffne,werd ich als Giftmischer aufgehängt. Da haben wir u.a. noch den Dioxinabkömmling Lindan prophylaktisch und ganzflächig eingesetzt.

Zur Einordnung: die jetzt verbotenen Neokotinoide als Beizen waren in der Hinsicht ein bedeutender Fortschritt. Die haben nämlich 3-4 ganzflächige Insektizidbehandlungen durch eine zeitlich und räumliche begrenzte Wirkung am Saatkorn ersetzt.




Der Vorsitzende des Entomologenvereins hat bei der Vorstellung der Zahlen die Schwierigkeiten der Einordnung thematisiert. Es gibt keine Basis,keine Vergleichszahlen, keine Kenntnis über Entwicklungen.
Keine Zusammenhänge.
Darum geht es bei einer Diskussion dieser Ergebnisse,nicht darum sie in Frage zu stellen.

Das darfst du auch mir zugestehen,auch wenn ich Bauer bin. :D

Na da wird alles klar, das erinnert mich mit Kohle/Öl und Klima. Die einzigen Wissenden sind die, die damit Geld verdienen. Wissenschaftler sind alle doof, auch wenn diese ihr Lebenlang die Folgen untersuchen und oft auch Beobachter die den Schwund seit Jahren beobachten.

Also weiter wie gehabt und wenn dann kein Getreide mehr wächst, sein Vieh nicht mehr ernährbar. Womit verdienst du dann dein Geld.

Das gleiche ist wie mit Englands Fischern. Da wird verleugnend in den Kinderstuben der Fische gefischt, der Bestand sinkt und dennoch wollen sie ungezügelt und grenzenlos weitermachen. Auch wenn es gar kein Markt für mehr Massen gibt.

Wo wir wieder beim Geld wären. Anstatt zu erkennen das wir bis zu 1/3 an Lebensmitteln wegwerfen und gleichzeitig alles zu niedrigsten Preisen angeboten wird, werden wir nicht wach das das völliger Bullen.t ist was wir tun.

Anstatt etwas mehr für Lebensmittel zu bezahlen und auch Kartoffeln akzeptieren, die nicht für 1,99 pro 2,5 kg und glatt als 1 A++ Kartoffeln durchgehen könnten und die zu großen und zu kleinen bleiben auf dem Acker liegen.

So kommt mehr Geld in die Kassen (Teil für Bauern, Teil für Errichtung und Pflege der Flächen), der Bauer hat weniger Kühe zu füttern und somit auch weit mehr Flächen frei die gezielt für Verbindungen eingesetzt werden können.

Ach und der Bauer sogar ein bisschen mehr Freizeit, welches den Stundenlohn in ein besseres Verhältnis bringt.

Dazu etwas weniger Pestizide und weniger Dünger.
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon Welfenprinz » Sa 21. Okt 2017, 19:18

Du hast da was falsch verstanden.
Der vom Entomologenverein ist in der derzeitigen Veröffentlichungsarie der einzige,der Ahnung hat.

Und der hat auf die Einordnungsproblematik und die fehlende Kenntnis der Zusammenhänge hingewiesen.

Und bezeichnenderweise findet grade der jetzt in der Öffentlichkeit nicht mehr statt. ;)
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
Lt. griinpissstudien stirbt eine Ratte, wenn ihr ein 200l-Fass Glyphosat auf den Kopf fällt.
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon Welfenprinz » Sa 21. Okt 2017, 19:26

frems hat geschrieben:(21 Oct 2017, 19:55)

Naja, vielleicht sind neue Kampfmittel noch nicht so gut erforscht

Dass die Analysemethoden im laufe der Jahrzehnte nur besser geworden sind ,ist doch wohl unbestritten,oder?
.
Durch Insekten verbreitet sich sowas ja übers ganze Land und landet dann selbst beim "Biobauern" aus "der Region", .


Das z.B. ist eines der vielen Details ,die deutlich machen,wie unmöglich die Erörterung unter Laien und bei fehlenden Kenntnissen der Zusamnenhänge ist.
Denn entweder brauchen Insekten kleinräumige Landschaften als Lebensraum ,dann kann die von dir unterstellte weiträumige Verfrachtung nicht stattfinden.

Oder sie brauchen sie nicht,dann ist aber auch die grossflächige Landwirtschaft nicht von Schaden für die Insekten.
Entscheide dich ,und argumentiere dann stringent. ;)

Aber so als Raumplaner kannst du ja was zur Konzeption und Erfolgskontrolle von NSGs sagen. ;)
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon frems » Sa 21. Okt 2017, 19:47

Welfenprinz hat geschrieben:(21 Oct 2017, 20:26)

Dass die Analysemethoden im laufe der Jahrzehnte nur besser geworden sind ,ist doch wohl unbestritten,oder?
.

Ja, aber die Möglichkeiten der Chemieindustrie auch.

Das z.B. ist eines der vielen Details ,die deutlich machen,wie unmöglich die Erörterung unter Laien und bei fehlenden Kenntnissen der Zusamnenhänge ist.
Denn entweder brauchen Insekten kleinräumige Landschaften als Lebensraum ,dann kann die von dir unterstellte weiträumige Verfrachtung nicht stattfinden.

Oder sie brauchen sie nicht,dann ist aber auch die grossflächige Landwirtschaft nicht von Schaden für die Insekten.
Entscheide dich ,und argumentiere dann stringent. ;)

Wer sagt denn, dass nicht beides benötigt wird? Also kleinräumige Landschaften (NSG), die aber zugleich durch Grünzüge im Verbund die Möglichkeit größerer Distanzen (je nach Jahreszeit unterschiedliche Lebensräume) benötigen? Also ich würde mich da als Laie nicht auf ein Entweder/Oder versteifen.

Aber so als Raumplaner kannst du ja was zur Konzeption und Erfolgskontrolle von NSGs sagen. ;)

Hab mit Raumplanung nicht viel zu tun. ;)
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon X3Q » So 22. Okt 2017, 07:43

Welfenprinz hat geschrieben:(21 Oct 2017, 20:26)

Dass die Analysemethoden im laufe der Jahrzehnte nur besser geworden sind ,ist doch wohl unbestritten,oder?

Eine verbesserte Analysemethode ist zwar immer sehr hilfreich, ist aber bei der Ermittlung von Ursache-Wirkungsbeziehungen in Ökosystemen nur ein Baustein. Wichtiger sind Langzeitstudien und Datensätze. Selbst wenn Substanz X messtechnisch in der Umwelt im nanomolaren Bereich nachweisbar ist, fehlt es an Taxonomen, welche in einer adäquaten Zeit die notwendige Bestimmungsarbeit übernehmen könnten. Deswegen gibt es nur wenige Langzeitstudien, die sich dazu noch auf wenige Gruppen beschränken.
Was aber wirklich bedenklich ist: Die untersuchten NSG sollten als Inseln der Biodiversität dienen, welche die umliegende Nutzlandschaft immer wieder neu versorgen und auffrischen. Nur scheint dieses Konzept nicht zu funktionieren.

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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon immernoch_ratlos » So 22. Okt 2017, 15:25

Um mal wieder zur Quelle zurückzuschwimmen hier Quelle : Handelsblatt (18.10.2017)"Studie Dramatischer Insektenschwund in Deutschland" Das Handelsblatt zitiert wiederum das Fachmagazin „PLOS ONE“ was dann wohl der "Quelle" mit der veröffentlichten Studie am nächsten kommt : Quelle : PLOS |ONE "More than 75 percent decline over 27 years in total flying insect biomass in protected areas"

Entgegen all der hiesigen Zweifel, darf nun jeder mal die eigentliche unter " Creative Commons Attribution License" veröffentlichte Studie beäugen. Die üblichen Zweifler werden sich an den in der Wissenschaft üblichen "Untertreibungen" klammern, um ihrerseits diese zu übertreiben. So ist am Ende jedem gedient und niemand muss sich ernsthaft um irgendetwas Sorgen machen :thumbup:

Sicher wird auch diese Gefahr nicht existieren - dennoch wenn das Handelsblatt - ganz sicher greenversift - Lügen zum wunderbaren "Glyphosat" verbreitet, sollte man das wenigstens zur Kenntnis nehmen - auch wenn da von (19.10.2017) "Glyphosat-Gefahren | Giftiger Wind" die Rede ist. Wie immer völlig übertrieben - "Weil, so schließt er messerscharf, // nicht sein kann, was nicht sein darf." meinte schon Christian Morgenstern - Auch von ihm "Es gibt für Unzählige nur ein Heilmittel - die Katastrophe." Das hat er doch schön gesagt... :cool:

Mach alles nix noch ist von allem genug da und wo nicht, sind die selbst dran schuld - ich bin jedenfalls stolz von meinem Land berichten zu können :
FLEICHRECHNER hat geschrieben:1094 Tiere verspeist durchschnittlich jeder Mensch in Deutschland im Laufe des Lebens. Jeweils vier Rinder und Schafe, 12 Gänse, 37 Enten, je 46 Schweine und Puten sowie 945 Hühner.
Eben noch nachgerechnet - ich hab aus "Altersgründen" (26.280 Tage) doch ein wenig mehr - nämlich 6,2 Rinder, 6,4 Schafe, 18,2 Gänse, stattliche 70 Schweine, 55,7 Enten ( ? woran ich mich nicht erinnern kann), 69,8 Puten - aber 1.433,7 Hühner weggeputzt. Klinkt heftig doch alle 18 Tage ein Huhn kann ja nicht wirklich zuviel sein...

Zum Thema noch ein Appetit anregendes Filmchen - total jugendfrei :

Wenn ich in meinen letzten Jahren zum "Abschmecken" noch ordentlich Glyphosat bekomme, wird das sicher auch für was gut sein...
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon Corella » Mo 23. Okt 2017, 20:53

Welfenprinz hat geschrieben:(21 Oct 2017, 12:28)

Was nicht gefällt, ist die Alleinschuldzuschreibung für etwas,das alle angeht. ;)

Mein Verweis auf die Flächennutzung in Deutschland war nicht zum reinwaschen gedacht.
Die Diskussion,auch bei anderen Themen,ist teilweise absurd,wenn dem im Umfang sinkenden Einflussfaktor steigende Wirkung zugeschrieben wird.

Im Drumherum um die ersten Veröffentlichungen im Juli hab ich gelesen,dass “Insekten zählen“ in der Forschung tatsächlich ein wenig existentes Feld ist(tatsächlich wohl auch wegen der Schwierigkeiten der Durchführung). Deswegen stösst die Arbeit der Krefelder Hobbyentomologen auch auf solches Interesse .
Man muss also auch konstatieren,dass sowohl bei der Erfassung als auch bei der Ursachenforschung die Unklarheit überwiegt(Autofrontschutzscheibenforscher mal ausgenommen).


Das ist doch dämlich einfach und das hatten wir schon mal!
Massiver Schwund betrifft mit großem Abstand die Offenland-Arten, weniger die im Wald-, Park- und Siedlungen. Die Biodiversität letzterer kann überraschen, man sollte aber nicht übersehen, dass Arten pro Fläche keinen guten Wert für Quervergleiche liefert (man schaue "Beta-Diversität") und dass im Siedlungsraum gern die Neueinwanderer mitgezählt werden...
Wir haben uns ... der Illusion hingegeben, dass es so etwas wie Umweltkapital nicht gibt. Dass man ... [es] zum Nulltarif nutzen kann und ... in diesen Kapitalstock nicht reinvestieren muss. (Klaus Töpfer 2005)
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon Boracay » Di 24. Okt 2017, 22:33

Ups - Insektensterben noch etwas (um es gelinde Auszudrücken) dramatisiert:

https://sciencefiles.org/2017/10/19/das ... och-nicht/

Mein Fazit: Linksgrüne Propaganda und Absichtliche Fälschung der Fakten.
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon Bielefeld09 » Di 24. Okt 2017, 22:45

Boracay hat geschrieben:(24 Oct 2017, 23:33)

Ups - Insektensterben noch etwas (um es gelinde Auszudrücken) dramatisiert:

https://sciencefiles.org/2017/10/19/das ... och-nicht/

Mein Fazit: Linksgrüne Propaganda und Absichtliche Fälschung der Fakten.

Genau, und du bestäubst demnächst die Obstbäume.
Mit deinen Volksgenossen.
Zur Rettung der Völker!
Wie blöd es ist,
dieses Problem parteipolitisch zu diskutieren,
merkst du wie?
Auch wenn es mal falsch rüberkommt, es ist nie persönlich gemeint. Sorry :( :(
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon garfield336 » Mi 25. Okt 2017, 07:37

Es mangelt an Biodiversität. Die Felder sehen alle gleich aus, und es werden oft mehrehre Jahre hintereinander immer die gleiche Frucht angepflanzt.
Das sorgt erstens für die Auslaugung der Böden und zweitens dafür dass Insekten und Vögel immer weniger Nahrung finden, vorallem deswegen weil viele Tiere sich bei der Nahrungssuche spezialisiert haben.

Die veränderte Landwirtschaft ist natürlich ein Resultat aus dem massiven Einsatz von Pesitiziden, die sowohl ungewünschtes Unkraut als auch ungewünschte Insekten abtöten.

Man sollte wieder zurückkehren zu einer Fruchtfolge die jedes Jahr wechselt, sowie es noch bis in die 60iger Jahre üblich war.
Bei diesem Modell braucht man auch weniger Giftstoffe, und die Tierwelt findet immer die geeignete Nahrung.
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon frems » Mi 25. Okt 2017, 08:15

Bielefeld09 hat geschrieben:(24 Oct 2017, 23:45)

Genau, und du bestäubst demnächst die Obstbäume.
Mit deinen Volksgenossen.
Zur Rettung der Völker!
Wie blöd es ist,
dieses Problem parteipolitisch zu diskutieren,
merkst du wie?

Er liest halt nur Überschriften. Dort steht in diesem skurrilen Blog ja selbst:

Vorweg: In den Daten von Hallmann et al. findet sich ein Rückgang der Insekten-Biomasse. Das ist unbestritten. Die Frage ist, was bedeutet dieser Rückgang und welche Schlüsse kann man daraus ziehen?


PLOS ONE (https://de.wikipedia.org/wiki/PLOS_ONE) als Ort der Publikation als "Wissenschaftsjournal der Grünen" zu bezeichnen, ist natürlich sehr ulkig. Ich glaube nicht, dass der Genosse Boracay jemals etwas publiziert hat.
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon Olympus » Do 26. Okt 2017, 02:38

garfield336 hat geschrieben:(25 Oct 2017, 08:37)

Es mangelt an Biodiversität. Die Felder sehen alle gleich aus, und es werden oft mehrehre Jahre hintereinander immer die gleiche Frucht angepflanzt.
Das sorgt erstens für die Auslaugung der Böden und zweitens dafür dass Insekten und Vögel immer weniger Nahrung finden, vorallem deswegen weil viele Tiere sich bei der Nahrungssuche spezialisiert haben.

Die veränderte Landwirtschaft ist natürlich ein Resultat aus dem massiven Einsatz von Pesitiziden, die sowohl ungewünschtes Unkraut als auch ungewünschte Insekten abtöten.

Man sollte wieder zurückkehren zu einer Fruchtfolge die jedes Jahr wechselt, sowie es noch bis in die 60iger Jahre üblich war.
Bei diesem Modell braucht man auch weniger Giftstoffe, und die Tierwelt findet immer die geeignete Nahrung.

Zusatz: Diese Giftstoffe töten nicht nur die "Schädlinge".
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon immernoch_ratlos » Do 26. Okt 2017, 09:34

"Schädlinge - Nützlinge" eine subjektive ausschließlich aus menschlicher Sicht getroffene Einteilung von Lebewesen.

Würde "Natur" eine solche Liste aufstellen, hätte Homo sapiens (lat. für „verstehender, verständiger“ bzw. „weiser, gescheiter, kluger, vernünftiger Mensch“ :?: ) mit größter Sicherheit den absoluten Spitzenplatz als Schädling darin.

Doch wie alles, was "wir" als kognitiven Auswurf produzieren, existiert sowieso nur als eine weitere sog. "intersubjektiven Wirklichkeit" ausschließlich in unseren Köpfen (wo auch sonst :rolleyes: ).

"Natur" - auch ein Begriff - "natürlich" - ist alles was in der Realität - also sowohl außerhalb, aber auch bei eher -"verstehenden, verständigen“ bzw. „weiseren, gescheiteren, klügeren" - Vertretern des Homo sapiens in deren Köpfen, als "intersubjektiven Wirklichkeit existiert".

Auch so eine willkürliche aber in wissenschaftlicher Hinsicht korrekte "Sortierung" :
WIKI hat geschrieben:Mensch
Primat

Der Mensch, auch Homo sapiens, ist nach der biologischen Systematik ein höheres Säugetier aus der Ordnung der Primaten. Er gehört zur Unterordnung der Trockennasenprimaten und dort zur Familie der Menschenaffen
"Manche" Menschen - ganz besonders Menschen mit religiös geprägter "intersubjektiver Wirklichkeit" macht das zum "Herrn dieser Welt - in "göttlichem Auftrag".

Der "Rest" die humanistischen Ideologien gehen da noch einen großen Schritt weiter, Mensch ist qua Menschsein "Herrscher über die Natur" - jedenfalls in deren Vorstellung. In beiden Fällen gehen diese Vertreter unseres Spezies soweit, tatsächlich unabweisbar "natürliche Vorgänge" für "unnatürlich" zu erklären.

Wäre "Natur" nicht auch nur ein Konstrukt in unserer Vorstellung, würde "sie" vermutlich aus dem Lachen nichtmehr herauskommen. Natürliche Vorgänge für "unnatürlich" zu erklären, um sie so (jedenfalls für Menschen) zu verbieten, sind an Dummheit kaum noch zu überbieten. Demnächst verbiete ich das "herunterfallen von Gegenständen" (und damit gleich auch die gesamte Gravitation), ab sofort wird "Natur" das befolgen - alle werden mich anbeten, jedenfalls solange, bis erkennbar wird, was so ein Verbot bewirkt - sicher, in der Realität eher nix - doch, wenn es tatsächlich wirken sollte, was würde aus uns werden, in einer Welt, wo nix mehr "nach unten" fällt :?:

Fazit : alles was tatsächlich passiert / vorgeht / entsteht usw. usf. ist auch natürlich. Es macht keinen Sinn es für "unnatürlich" zu erklären. Die menschliche Einteilung in "gut - böse" - "gut - schlecht" usw. ist eine ausschließlich in unseren Köpfen entstandene Vorstellung. In vielen Fällen ist Vermeidung eine kluge Entscheidung - Verbieten von natürlichen Vorgängen ist dagegen nichts, als in Worte gegossene menschliche Dummheit. "Wir" müssen für unser Überleben uns an die Natur anpassen. Umgekehrt geht das sichtlich nicht...

Wer mich an dieser Stelle für verrückt erklärt (damit muss man nicht nur hier rechnen), hat leider nichts begriffen. :dead:
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon Maikel » Do 26. Okt 2017, 12:51

"Die Medien gehen in jede grüne Falle"
https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/lichtblicke-kolumnen/insektensterben-die-medien-gehen-in-jede-gruene-falle/
Nicht nur die Medien ...

Aus dem verlinkten Beitrag:
"Die Mitglieder des Krefelder Vereines, auf dessen Zahlen die jüngste Panikwelle zurückgeht, betonen jedoch ausdrücklich, dass es sich um punktuelle Messungen handelt. Die Ergebnisse gelten nur für jene Stellen, an denen die Fallen standen und auch nur für den Meßzeitraum."

"Nein, die Zahl, auf die sich seit 2013 alle Experten stützen, stammt von genau zwei Standorten im Krefelder Naturschutzgebiet Orbroicher Bruch."

"Es fällt auf, dass die Krefelder ihre Fallen nur in ausgewiesenen Naturschutzgebieten aufstellen, nicht aber in anderen Gebieten. Offen bleibt, welche Rolle das spielt, möglicherweise sogar eine Entscheidende."

Schade, daß man meistens viele unterschiedliche Medien verfolgen muß, und das über Tage, um die relevanten Fakten zu erfahren.
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon Olympus » Do 26. Okt 2017, 14:44

Maikel hat geschrieben:(26 Oct 2017, 13:51)

"Die Medien gehen in jede grüne Falle"
https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/lichtblicke-kolumnen/insektensterben-die-medien-gehen-in-jede-gruene-falle/
Nicht nur die Medien ...

Aus dem verlinkten Beitrag:
"Die Mitglieder des Krefelder Vereines, auf dessen Zahlen die jüngste Panikwelle zurückgeht, betonen jedoch ausdrücklich, dass es sich um punktuelle Messungen handelt. Die Ergebnisse gelten nur für jene Stellen, an denen die Fallen standen und auch nur für den Meßzeitraum."

"Nein, die Zahl, auf die sich seit 2013 alle Experten stützen, stammt von genau zwei Standorten im Krefelder Naturschutzgebiet Orbroicher Bruch."

"Es fällt auf, dass die Krefelder ihre Fallen nur in ausgewiesenen Naturschutzgebieten aufstellen, nicht aber in anderen Gebieten. Offen bleibt, welche Rolle das spielt, möglicherweise sogar eine Entscheidende."

Schade, daß man meistens viele unterschiedliche Medien verfolgen muß, und das über Tage, um die relevanten Fakten zu erfahren.

Tichyseinblick sagt alles. Glaub dem Geschwurbel und sei glücklich. :D
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon Tom Bombadil » Do 26. Okt 2017, 14:57

Maikel hat geschrieben:(26 Oct 2017, 13:51)

Schade, daß man meistens viele unterschiedliche Medien verfolgen muß, und das über Tage, um die relevanten Fakten zu erfahren.

Dass die Fallen der Krefelder nicht bundesweit an vielen verschiedenen Orten stehen, kann man auch den Publikationen des Vereins entnehmen. Wer 20 oder 30 Jahre Auto oder Motorrad fährt, der weiß wie früher Windschutzscheiben, Helme & Kombis ausgesehen haben und wie sie heute aussehen, da braucht man noch nichtmal großartige Studien, um zu erkennen, dass die Insekten verschwinden.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon yogi61 » Do 26. Okt 2017, 16:55

Tom Bombadil hat geschrieben:(26 Oct 2017, 15:57)

Dass die Fallen der Krefelder nicht bundesweit an vielen verschiedenen Orten stehen, kann man auch den Publikationen des Vereins entnehmen. Wer 20 oder 30 Jahre Auto oder Motorrad fährt, der weiß wie früher Windschutzscheiben, Helme & Kombis ausgesehen haben und wie sie heute aussehen, da braucht man noch nichtmal großartige Studien, um zu erkennen, dass die Insekten verschwinden.


Das ist korrekt. Man muss nur mal ein paar Jungs an der Autowaschanlage fragen, die sparen heute sogar dieses Zeug zum Vorsprühen.
Two unique places, one heart
https://www.youtube.com/watch?v=Ca9jtQhnjek
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon immernoch_ratlos » Do 26. Okt 2017, 19:21

"Tichys Einblick" - gibt es nur gegen bares - nein nicht von mir :(

Unter höchster Anstrengung habe ich den ausgegrauten Text gelesen, um vorurteilsfrei zu verstehen was "Tichys Einblick" eventuelle neues - besonders aber, ob dort das Insektensterben nachprüfbar bestritten wird.

Das ist nicht der Fall ! Was da jedoch geschieht ist eher schlicht - Zweifel die Gründe betreffen, werden besonders betont - ohne allerdings auch nur im geringsten selbst irgendwelche gegenteilige Ergebnisse oder erschöpfende Erklärungen beizubringen. Das auch der Wind einige Pflanzenarten ("Anemophilie") bestäubt, dürfte jedem bekannt sein der sich mit diesem Thema ernsthaft befasst. Leider hilft diese Methode all den Pflanzen absolut nichts, welche sich über lange Epochen an Insekten - teilweise nur eine besondere Gruppe / Art - angepasst haben. :?

Würde z.B. der männliche Mensch "in globalem Ausmaß" seinen Pimmel einbüßen, würde es nur wenig hilfreich sein, auf den Umstand, das Schnecken und allerlei sonstiges Getier, welche Zwitter ("Hermaphroditismus") sind und sich so "irgendwie" selbst befruchten. Das es so was auch bei Pflanzen gibt wurde als "gewichtiges Gegenargument" in "Tichys Einblick" gleich garnicht berücksichtigt.

Im großen Rest dieser "flammenden Gegenrede" werden unterschiedliche Vorstellungen was Natur den so sein in den Köpfen sehr unterschiedlicher Betrachter - nirgendwo auch nur ein Hauch einer soliden Erklärung, warum denn (zugegeben) so viele Insekten verschwunden sind, ohne das man deren "Versteck" kennt. Selbst, dass neue Arten kurz bevor sie im Insektennirwana wieder verschwinden, gerade noch rechtzeitig entdeckt werden, wird so aufgebaut, als würde man nun "statt Brot eben Kuchen" essen sollen.

Auch der gelegentliche, meist höchst unerfreuliche "Neozoen" - Pharaoameise - Asiatische Laubholzbockkäfer - Asiatische Tigermücke oder der Japanische Buschmoskito usw. wird als "Quasibeweis" kolportiert, es sei doch alles nicht so schlimm, wenn statt der alten (vermutlich) toten einheimischen Insekten der "Nachschub" herein drängelt. Hier fehlt (kleiner Hinweis an AfD und CSU) eine "Obergrenze" und ja, die Grenzen sollten in jedem Fall besser bewacht werden.... :thumbup:

Auf die Idee, all das hänge, in zugegeben, sehr komplexer Weise zusammen - habe folglich mit uns und unserem Tun, etwas zu tun, soweit scheint "Tichys Einblick" nun doch nicht zu gehen.

Was die Windschutzscheibe meiner Karre angeht, ich kontrolliere nun vor und nach jeder Ausfahrt die Zahl der gemeuchelten Insekten. Leider auch Gestern nix zum Zählen. Selbst die nächtlichen Besucher an meiner Außenbeleuchtung, etwas, was jeder selbst kontrollieren kann, stellen sich nicht mehr ein. Obwohl die Temperaturen durchaus noch für Insekten geeignet sind... :rolleyes:
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon Bielefeld09 » Do 26. Okt 2017, 19:35

Nun mal meine Frage.
Haben wir da nicht ein riesiges Problem?
Auch wenn es mal falsch rüberkommt, es ist nie persönlich gemeint. Sorry :( :(

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