Linker Populismus

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Just Me
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Re: Linker Populismus

Beitragvon Just Me » Di 10. Okt 2017, 20:13

pikant hat geschrieben:(10 Oct 2017, 13:51)
dies sollte man vor allem mal linken Usern sagen, die sich einer Diskussion in Thread 'Linkspartei' verweigern und auf einen Beitrag von Oskar Lafonataine zur Fleuchtlingspolitik seiner Partei dann mit Neueintritten kommen und sich inhaltlich ueberhaupt nicht mit der Kritik von Oskar befassen wollen.
Hier habe ich an zwei Stellen arge Bauchschmerzen.

1. "... linke User ..." ist ein politischer Grabenkampf-Begriff. Führst du politisch-ideologische Grabenkämpfe; oder möchtest du eine - idealerweise und in einer "lebenden Demokratie" notwendigerweise sogar ergebnisoffene - politische Diskussion führen?
2. Die - hier antizipiere ich: insbesondere von "rechten Usern" ausgehende - Argumentation mit "... selbst Oskar Lafontaine sagt ..." ist insofern schwierig, als derselbe Mann stets als "teuren Rotwein trinkender und Villen besitzender Salon-Linker" verschrien ist ... außer ... nun, außer, er hat gerade etwas gesagt, was scheinbar in die eigene Religion passt. Dann wird dieser - und NUR DIESER - Satz bis zum Erbrechen zitiert.

Um es klarzustellen: Lafontaine macht nichts anderes, als die Linke seit ihrem Bestehen macht: Er stellt eine Perspektive zur Debatte. Sie reklamiert keine "Alleingültigkeit", sie reklamiert nicht einmal "Richtigkeit". Sie weist lediglich auf einen Aspekt, der möglicherweise die Diskussion forttragen kann, hin. Um also den objektivierten Anschein, den man in ideologisch retardierten Kreisen - ganz egal, ob "links" oder "rechts" - gern erzeugen möchte, indem einzelne Sätze, noch dazu meist aus dem Kontext gerissen, zitiert und als Ultima Ratio rezitiert werden, zu erzeugen, bedient man sich nun Lafontaines; ignoriert aber dabei temporär die eigene, sonst kontinuierlich vorgetragene "Gutmenschen"-Kritik an ebendieser Person. Das erzeugt nicht nur bei "linken" Usern den üblen Beigeschmack argumentativer Flexibilität, solange die eigene Religion getragen wird.

Schlichter ausgedrückt: Glaubwürdige "Argumentation mit Oskar Lafontaine" kann nur gelingen, wenn auch andere Statements von ihm in den gleichen Kreisen und mit ebensolcher Inbrunst proklamiert werden. Bis dahin ist derartig selektive Proklamation nur die Bekanntgabe selektiver Wahrnehmung eines religiösen Tunnelblicks.

pikant hat geschrieben:(10 Oct 2017, 13:51)
Qualitaetsmerkmal ist uebrigens nicht der Streit an sich, sondern die Qualitaet eines Diskurses und da gibt es dann betraechtliche subjektive Ansichten.
Ich fragte es bereis an anderer Stelle ( viewtopic.php?f=32&t=64618&p=4030154#p4030154 ); trotzdem auch hier: Was kennzeichnet in deinen Augen "Qualität"? Und was unterscheidet die Qualität deiner Einlassungen von der Dritter, gar von der "linker User"?

pikant hat geschrieben:(10 Oct 2017, 19:12)
Dass die Linkspartei eine kleine Patei ist, hat bestimmt nichts mit der Bildung in unserer Gesellschaft zu tun. ... das ist bei Leibe kein Problem der Bildung, denn dann muesste die Linkspartei ja bei den bildungsnahen Schichten hocherfolgreich sein.
Hier vermengst du wahllos Äpfel und Birnern, pikant.

Zunächst einmal ist es nicht nur logisch, sondern auch in zahlreichen Studien belegt: Je niedriger der Intellekt, desto rechter die Gesinnung. Das ergibt sich aus einem einfachen Hintergrund: Um zu bewahren (= conservare; konservativ) braucht es kaum Verstand. Um jedoch in "ungedachtes" Terrain vorzustoßen, um sich "Neues vorstellen" zu können, benötigt es ebendiesen zwingend.

Dabei unterliegst du dem irrationalen Trugschluss, dass jeder, der intelligent genug ist, seine Intelligenz auch zum Zwecke der Erkundung neuen sozial(istisch)en Terrains nutzen müsse. Doch selbst du solltest bereits wissen, dass nicht jeder "Forscher" sein will, geschweige denn, womöglich noch auf eigene Kosten, am Gemeinwohl interessiert ist, selbst wenn er intelligent genug ist, das Thema intellektuell erfassen zu können. Was also bringt dich auf das schmale Brett deines Postulats?

Vielleicht erklärt es dir ein einfaches Gleichnis besser? "Alle Fußballer sind Menschen." --- Daraus ergibt sich deiner Ansicht nach der zwingende Schluss, dass, wenn das stimmen sollte, folglich alle Menschen Fußballer sein müssten; und da dieses offensichtlich nicht der Fall ist; die erste Aussage fehlerhaft sein müsse.
pikant hat geschrieben:(10 Oct 2017, 14:02)
ich wuerde mich als Linker mal fragen, warum die Gruppe um die sich die Partei besonders kuemmert, von links nach rechtsaussen im Osten zwitscht ...
Das würde ich mich nicht nur "als Linker" mal fragen; sondern auch "als Rechter". Ganz besonders - jedoch nicht nur - unter dem Eindruck der Tatsache, dass 60 Prozent der AfD-Wähler bekunden, diese Partei nicht gewählt zu haben, weil sie "schön weit rechts" ist; sondern um ihren "Protest gegenüber den Etablierten" auszudrücken.
pikant hat geschrieben:(10 Oct 2017, 14:02)
Warum geht man heute eher nach rechts als nach links wenn es um den Protest geht?
Das ist einfach zu beantworten und erschließt sich auch dir, wenn du von ideologischen Bremsen Abstand nimmst. "Rechts" gibt es die eingängigeren, einfacheren Postulate und zumeist auch sehr einfachen "Lösungen"; links dagegen (fast nur) die Aufforderung selbst zu denken; obendrein systematisch garniert mit der Aufforderung "abzugeben".

Beispielhaft sei es an "Flüchtlinge" festgemacht:

"Rechts" postuliert: "ES IST DOCH GANZ EINFACH: Macht einfach die Grenzen zu! Dann gibt es keine Flüchtlinge und kein Elend mehr. Und wenn doch, müssen wir es nicht sehen. Oh, und falls bei uns Kohle übrig ist, können wir sie ja verwenden, um den Leuten 'zu Hause' zu helfen. Ist ja nicht so, dass wir unmenschlich sein wollen, nicht wahr?!"

"Links" postuliert: "Leute, überlegt mal, was die Fluchtursachen sind und bekämpft erst mal die! Auch, wenn das bedeutet, dass wir zuerst unter dem eigenen Sofa kehren und (empfindliche) Nachteile in Kauf nehmen müssen. Und bis dahin - ja, auch darüber hinaus - gewähren wir jedem Menschen das fundamentalste aller Menschenrechte: das Recht auf Leben. Daher können wir nicht schon an der Grenze beurteilen, ob ein Flüchtling lügt oder nicht; also nehmen wir im Zweifel erst einmal jeden auf. Um aber das entstehende Problem leider oft langfristig nachlaufender positiver Bescheide aufzulösen, bedarf es vor allem einer von Anfang an sauber geführten Integrationsbemühung; die nicht nur von den Flüchtlingen ausgehen kann. Deshalb braucht es zwingend ZAHLREICHE ANSÄTZE AUF VERSCHIEDENEN EBENEN, die miteinander verzahnt werden müssen, um wirksam funktionieren zu können. Das wird obendrein eine ganze Menge Geld kosten, doch in einem der reichsten Länder dieses Planeten sollte es doch möglich sein, wenigstens fundamentale Menschenrechte bedingungslos zu etablieren; schließlich steht der Mensch über dem Geld und nicht umgekehrt; der Wert eines Lebens - auch das eines Lügners - ist also nicht in Geld aufzuwiegen."

Welches Postulat klingt unter der Voraussetzung der Nötigung zum Verständnis leichter/einfacher nachvollziehbar? Welches ist das "schlüssigere" Konzept; wo wird also weniger mentale Eigenleistung vorausgesetzt respektive erwartet? (BTW: Mit der Antwort darauf findest du auch einen ersten Antwort-Ansatz zu deiner "Links-Rechts-Protest-Frage" weiter oben.)
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Re: Linker Populismus

Beitragvon Realist2014 » Di 10. Okt 2017, 20:21

Just Me hat geschrieben:(10 Oct 2017, 21:13)



Zunächst einmal ist es nicht nur logisch, sondern auch in zahlreichen Studien belegt: Je niedriger der Intellekt, desto rechter die Gesinnung.



liefere doch einfach mal Quellen dafür...

also diese Studien

kleiner Hinweis:

USA geht nicht mit links/rechts...
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Re: Linker Populismus

Beitragvon ThorsHamar » Di 10. Okt 2017, 20:31

Just Me hat geschrieben:(10 Oct 2017, 21:13)

...Zunächst einmal ist es nicht nur logisch, sondern auch in zahlreichen Studien belegt: Je niedriger der Intellekt, desto rechter die Gesinnung.



:D Welcher linke Experte hat denn das herausgefunden: Walter Ulbricht?

Das ergibt sich aus einem einfachen Hintergrund: Um zu bewahren (= conservare; konservativ) braucht es kaum Verstand. Um jedoch in "ungedachtes" Terrain vorzustoßen, um sich "Neues vorstellen" zu können, benötigt es ebendiesen zwingend. ....


Ein recht artiges Sinnbild für den intellektuellen Linken in der Praxis, also im real existierendem IQ Paradies .... :cool: "niemand die Absicht, eine Mauer zu errichten"

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