Zustände in Afrika mit primitiveren Mitteln retten

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Kael
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Re: Zustände in Afrika mit primitiveren Mitteln retten

Beitragvon Kael » Do 16. Nov 2017, 04:10

Es würde diesen Menschen dort aber auch nicht helfen zu wissen wie das Tablet zusammengesetzt ist.
Es würde ihnen nicht mal helfen wenn man sie zu nem Mechatroniker ausbildet - Weil es dort keinen Mehrwert hat.

Das was die Menschen dort brauchen ist eine 'funktionierende Basis' um daraus größer aufzubauen.
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Liegestuhl
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Re: Zustände in Afrika mit primitiveren Mitteln retten

Beitragvon Liegestuhl » Do 16. Nov 2017, 07:56

Provokateur hat geschrieben:(15 Nov 2017, 10:45)

Einen ähnlichen Fall gab es in Afghanistan.
Die Wasserstelle eines Dorfes war einige Kilometer vom Dorf entfernt. Die Frauen mussten täglich einige Stunden laufen, um Wasser zu besorgen.

Also kam die Bundeswehr und hat einen Brunnen gegraben. Wenig später war dieser zerstört und unbenutzbar. Also hat ihn die Bundeswehr wieder hergerichtet. Bald war er wieder kaputt.

Nun wurde der Brunnen repariert und eine operative Beobachtung angesetzt.

Es stellte sich heraus, dass die Frauen des Dorfes den Brunnen zerstörten. Denn die weit entfernte Wasserstelle gab ihnen Gelegenheit, ihren schlagenden und vergewaltigenden Ehemännern für ein paar Stunden am Tag zu entkommen.


Meine Frau weiß gar nicht, wie gut sie es bei mir hat.
Ein Hütchen mit Federn, die Armbrust über der Schulter, aber ein Jäger ist es nicht.
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Re: Zustände in Afrika mit primitiveren Mitteln retten

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 16. Nov 2017, 13:11

Ich glaube, die Chinesen haben keine Lust mehr auf Mugabe.
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Re: Zustände in Afrika mit primitiveren Mitteln retten

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 16. Nov 2017, 13:16

immernoch_ratlos hat geschrieben:(15 Nov 2017, 23:37)

Nun ich vermute keiner hier kennt ganz Afrika - wenige kennen einzelne Staaten dort - noch weniger dürften sich länger und aus beruflichen Gründen dort aufgehalten haben.

Meine "begrenzten Erfahrungen" im südlichen Afrika haben sicher einiges an unterschiedlicher Mentalität "erlebbar" gemacht. Was das handwerkliche Geschick angeht, mit denkbar primitivsten Mittel sehr beachtliches zu Wege zu bringen, davon können einige hier sicher noch etwas dazulernen. Unter fachmännischer Anleitung und der notwendigen Theorie, sehe ich keinerlei gravierenden Unterschied zu den Leuten die hier ihre Lebensumstände verbessern wollen.

Die dummen Vorstellungen vom "primitiven Neger" existieren offensichtlich bei den üblichen Berufsrassisten immer noch. Um die begrenzten Märkte nicht teilen zu müssen, ist ein möglichst marodes Afrika die eigentliche Wunschvorstellung. Europa - unsere Lebensweise - danach lebte sehr lange die ganze Welt. Dies ändert sich gerade. Von Europa kommt vergleichbar wenig an neuen Ideen. Stagnation und die Unfähigkeit Europa als Ganzes politisch und wirtschaftlich zu einigen, ist unser Bild in der Welt mit vollem Zugang zu Bildung.

Da machen ausgerechnet die in sich weitgehend uneinigen Europäer den Afrikaner Vorwürfe, wenn die meist noch in den früheren Kolonialgrenzen aufgeteilten Afrikaner sehr, sehr ähnliche Probleme haben :?:

Die ethnische Unterschiede in Afrika könnten größer nicht sein. Wenn allerdings in Europa Kastilier sich aus vergleichbaren Gründen mit den Katalanen, den Basken und und .... sich nicht vernünftig einigen können, "Belgier" aus zwei "Volksgruppen" am liebsten zwei Staaten begründen möchten, die Schotten - Iren - Walliser usw. nur noch eher distanziert dem "Vereinigten Königreich" gegenüberstehen. Die "Europäer" haben wenig Grund sich über Afrikaner zu echauffieren. Auch die USA - ein bunt zusammengewürfelter Haufen von Einwanderern.

Mir fällt eigentlich so gar niemand ein, der ein Recht hätte sich über andere zu erheben. :dead:

Was echte Hilfe angeht - da gibt es zahlreiche Möglichkeiten - seit es die Mikrokredite und mehrere Organisationen gibt, die diese vermitteln, kann jeder der da etwas ändern möchte sich beteiligen. Meist Frauen "beantragen" über örtlichen Organisationen Kredite. Also keine "Geschenke". Kleinstkredite die vorbei an den korrupten Banken, über Sammlungen kleinster Beträge eine andere Art von "Krautfunding" es sowohl einzelne Personen, aber auch Gruppen ermöglichen ihr Leben - ein Business - u.ä. zu begründen. Rückzahlungsquote (über Millionen solcher Kredite) liegt seit Jahren bei ~97% - Wer dort Kreditgeber ist, kann jeden einzelnen seiner Kredite in allen Einzelheiten verfolgen.

Hier die WWW Adresse der Organisation : kiva

Kleinster Kreditbetrag ist 25 US$ Ein Klick auf "LOANS" zeigt alle 977 die von dieser losen Gruppe bislang finanziert wurden. Nicht nur in Afrika - im Prinzip überall auf der Welt - Hier ein Beispiel : Venicia / Nicaragua Kreditsumme 650 US$ wurde in der Zeit die vereinbart wurde inzwischen komplett von 21 "Lenders" zusammen bereitgestellt. Von denen ich einer bin. Nicht schwierig zu verstehen "This loan is special because: It provides enough solar power to run multiple lights and appliances at once."

Ich hatte bereits ~35 US$ an Rückzahlungen (alle aus Afrika !) auf meinem Kiva-Account angesammelt und habe neu investiert + zusätzliche Anteile. Das sind keine Geschenke ! Die "Schuldner" zahlen Zinsen und sind gewiss sehr am Erhalt solche vergleichsweise großen Investitionen interessiert. Mir würde ein Totalausfall keine "schlaflosen Nächte bereiten". Umgekehrt gehe ich davon aus, die Menschen welche sich um solche Kleinstkredite (nach unseren Wohlstandmaßstäben) bemühen - hier ist Rückzahlung + Zins in 26 Monaten - vereinbart, haben eher Sorge, wie sie das jeweils schaffen sollen. Soweit ich das weiß, wird dem "Borrower" keine Zins gezahlt - Zinsen finanzieren die lokalen "Fild Partner" die vor Ort organisieren und durch Kiva kontrolliert werden. Von dort fließen die Rückzahlungen an Kiva und können selbstverständlich vom eigentlichen Kreditgeber wieder zurückgenommen werden. Ich selbst "reinvestiere" diese bescheidenen Summen sofort wieder.

Nicht eben eine "Großtat", aber da es inzwischen allein für 2016 immerhin 143.065.750 US$ an solchen Krediten gab, ist das nun wirklich eine Hilfe direkt und ganz "unten". Wer sich die Mühe macht, auf der verlinkten WEB-Seite finden sich alle Informationen. Wer nicht nur Sprüche macht, kann sicher etwas von seinem "Taschengeld" dort sinnvoll "investieren"

Ich hab vor Jahren mal smava, kiva, und auxmoney gemacht. Die deutschen haben die afrikaprojekte refinanziert plus inflationsausgleich. In Afrika war aber viel Verlust, was mich nicht schmerzt, aber für die Kreditnehmer existenziell ist. Diese glorifizierten ich-ags mit gründerzuschuß können in eng begrenzten Fällen klappen. Der Rest ist Spendenlotto. Als "Generalansatz" ungeeignet.
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