In Europa ist die Wildnis zurück

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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon keineAhnung » Sa 8. Aug 2015, 19:53

Ich wohnen ja etwas ländlich und hab hier schon öfter Füchse gesehen.
Beleidigungen sind die Argumente derer , die unrecht haben .
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Provokateur » Sa 8. Aug 2015, 21:56

Die sind okay, haben nur ab und zu Wildtollwut.

In Deutschland allerdings nicht mehr, da nur den Fuchsbandwurm.
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Corella » Sa 15. Aug 2015, 19:18

Wenn du soweit an die natürliche Basis zurückgehst , stellst du die Besiedlung durch den menschen insgesamt in Frage.
Wenn ich die norddeutsche Tiefebene nicht entwässere(also grundlegende tiefgreifende Veränderungen, die zu gänzlich anderen Biotopen führen, vornehme) , ist sie in den meisten Gegenden nicht von menschen bewohnbar.
Da sind wir ziemlich schnell an der Grenze, als Mensch zu akzeptieren, dass unser Verhalten Folgen hat, und dass wir dafür kein schlechtes Gewissen haben müssen.

Wir können uns gern auch über "potenziell-natürlich" philosophisch austauschen. Im Zusammenhang möchte ich aber eine Abkürzung wählen: es gibt ein paar tausend Arten für die wir in der BR Deutschland verantwortlich sind. Ein Teil von ihnen ist an Agrarland gebunden. Mein Berufsstand versucht, die Nutzungsinteressen zu vereinbaren.


Wenn nur noch 10 mio ha, nur noch 5 Mio ha , nur noch 1 Mio ha LN da ist, hat das immer noch denselben Effekt wie 20 Mio ha????
Tschuldigung , du willst mich für dumm verkaufen.
Es ist vollkommen egal, ob diese "offenfläche" jetzt aus Autobahnen, Windrädern , Einfamilienhäusern oder Radweegen besteht??? Wobei für mich der zerschneidende Effekt für mich jetzt noch gewichtiger wäre als der betonierende.
Ich will bestimmt nicht den zusammenhang von Landwirtschaft und Artenvielfalt leugnen........ was mich an dem NANU Bericht stört ist die einfaktorielle Zuweisung.


Siehe oben! Die Ansprüche der Wiesen-, Feldsaum- und Ackerarten müssen wir mit der landwirtschaftlichen Nutzung vereinbaren.


Dann ist erstmal die Frage "was ist intensiv".


Die Abkürzung von nutzungsintensiv, welches meint, möglichst viel nutzbare Biomasse pro Quasselmeter zu produzieren.

Ich glaube,da besteht im heutigen Diskurs eine sehr unterschiedliche Auffassung drüber.
Landwirtschaftlich bezeiht sich das Wort ziemlich eindeutig auf den Faktoreneinsatz. Der genannte Mais z.B. ist eindeutig extensiv. Drillen, 1x Unkrautspritzen, fertig, das wars.


Siehe def.: "intensiv". Ackerwildkräuter, Rebhühner etc. kommen so nicht durch.

Was spricht dagegn auf Natur, Evolution zu vertrauen. Wo eine Art weicht, macht sie Platz für eine neue.


Beides trennen halt 3 Zehnerpotenzen Zeitdimension. Deshalb ginge Dein Vertrauen geradewegs ins nächste Massensterben, welches wir um unseretwillen bremsen sollten. Ansonsten berücksichtigt Dein Ansatz nicht, dass Artenschutz in erster Priorität immer Biotopschutz ist. Es geht also z.B. um Strukturvielfalt. Bleibt ein Sumpf trocken, kommt auch durch Evolution in 1 Mio. Jahren keine Sumpfart wieder her...

Wenn eine Landschaft jahrzehntelang(2 Jahrhunderte) ackerbaulich genutzt ist, weist sie darauf spezialisierte Fauna auf. Eine 3-5 jährige Brache ist dafür dann erstmal ein Fremdkörper. Um nur ein simples Beispiel zu nehmen(ich weiss es gibt ökologisch "wertvollere" Arten) : Hasen, Rehe, Wildschweine brauchen lichte Pflanzenbestände , in denen sie sich bewegen können. Brachen bilden tendenziell dichte und verfilzte Pflanzenbestände aus, die dann von solchen Arten überhaupt nicht als Rückzugs- oder Ruheraum angenommen werden. Die Kürze der zeit und die Kleinräumigkeit verhindern so, das sich die zu diesem "neuen" biotop passenden Organismen darauf ansiedeln.
Die Veränderungen im Edaphon wären dann noch viel tiefgreifender und weitreichender , aber das fürht hier zu weit.
Da die Brachen aber eh aus agrarpolitischen Erwägungen geschaffen waren, ist es eh falsch sie unter Naturschutzaspekten zu bewerten.


Das ist etwas komplizierter. Hauptproblem ist die Nährstoffanreicherung. Wenn Du recherchieren willst, schau Dir mal an, was Feldökologen unter einem "Saum" verstehen, dann wird vieles wohl klarer.
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Corella » Sa 15. Aug 2015, 19:30

Shoogar » Mi 22. Jul 2015, 00:30 hat geschrieben:
Neinein!

Projezieren wir das einfach mal in die tatsächliche Ebene unserer Umgebung.

Was wäre das für ein Erlebnis für unsere Mountainbiker, Nordic-Walker, oder Jogger, ihre Freizeitaktivitäten ganz real inmitten einer "zurückgekehrten Wildnis" auszuüben.
Also mit dem konkreten Risiko der Begegnung mit Wildtieren, die dem Menschen potentiell gefährlich werden könnten.
(Der ambitionierte Radler mache sich wenig Hoffnung, mittels seines Sportgerätes zB. einen Bären hinter sich lassen zu können.)

Machen wir uns nix vor.
Der Wunsch nach der Rückkehr von großen Raubtieren wie Wolf oder Bär in unsere Landschaften entspringt einer Naturromantik, die in unserem eigenen Verhalten in unserer Umwelt keine Entsprechung findet.


Und wo ziehst Du die Grenze "gute Arten/schlechte Arten"? Beim Leberegel stimme ich Dir persönlich zu. Aber wenn wir bei uns schon über die genannten Arten lamentieren, wie wollen wir dann von Pakistan den Erhalt von Tigern und Nashörnern, von Tansania den einer ursprünglichen Räuber-Beute-Dynamik die sonst nicht mehr studiert werden kann und von Australien den Erhalt des Barrier reef etc. pp. erhoffen? Wölfe sind natürlicher Bestandteil unserer Wälder, das kriegen wir schon hin. Slowenien und Lettland stellen sich mit Bären auch nicht so an, oder Australier mit Salties uvm.
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon DieBananeGrillt » Mi 19. Aug 2015, 19:27

keineAhnung » Sa 8. Aug 2015, 19:53 hat geschrieben:Ich wohnen ja etwas ländlich und hab hier schon öfter Füchse gesehen.



Es sollen sogar schon Tiger in Bayern gesichtet worden sein...., in Form von Mücken....
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Quatschki » Mo 7. Sep 2015, 19:40

Im Lügensender ARD läuft gerade wolfsfeindliche Hetzpropaganda.
Besonders in den westlichen Bundesländern scheint die Willkommenskultur für den Graupelz nicht sehr ausgeprägt zu sein
Anwohner sagen einfach: "Wir wollen die hier nicht! Die gehören hier nicht her" und sind sogar entschlossen, zur Selbsthilfe zu greifen, falls der Staat nichts gegen die Zuwanderung unternimmt.
Dass die Wölfe durch das Naturschutzrecht vollumfänglichen Schutz geniesen und zwar unabhängig von ihrer Anzahl, scheint denen vollkommen gleichgültig zu sein...
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Provokateur » Mo 7. Sep 2015, 20:37

Wenn ich zwischen dem Leben des Wolfes und meinem Leben entscheiden muss, wähle ich meins.

Wölfe sind Räuber und sehr opportunistisch. Wenn sie kein Wild fangen, fangen sie Nutztiere. Und wenn sie keine Nutztiere mehr fangen, fangen sie Haustiere. Und wnen sie keine Haustiere mehr fangen, fangen sie die Oma mit dem Stock oder das Kind. Einfache Beute eben, zumal im Winter.

Man muss ihnen beibringen, dass Menschen Schmerz bedeuten. Anders geht es nicht.
Alles was hier verfasst wird, stellt meine persönliche Meinung dar. Ich bin kein Sprecher von irgendwem, speziell nicht meines Arbeitgebers.

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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon HugoBettauer » Mo 7. Sep 2015, 20:58

Provokateur » Mo 7. Sep 2015, 20:37 hat geschrieben:Wölfe sind Räuber und sehr opportunistisch. Wenn sie kein Wild fangen, fangen sie Nutztiere.

Immerhin lassen sie keine Aludosen und Glasflaschen im Wald.
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Provokateur » Mo 7. Sep 2015, 21:01

Nun ja, Knochen, aber da freuen sich die Bartgeier.
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon HugoBettauer » Mo 7. Sep 2015, 22:51

Provokateur » Mo 7. Sep 2015, 21:01 hat geschrieben:Nun ja, Knochen, aber da freuen sich die Bartgeier.

Knochen tun wir auch in den Boden, die zerkleinern sich binnen erträglicher Zeit.
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Welfenprinz » So 13. Sep 2015, 16:01

Quatschki » Mo 7. Sep 2015, 19:40 hat geschrieben:vollumfänglichen Schutz geniesen .


Es gibt Städte in Deutschland, die haben die Wolfsangel im Wappen.
Warum wohl? Wer Schutz vor wem? ;)

die unterschiedliche Willkommenskultur ergibt sich aus der Agrarstruktur. In der Ostzone gibt- jetzt: gab- es die Hobbyweidekleintierhalter und die nachfolgebetriebe der Kolcheosen., Grossbetriebe.
Erstere gehen entschädigungslos aus, können aus Kosten und Aufwandsgründen keine Wolfsabwehr realisieeren.
zweitere sind (agrar)politisch in den neuen Bundesländern erwünscht und kriegen den Zucker bis zum Hals in den Arsch geblasen. Sprich für die Kolchose mit einer 3000 kopfherde auf arondierten Land gibts zuschüsse für herdenschutzhunde und zaunbau bis zum haltsagen. Entschädigungsleistungen in der Ostzone liegen bei ca 130 % Tierwrt.
Dadurch das also die Kleinbetriebe aufgeben (die zahl der Schaf- und ziegenhalter in Brandenburg und Sachsen und jetzt auch Sachsenanhalt geht seit Jahren kontinuierlich zurück) und die JKolchosen überkompensiert werden ist es natürlich eine sehr schöne Verarsche wenn die Wolfskuschler in ihrer Propaganda feststellen , dass "ein nebeneinander von Wolf und nutztierhaltung erwiesenermasen möglich sit".


im Westen sieht das ein bisschen anders aus. klein und mittelbäuerliche Betriebsstruktur in jahrhundertealten Haltens und Wirtschaftsweisen. marschweiden sind nie abgezäunt worden, weil die Siele eine natürliche Grenze fürs Vieh bilden, Almweiden auch nciht. heidschnucken grasen auf weiten Weideflächen, eben weil Deutschland seit über 200 jahren raubtierfrei ist. ......... das sind alles traditionelle , bewährte , generationen alte Bewirtschaftungsformen, die natürlich erhalten werden müssen. und selbstverständlich hat kein Grosstädtischer Grüner im 3. Stock ein Recht darauf seine Spinnereien auf kosten der BEtroffenen auf dem land auszuleben und umzusetzen.
und Selbsthilfe und Staat? wie gesagt, wir haben hier noch dörfliche Strukturen. Keine KapitalGmbH Kolchose mit einem Geschäftsführer und pendelnden Arbeitern. hier reden Bauern, Jagdpächter und Stadträte noch miteinander. ;)
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
Lt. griinpissstudien stirbt eine Ratte, wenn ihr ein 200l-Fass Glyphosat auf den Kopf fällt.
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Shoogar » So 13. Sep 2015, 18:28

Corella » Sa 15. Aug 2015, 20:30 hat geschrieben:
Und wo ziehst Du die Grenze "gute Arten/schlechte Arten"? Beim Leberegel stimme ich Dir persönlich zu. Aber wenn wir bei uns schon über die genannten Arten lamentieren, wie wollen wir dann von Pakistan den Erhalt von Tigern und Nashörnern, von Tansania den einer ursprünglichen Räuber-Beute-Dynamik die sonst nicht mehr studiert werden kann und von Australien den Erhalt des Barrier reef etc. pp. erhoffen? Wölfe sind natürlicher Bestandteil unserer Wälder, das kriegen wir schon hin. Slowenien und Lettland stellen sich mit Bären auch nicht so an, oder Australier mit Salties uvm.


Wer sprach von "guten oder schlechten Arten"?
:?:

Mein Post thematisierte eigentlich die grenzen- und bedingungslose Nutzung der Natur als "Freizeitanlage".
Ich stelle infrage, daß unsere Überall-Spaßsportler überhaupt damit umgehen könnten, ihre Aktivitäten in der Umgebung von potentiell gefährlichen Tieren auszuüben.
Das Leben auf der Erde mag teuer sein, aber eine jährliche Rundreise um die Sonne ist gratis mit dabei.
http://www.politik-forum.eu/viewtopic.php?f=27&t=353
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Corella » Mo 14. Sep 2015, 16:34

Shoogar » So 13. Sep 2015, 18:28 hat geschrieben:
Wer sprach von "guten oder schlechten Arten"?
:?:

Mein Post thematisierte eigentlich die grenzen- und bedingungslose Nutzung der Natur als "Freizeitanlage".
Ich stelle infrage, daß unsere Überall-Spaßsportler überhaupt damit umgehen könnten, ihre Aktivitäten in der Umgebung von potentiell gefährlichen Tieren auszuüben.


Hm...
Es gibt unerhört viele Beispiele für grundsätzlich gutes Zusammengehen von Naturschutz und Nutzung, auch Freizeitnutzung. Wobei ich Dir zustimme, dass wenige Wildnisgebiete schnell tot geliebt werden. Darin liegt aber häufig eine Verschränkung. Zum Beispiel sind manche Viecher ja nur deshalb störempfindlich, weil sie von traditionellen Jagdmethoden erst scheu gemacht werden. Andere Aspekte verlangen nach Regeln. Nehmen wir aus der Gruppe "gefährliche" gesondert, dann ist es tatsächlich wichtig, dass die Tiere scheu bleiben. Zustimmung einer Jagd in solchen Fällen. Dann gehen diese in die Siedlungsräume - ja, grundsätzlich nicht ohne Restrisiken. Aber: die Berliner kommen doch gut klar mit ihren Wildschweinen in der Stadt - jedenfalls was Unfälle anbelangt.
Totschlagargument von Dir: jeder Unfall ist einer zu viel. Erwiderung: da gibt es einige Überlagerungen. Schönes Beispiel: fehlen Wiederkäuer und Reptilien, steigt der Durchseuchungsgrad von Borreliose beim Holzbock dramatisch (aus dem Beispiel kann man außerdem lernen, dass die kleinen Viecher die wirklich gefährlichen sind). Vergiss solch Einzelfälle. Und schließlich: alles völlig unverhältnismäßig. Verletzungsgefahren und Autos sind vielfach relevanter im Freizeitsport.

Ansonsten unbenommen, das romantische Verhältnis kritisierst Du in manchen Aspekten zurecht. Aber Du solltest Artenschutz deshalb nicht abqualifizieren, jedenfalls nicht per se, allenfalls handwerklich.
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Corella » Mo 14. Sep 2015, 16:43

Welfenprinz » So 13. Sep 2015, 16:01 hat geschrieben:
Es gibt Städte in Deutschland, die haben die Wolfsangel im Wappen.
Warum wohl? Wer Schutz vor wem? ;)


Sind Wappen eigentlich unantastbar, weil alt und ehrwürdig? Identitätsstiftend, wa? Sonst könnte man ja mal modernisieren. Hach, was könnte man mal alles ins Wappen malen: Hochwasserdamm? Rückschlagventil? Die kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Stechmückenplage (beachte: der Plage, nicht per se der Stechmücken. Ey, is dat modern, wa)? Ne schicke Zeckenkarte? Wer hat noch mehr Ideen?
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Shoogar » Mo 14. Sep 2015, 23:26

Corella » Mo 14. Sep 2015, 17:34 hat geschrieben:
Hm...
Es gibt unerhört viele Beispiele für grundsätzlich gutes Zusammengehen von Naturschutz und Nutzung, auch Freizeitnutzung. Wobei ich Dir zustimme, dass wenige Wildnisgebiete schnell tot geliebt werden. Darin liegt aber häufig eine Verschränkung. Zum Beispiel sind manche Viecher ja nur deshalb störempfindlich, weil sie von traditionellen Jagdmethoden erst scheu gemacht werden. Andere Aspekte verlangen nach Regeln. Nehmen wir aus der Gruppe "gefährliche" gesondert, dann ist es tatsächlich wichtig, dass die Tiere scheu bleiben. Zustimmung einer Jagd in solchen Fällen. Dann gehen diese in die Siedlungsräume - ja, grundsätzlich nicht ohne Restrisiken. Aber: die Berliner kommen doch gut klar mit ihren Wildschweinen in der Stadt - jedenfalls was Unfälle anbelangt.
Totschlagargument von Dir: jeder Unfall ist einer zu viel. Erwiderung: da gibt es einige Überlagerungen. Schönes Beispiel: fehlen Wiederkäuer und Reptilien, steigt der Durchseuchungsgrad von Borreliose beim Holzbock dramatisch (aus dem Beispiel kann man außerdem lernen, dass die kleinen Viecher die wirklich gefährlichen sind). Vergiss solch Einzelfälle. Und schließlich: alles völlig unverhältnismäßig. Verletzungsgefahren und Autos sind vielfach relevanter im Freizeitsport.

Ansonsten unbenommen, das romantische Verhältnis kritisierst Du in manchen Aspekten zurecht. Aber Du solltest Artenschutz deshalb nicht abqualifizieren, jedenfalls nicht per se, allenfalls handwerklich.


Ich schrieb ich schon weiter oben, daß der Wunsch nach der Rückkehr von Wölfen und Bär einem Naturgedanken entspringt, der hierzulande keinerlei Entsprechung findet.

Damit meine ich nicht Straßen, oder land- oder forstwirschaftliche Nutzung, auch nicht die Jagd, sondern wirklich ganz essentiell die Tatsache, daß die Menschen hierzulande überhaupt nicht mehr an die Begegnung mit gefährlichen Tieren gewöhnt sind.
Die Nutzung der Natur als Freizeitgelände hat sich wirklich enorm erweitert.

Es gibt doch kaum einen Winkel mehr, der nicht von irgendwelchen Aktivitäten betroffen wäre.

Wo nicht bereits jetzt schon Naturschutz mit Freizeit kollidiert.
Sogar ohne dem Menschen potentiell gefährliche Tiere.

Und ich kenne kein einziges Beispiel, wo Naturschutz mit Freizeitnutzung einhergeht.
Man google hierzu bloß nach "Mountainbiker+Forstwirtschaft".
Weitere Beispiele lassen sich zuhauf finden.

Versteh mich nicht falsch.
Ich wehre mich nicht gegen die Einwanderung solcher Tiere.
Bloß muss man diesen auch ihren Lebensraum zugestehen.
Das heißt nun nicht hunderte von Quadratkilometern gesperrtes Gebiet.
Aber doch größere nicht öffentlich zugängliche Rückzugszonen.
Das wird aber kaum durchzusetzen sein.
Und Aufklärung über solche Tiere.
Die wird wiederum den Gleichen am Allerwertesten vorbeigehen, denen schon jetzt die Natur "allgemein nutzbares Gut" ist.
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Corella » Di 15. Sep 2015, 15:06

Shoogar » Mo 14. Sep 2015, 23:26 hat geschrieben:
Ich schrieb ich schon weiter oben, daß der Wunsch nach der Rückkehr von Wölfen und Bär einem Naturgedanken entspringt, der hierzulande keinerlei Entsprechung findet.

Damit meine ich nicht Straßen, oder land- oder forstwirschaftliche Nutzung, auch nicht die Jagd, sondern wirklich ganz essentiell die Tatsache, daß die Menschen hierzulande überhaupt nicht mehr an die Begegnung mit gefährlichen Tieren gewöhnt sind.
Die Nutzung der Natur als Freizeitgelände hat sich wirklich enorm erweitert.

Es gibt doch kaum einen Winkel mehr, der nicht von irgendwelchen Aktivitäten betroffen wäre.

Wo nicht bereits jetzt schon Naturschutz mit Freizeit kollidiert.
Sogar ohne dem Menschen potentiell gefährliche Tiere.

Und ich kenne kein einziges Beispiel, wo Naturschutz mit Freizeitnutzung einhergeht.
Man google hierzu bloß nach "Mountainbiker+Forstwirtschaft".
Weitere Beispiele lassen sich zuhauf finden.

Versteh mich nicht falsch.
Ich wehre mich nicht gegen die Einwanderung solcher Tiere.
Bloß muss man diesen auch ihren Lebensraum zugestehen.
Das heißt nun nicht hunderte von Quadratkilometern gesperrtes Gebiet.
Aber doch größere nicht öffentlich zugängliche Rückzugszonen.
Das wird aber kaum durchzusetzen sein.
Und Aufklärung über solche Tiere.
Die wird wiederum den Gleichen am Allerwertesten vorbeigehen, denen schon jetzt die Natur "allgemein nutzbares Gut" ist.


Danke der Erklärung und Pardon, da verstand ich Dich wohl zunächst falsch.

Wildnislandschaften, wo ein Naturliebhaber mal seine Ruhe haben kann, werden immer seltener. Da fühle ich mit Dir :(

Speziell dem Wolf macht das bei uns möglicherweise nicht viel aus. Ein Forstacker voller Rehe ist bester Lebensraum und ansonsten noch lange keine Wildnis.
Die anhaltende Landflucht erschließt reichlich potenziellen Lebensraum für Wölfe und mehr. Du hast aber mit der Forderung nach echten Wildnisgebieten trotzdem Recht, es betrifft nur andere Arten. Zum Beispiel den Weißrückenspecht, der Seekanne, Schwarz-Pappel oder Ufer-Schwalbe.

Was ist der "Waldfrevel" der Mountainbiker im Vergleich zur rückschreitenden Erosion über hangparallelen Forstwegen der Waldwirte?

Freizeitnutzung und Naturschutz: Parke und gewachsene Siedlungsränder können sich mit dem Potenzial bester Naturschutzgebiete messen, wenn gut gestaltet. Gewachsene Siedlungsränder sind allerdings sehr selten. Bieber und Laubfrösche stören sich wenig am Vatertag in den Magdeburger Elbauen. Eine extensiv genutzte Sandrennbahn oder ein Reitplatz kann Seltenheiten beherbergen (Ajuga chamaepitys, Mibora minima z.B. :) ). Ich will es Dir nicht klein reden. Nur der Hinweis, dass so manch Kultursteppe und Forstacker viel artenärmer ist, als was Freizeitler so tot lieben.

Gruß

Corella
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Provokateur » Mi 30. Sep 2015, 09:56

Wölfe greifen sich Muffelwild.

Hm. Sind auch Schafe, nicht wahr.
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Corella » Do 1. Okt 2015, 14:23

Provokateur » Mi 30. Sep 2015, 09:56 hat geschrieben:Wölfe greifen sich Muffelwild.

Hm. Sind auch Schafe, nicht wahr.


Soweit es denn wild wäre, lebte es natürlicherweise im Gebirge und könnte dort auch Prädatorendruck standhalten. In Mittelgebirgswäldern halbzahm durchgefüttert nennt sich Nutztierhaltung. Die Etikette "Hege" klebt nur ein Interessenverband daran und versucht dann, Naturschutzthemen für sich zu instrumentalisieren. Falls noch nicht erwähnt: Springerpesse-Quotenheini-Gemache ist da eher desinformativ!
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Nomen Nescio » Di 21. Nov 2017, 14:22

Adlerauge hat geschrieben:(11 Apr 2015, 02:22)

http://www.welt.de/lesestueck/2015/wildnis/

Mich freut das ungemein.

Es gibt Schutzgebiete-glücklicherweise.
Die Bauern beschweren sich zwar, dass die Bären ihre Bienenstöcke leer räumen und ab und zu wird ein Schaf gerissen, wofür es vom Staat aber Entschädigungen gibt.

nicht nur in europa. schau mal in der USA.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«

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