Vorschläge gegen Unzufriedenheit in Deutschland

Moderator: Moderatoren Forum 2

sünnerklaas
Beiträge: 2059
Registriert: Do 10. Aug 2017, 14:41

Re: Warum sind die Menschen in Deutschland so unzufrieden?

Beitragvon sünnerklaas » Mo 1. Okt 2018, 19:27

hrkrspnd hat geschrieben:(01 Oct 2018, 20:09)
Menschen, die AfD wählen oder es in Erwägung ziehen, befinden sich überwiegend nicht in einer finanziell prekären Situation, aber sie fühlen sich vor möglichen Krisen in der Zukunft nicht ausreichend geschützt, zeigt die Analyse: 67 Prozent der AfD-Wähler geben an, dass sie sich Sorgen um ihre persönliche Zukunft machen; in der Gesamtbevölkerung liegt der Anteil bei 46 Prozent."


Das sind aber Menschen, die vor einer prekären Lebenssituation panische Angst haben. Sie tun sich bereits im Hier und Jetzt sehr schwer. Die Vergangenheit wird nostalgisch verklärt.
Hinzu kommt: viele Probleme lassen sich nicht so einfach lösen, weil viele Interessenslagen berührt werden und bei Nichtbeachtung dieser Interessenslagen sehr seitens der Betroffenen heftige Reaktionen drohen. Vor dem Hintergrund sind Konfliktlösungen extrem langwierig, weil viele auch gar keine Lust auf Ärger haben.
Gerne wird auch geäußert, man wünsche sich Leute die "einen Arsch in der Hose" hätten und einfach mal entschieden. Mein erster Chef hat dazu immer eins gesagt: wer einen Arsch in der Hose habe, bekäme den auch versohlt. Umgekehrt: wo kein Arsch wäre, könne ein solcher auch nicht versohlt werden. ;)
Jo33
Beiträge: 19
Registriert: Sa 5. Aug 2017, 09:50

Re: Warum sind die Menschen in Deutschland so unzufrieden?

Beitragvon Jo33 » Di 2. Okt 2018, 09:52

Letzter_Hippie hat geschrieben:(30 Sep 2018, 19:09)

Die CO2-Panik geht konsequent an den Tatsachen vorbei. CO2 ist eben kein gefährliches Nebenprodukt eines Automobils, sondern ist das natürliche Endprodukt, wenn immer man Holz (also Kohlenstoff) verbrennt - oder Kohle oder Öl oder Benzin, was im Grunde auch mal Holz war: C + O2 -> CO2.
Es ist also gar keine Frage, ob irgendwelche 100 oder 120 oder sonstwieviel CO2 erzeugt werden, sondern viel einfacher: mit jedem Liter Sprit, den man tankt, wird eine ganz bestimmte Menge CO2 erzeugt.
Man kann also das ganze Thema runterbrechen auf: weniger Öl/Benzin/whatever verbrennen.
Das freilich wäre nichts neues - über sparsamere Autos hat man schon bei der Ölkrise 197x diskutiert und sie für grundsätzlich machbar gehalten. Passiert ist nichts. Warum? Ich weiss es nicht.


Das 3l Auto ist daran gescheitert, dass die Bedingungen dafür nicht gestimmt haben, es wurde nicht steuerlich gefördert, der Staat hat keinen Anreiz dafü geschaffen, der Preis an der Zapfsäule war nicht ausreichend hoch, sprich die PreisLeistung war nicht gegeben.

Das mit dem CO2 hat nichts mit Panik zu tun, allerdings braucht es eine einheitliche Meßgröße, wie will ich den Verbrauch messen in Litern, Metern, Euros etc.. Durch das aufkommen mehrere Antriebsarten, und ein gesteigegertes Umweltbewusstsein, wollte man eine Einheit die für alle Fahrzeuge anwendbar ist, es vergleichbar machen. Wie vergleicht man ein Erdgasauto mit einem Benziner oder einem Wasserstoffauto: Da hat man sich dann damals eben auf das CO2 geeinigt als neue Einheit und eben nicht mehr Liter. Da es eben ein Unterschied in der Umweltbelastung darstellt ob ich 10 l Benzin, 10 l Erdgas, oder 10 l Wasserstoff als Treibstoff dienen.
Nun kommen wir zum Verkehrssektor was eben auch Fakt ist, in keinen anderen Energieverbrauchssektor hat es so negative Entwicklungen gegeben wie beim Auto. Der CO2 Verbrauch, ebenso der Benzin/Dieselverbrauch ist in den letzten Jahrzehnten nicht geschrumpft, sondern sogar leicht angestiegen. Ganz im Gegensatz zu Industriebetrieben, Heizungen, Elektrogroß und Kleingeräte, Unterhaltungsgeräten, Beleuchtung überall konnte man den Energieverbrauch senken, nur nicht beim Auto, zumindest nicht in Deutschland. Warum? Weil es so politisch, eben auch durch die Autokonzerne so gewollt war und ist. In anderen Länderen, insbesondere den skandinavischen, haben völlig andere Auto- Steuer und -Abgabesysteme, die eben wesentlich mehr zur Umweltfreundlichkeit hin steueren. Denn Deutschland war eigentlich auf einen guten Weg auch im Verkehrsektor kräftig einzusparen, nur dank Steuersystem und deren versagte Lenkung: Haben die Deutschen nicht weiter Kleinwagen gekauft, sondern immer mehr SUVs, ebenso werden Firmenwagen immer noch seitens des Bundes massiv gefördert, egal wie umweltfreundlich sie sind, was eben andere Länder abgeändert haben.
Die Schweden kaufen kein E-Auto weil sie es wollen, sondern weil das alternative Benzin oder Dieselmodel innerhalb 3 jähriger Nutzungsdauer, durch Abgaben und Steuern 5 - 10.000 € teurer ist.
Und wer profitiert am Ende von deutschen Steuersystem, hauptsächlich die deutsche Autoindustrie, da an einem SUV eben mehr verdient ist, als an einem Kleinwagen, welche deutsche Hersteller kaum produzieren, zumal dies ja auch dann mehr Umsatz generiert, was sich wiedeurm besser anhört, mit Betonung auf "besser anhört".
Manchmal müssen Regierungen den Firmen und Herstellern die richtigen Schranken und Weichen stellen, nur tut dies die Bundesregiurung in Deutschland leider schon lange nicht mehr, sondern ist nur noch Handlanger der Industrie, egal auf welche Irrwege sie sich begibt. Jetzt ist es völlig kurios, ausgerechnet das "sehr umweltbewusste" China (Ironie) ist der Staat welche die Hersteller in die Schranken weißt und die Richtung vorgibt, hätte man dies vor 10 Jahren für möglich gehalten, ich jedenfalls nicht. Und da sieht man leider dass im Prinzip alles falsch läuft in Deutschland was nur falsch laufen kann, wenn beim Dieselgipfel nun herauskommt dass für die Unfähigkeit der Regierung, erneut der Steuerzahler herhalten muss, ist der Regierung nicht mehr zu helfen, sie wird weiter min. 5 Prozentpunkte verlieren. So etwas versteht kein Mensch.
Letzter_Hippie
Beiträge: 371
Registriert: Mi 19. Sep 2018, 22:00

Re: Warum sind die Menschen in Deutschland so unzufrieden?

Beitragvon Letzter_Hippie » Di 2. Okt 2018, 11:25

Jo33 hat geschrieben:(02 Oct 2018, 10:52)
Wie vergleicht man ein Erdgasauto mit einem Benziner oder einem Wasserstoffauto: Da hat man sich dann damals eben auf das CO2 geeinigt als neue Einheit und eben nicht mehr Liter. Da es eben ein Unterschied in der Umweltbelastung darstellt ob ich 10 l Benzin, 10 l Erdgas, oder 10 l Wasserstoff als Treibstoff dienen.


Völlig klar. Man müsste den Brennwert heranziehen, aber dann müsste man über Verbrauchswert-Messung streiten statt über CO2-Messung. Der mir wichtige Punkt ist aber vielmehr, dass es zwei Strategien gibt: entweder Autos mit weniger CO2-Ausstoß bauen, oder weniger fahren. Und das zweite dürfte ungleich wirksamer sein.
Blessed be!
From the branches of Death's tree
The fruit is finally falling down
And the Harvester is free
-- Selim Lemouchi
hrkrspnd
Beiträge: 39
Registriert: Sa 29. Sep 2018, 10:10

Vorschläge gegen Unzufriedenheit in Deutschland

Beitragvon hrkrspnd » Mi 3. Okt 2018, 15:05

...
Zuletzt geändert von hrkrspnd am Do 4. Okt 2018, 19:56, insgesamt 1-mal geändert.
Schnitter
Beiträge: 4510
Registriert: Di 7. Feb 2012, 15:02

Re: Vorschläge gegen Unzufriedenheit in Deutschland

Beitragvon Schnitter » Mi 3. Okt 2018, 15:08

hrkrspnd hat geschrieben:(03 Oct 2018, 16:05)

Hallo zusammen,

vor einen paar Tagen habe ich hier ( viewtopic.php?f=5&t=66795 ) die Frage gestellt, warum so viele Leute in Deutschland unzufrieden sind. Zwar haben einige Nutzer_innen angezweifelt, dass die Leute überhaupt unzufrieden sind, die meisten konnten aber bei der These mitgehen.

Das sind die Antworten, die in dem Strang genannt wurden:

1. Abstiegsangst: Die Leute haben Angst vor dem gesellschaftlichen Abstieg
2. Berufsmoralisten: Es wirkt sich kontraproduktiv aus, wenn die Leute für ihre pessimistischen Ansichten beschimpft werden
3. Politische Teilhabe: Menschen können nicht so teilhaben, wie sie möchten
4. Oberflächliches Jammern: Bei Nachfrage relativieren einige Leute ihren Standpunkt.
5. Denkfaulheit /Gewohnheitsbildung: Leute vergleichen ihre Situation nicht global/historisch.
6. Neophobie: die Leute haben Angst vor Veränderungen / schnellen Entwicklungen / Wegbruch von Gewissheiten
7. Medien: aufgrund der Marktlogik zu Fokus auf Negativem verdammt.
8. Filterblasen: Menschen leben zunehmend in Informations-Parallelgesellschaften.
9. Lebenswelt und politische Welt klaffen zunehmend auseinander: Die Welt wird immer schneller, die Politik - gefühlt - immer langsamer. Das sorgt für Frust
10. Menschen spüren einen Machtverlust, weil ihre Entscheidungsspielräume durch EU-Politik, Industriekonzerne etc (vermeintlich?) beschränkt werden. Hierauf haben sie aber keinen Einfluss.

In diesem Strang soll es gar nicht mal darum gehen, ob jede/r jeden dieser Punkte nachvollziehen kann. Ich würde aber gerne die Frage stellen, was eurer Meinung nach gegen die Punkte, die ihr teilt, unternommen werden kann.


Du hast den Hauptgrund vergessen warum die Leute unzufrieden sind:

Weil sie in ihrem Leben nichts auf die Kette bekommen haben. Daran kannst du aber nichts ändern. Und auch die Politik kann das nicht ändern.
Benutzeravatar
Realist2014
Beiträge: 38880
Registriert: Mo 26. Mai 2014, 14:12
Benutzertitel: Sozialer Marktwirtschaftler
Wohnort: München , Stadt des FC Bayern

Re: Vorschläge gegen Unzufriedenheit in Deutschland

Beitragvon Realist2014 » Do 4. Okt 2018, 18:29

Schnitter hat geschrieben:(03 Oct 2018, 16:08)

Du hast den Hauptgrund vergessen warum die Leute unzufrieden sind:

Weil sie in ihrem Leben nichts auf die Kette bekommen haben. Daran kannst du aber nichts ändern. Und auch die Politik kann das nicht ändern.


aber sie haben sich zusammengeschlossen...
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
hrkrspnd
Beiträge: 39
Registriert: Sa 29. Sep 2018, 10:10

Re: Vorschläge gegen Unzufriedenheit in Deutschland

Beitragvon hrkrspnd » Do 4. Okt 2018, 20:05

Hallo zusammen,

der Strang "was sind die gründe für die Unzufriedenheit" wurde mit dem Strang "Vorschläge gegen die Unzufriedenheit" ohne Begründung zusammengelegt.
Bei dem einen geht es um Ursachenfindung, bei dem anderen um das Entwickeln von Lösungen. Für mich sind das zwei verschieden Sachen, die der Übersicht halber getrennt werden sollten.
So machen die beiden Themen für mich keinen Sinn. MEINETWEGEN könnte der Strang dann auch gerne komplett gelöscht werden. Allen anderen viel Spaß noch dabei.
Benutzeravatar
Großer Adler
Beiträge: 215
Registriert: Fr 24. Aug 2018, 10:29

Re: Warum sind die Menschen in Deutschland so unzufrieden?

Beitragvon Großer Adler » Do 4. Okt 2018, 23:50

hrkrspnd hat geschrieben:(01 Oct 2018, 20:09)

Hallo Laertes
es geht gar nicht unbedingt um Repräsentativität. Wenn mir in meinem alltäglichen Leben (sei es auf der Arbeit, oder im Internet) viele Menschen begegnen, die mit Deutschland warum auch immer unzufrieden sind, dann ist es doch eine interessante Frage warum das jetzt so ist. Egal ob das 1%, 5%, 10% oder 15% der Bevölkerung betrifft.
Zu 3. Das ist eine weit verbreitete Hypothese, die sich empirisch natürlich nur tlw belegen lässt. Hier eine Studie: https://www.boeckler.de/106575_110284.htm Daraus: "Unzufriedenheit mit der eigenen Lebenslage ist der wesentliche Treiber, die derzeit stärkste rechtspopulistische Partei – die AfD – zu wählen. Dabei kommt es weniger auf die objektive soziale Lage an, sondern vor allem auf die subjektive Wahrnehmung der eigenen Lebenslage. Menschen, die AfD wählen oder es in Erwägung ziehen, befinden sich überwiegend nicht in einer finanziell prekären Situation, aber sie fühlen sich vor möglichen Krisen in der Zukunft nicht ausreichend geschützt, zeigt die Analyse: 67 Prozent der AfD-Wähler geben an, dass sie sich Sorgen um ihre persönliche Zukunft machen; in der Gesamtbevölkerung liegt der Anteil bei 46 Prozent."


Die Unzufriedenheit war schon Existent, bevor es die AfD überhaupt gab. Die AfD für diese Misere verantwortlich zu machen, halte ich für falsch. Sie hat den Konflikt vieler Bürger erst tranransparent gemacht und mit ihr gibt es erstmals eine Partei, die die Probleme direkt anspricht, welche oftmals unter den Tisch gekehrt wurden.

Was das finanziell Prekäre angeht, hätte ich gerne eine Data dazu. Sonst währen es nur reine Behauptungen. Was definierst du als finanziell Prekär?
Benutzeravatar
zollagent
Beiträge: 55045
Registriert: Mo 8. Aug 2011, 11:21

Re: Warum sind die Menschen in Deutschland so unzufrieden?

Beitragvon zollagent » Fr 5. Okt 2018, 08:16

Großer Adler hat geschrieben:(05 Oct 2018, 00:50)

Die Unzufriedenheit war schon Existent, bevor es die AfD überhaupt gab. Die AfD für diese Misere verantwortlich zu machen, halte ich für falsch. Sie hat den Konflikt vieler Bürger erst tranransparent gemacht und mit ihr gibt es erstmals eine Partei, die die Probleme direkt anspricht, welche oftmals unter den Tisch gekehrt wurden.

Was das finanziell Prekäre angeht, hätte ich gerne eine Data dazu. Sonst währen es nur reine Behauptungen. Was definierst du als finanziell Prekär?

Die Bauchschmerzen einer rassistischen Vereinigung sind keine "Probleme, die man unter den Tisch kehren muß". Diese immer wiederkehrende Behauptung dient nur der These, daß gerade die AfD-Vertreter "unterdrückt" würden, also eigentlich Opfer seien. Das sind sie nicht. So lange man in dieser Ecke, nicht nur beschränkt auf diese Partei, so gleichgültig gegenüber Leben und Würde anderer Menschen ist, sind sie schlichtweg indiskutabel und ihre Bauchschmerzen sollen sie gefälligst aushalten. Vor allem, da man ja mit den Verursachern dieser "Krise" selbst herzliches Einvernehmen pflegt. Also die "Probleme", über die man sich so beschwert, selbst mithilft zu schaffen.
Benutzeravatar
Realist2014
Beiträge: 38880
Registriert: Mo 26. Mai 2014, 14:12
Benutzertitel: Sozialer Marktwirtschaftler
Wohnort: München , Stadt des FC Bayern

Re: Vorschläge gegen Unzufriedenheit in Deutschland

Beitragvon Realist2014 » So 7. Okt 2018, 18:19

hrkrspnd hat geschrieben:(04 Oct 2018, 21:05)


Bei dem einen geht es um Ursachenfindung, bei dem anderen um das Entwickeln von Lösungen. Für mich sind das zwei verschieden Sachen, die der Übersicht halber getrennt werden sollten.
So machen die beiden Themen für mich keinen Sinn. MEINETWEGEN könnte der Strang dann auch gerne komplett gelöscht werden. Allen anderen viel Spaß noch dabei.


das ist unlogisch und auch falsch.

Bei jeder Problemlösung geht es um Ursachenbeseitigung

sonst ist ja nur "rumdoktern" an Symptomen...
Uffhausen
Beiträge: 352
Registriert: Mi 14. Dez 2016, 22:33

Re: Warum sind die Menschen in Deutschland so unzufrieden?

Beitragvon Uffhausen » Mo 8. Okt 2018, 13:43

hrkrspnd hat geschrieben:(30 Sep 2018, 12:01)
Also: woran liegts? Und was kann man dagegen machen?

Es gibt in puncto Unzufriedenheit vielleicht Unterscheidungskriterien:

1.) Menschen, die unzufrieden sind, weil sie guten Grund haben, unzufrieden zusein (z. B. Arbeitslosigkeit)

2.) Menschen, die unzufrieden sind, weil sie meinen, unzufrieden sein zumüssen (z. B. materielle/finanzielle Lebensorientierung)

3.) Menschen, die unzufrieden sind, weil andere unzufrieden sind oder meinen, es sein zumüssen (z. B. gesellschaftliche Mitläufer oder sich unterordnende Angstbürger)

4.) Menschen die unzufrieden sind, weil sie nicht anders können und wollen (natürlicher Pessimismus oder bspw. durch Eltern anerzogen oder schlichte Dummheit)

-----------------------------

Was man dagegen machen kann/könnte:

Zu 1.) Im Idealfall erkennen diese Menschen ihre Unzufriedenheit selbst und sind auch in der Lage, sich dieser selbst zu entledigen. Ansonsten kann man ihnen eigentlich nur viel Glück und Kraft wünschen und ihnen, falls nötig/möglich, tätliche Unterstützung zukommen lassen.

Zu 2.) Da kann man eigentlich nicht viel machen - wenn bspw. jemand meint, unzufrieden sein zu müssen, weil sein Nachbar sich ein neues Auto leisten konnte, oder der Kollege mehr Geld verdient, dann soll jemand halt unzufrieden sein. Zufrieden(er) macht's ihn sicher nicht.

Zu 3.) Auch hier ist Abhilfe schwierig. Jemand, der sich anderen anpasst und u. a. somit auch deren Unzufriedenheit zu seinem Eigen macht, dem mangelt es höchstwahrscheinlich an Selbstbewusstsein und Eigenständigkeit. In vielen dieser Fälle wäre es nur zu schön, wenn Watschen helfen würden...

Zu 4.) Nun, da hilft wahrscheinlich gar nichts - eher sollte man aus Eigenschutz Abstand zu diesen Menschen halten, oder eine persönliche Umgangsform finden. "Schlichte Dummheit" bezieht sich nicht auf Bildung, sondern der Weigerung, sein Hirn zu benutzen und mal gründlich nachzudenken.

========================

Ich persönlich bin eigentlich nicht unzufrieden, eher verwundert bis verärgert über diese und jene Unzufriedenheit, die unsere Welt plagt. Vieles davon ist entsetzlich unnötig und vieles ist entsetzlich leicht lösbar. Die Frage, die sich mir diesbezüglich immer wieder stellt ist: Wollen wir überhaupt zufrieden sein?

Interessant dabei ist, dass sich gerade in den heutigen, durch die Flüchtlingskrise stark aufgeheizten, politischen Stimmung in Deutschland vermehrt "gute Gründe" für Unzufriedenheit auftun (siehe 1.), allerdings begegnet man ihnen lösungstechnisch mit "schlichter Dummheit" (siehe 4.).

Warum schließen sich viele Menschen bspw. fremdenfeindlichen Demos an, bekunden aber überschwenglich, keinesfalls fremdenfeindlich eingestellt zusein, sondern aus vollkommen anderen Gründen auf die Straße gegangen zusein - wundert es da irgendjemand, dass sich unsere Regierung vornehmlich um die zunehmende Fremdenfeindlichkeit und den anwachsenden Rassismus in unserem Land Sorgen macht und die "vollkommen anderen Gründe" aus den Augen verliert?
Persönliche Erfahrung: Eine Bekannte von mir nahm an einer AfD-Demo in unserer Stadt teil, die sich gegen weitere Flüchtlingsaufnahme richtete. Sie hielt dabei auch eine entsprechendes Schild mit einem flüchtlingsfeindlichen Spruch in die Höhe (und wurde so in unserer Zeitung abgebildet). Auf meine Nachfrage,wieso, weshalb & warum, erklärte sie mir, definitiv nichts gegen Flüchtlinge oder Ausländer zuhaben, sondern sich Sorgen um den Kindergarten ihrer Tochter zumachen, weil dieser aufgrund Baumängeln von der Schließung bedroht sei. Ich konnte nicht anders und musste fragen: Und was steht auf deinem Schild? Da steht nichts von deiner Angst um den Kindergarten, sondern was von Hass gegen Flüchtlinge. JEDER, der dich auf diesem Foto sieht, wird sagen: Die ist fremdenfeindlich eingestellt. NIEMAND, der dich auf diesem Foto sieht, wird wissen: Der geht's nur um den Kindergarten ihrer Tochter.

Ein weiteres Beispiel, aus eigener Erfahrung, bei welchem auch wieder "schlichte Dummheit" gegen "guten Grund" obsiegt: Ich bin in der Altenpflege tätig und war bis Anfang des Jahres mehrere Jahre Vorsitzender der Mitarbeitervertretung meiner Einrichtung. Und es ist ja bekannt, dass uns Angestellte in Pflegeberufen allerhand triftiges belastet. Zu geringe Bezahlung, zunehmende Personalnot, zunehmende Belastung durch Überstunden, erlahmende Bürokratie, oberflächliche Kontrolle usw. Jetzt sollte man meinen, die Angestellten in Pflegeberufen würden ihren MAV die Türen einrennen - denkste. In den rund fünf Jahren meiner MAV-Tätigkeit war ich quasi zum Nichtstun verdonnert - nein, nicht weil Einrichtungsleitung entsprechend Druck ausgeübt hat, sondern weil die Angestellten meinten, Angst haben zu müssen. Wenn mal jemand ankam, dann hieß es sofort: Aber nicht meinen Namen nennen! Ich will keinen Ärger bekommen! Ich will nicht zum Buhmann werden! usw. Gut, dann braucht man sich aber auch nicht wundern, dass nicht ändert; dass sich die Unzufriedenheit nicht in Zufriedenheit auflöst. Ich hab dann gefrustet mein Amt bis zu den Neuwahlen ausgeübt und mich samt meiner MAV-Kollgen nicht mehr für eine weitere Amtszeit zur Verfügung gestellt. Wozu auch - es will ja niemand, dass sich was ändert! Dabei wäre es so furchtbar einfach. Wenn sich bspw. alle Beschäftigten in der Pflege schlicht weigern würden, wie gewohnt in selbstverständlicherweise Überstunden abzuleisten, sondern stattdessen auf die Vorgaben ihres Arbeitsvertrages pochten, würde wahrscheinlich innerhalb kürzester Zeit das gesamte Pflegesystem Deutschland in sich zusammenbrechen, welches sich wiederrum aufgrund des Fachkräftemangels zunehmend auf Überstunden stützt. Dazu braucht es keine Gewerkschaften, keine Demos - sondern lediglich den Willen zur Verantwortung.
Die aktuellen politischen Vorhaben zur Lösung des Pflegenotstands sind leider reichlich sinn- und nutzlos. Es bringt nichts, für mehrere tausend Fachkraftstellen finanzielle Mittel bereitzustellen, wenn keiner da ist, der diese Tätigkeit überhaupt ausüben will. Warum erkennt das niemand - oder warum will das niemand erkennen?

Da gäbe es noch so einiges, was man ausklamüsern könnte - z. B. dieser "Lügenpresse"-Wahn. Es gibt so viele Menschen, die diesem Wahn verfallen und scheinbar nichts besseres mehr zu tun haben, als krampfhaft irgendwelche Ungereimtheiten in Presseartikeln und Fernsehsendungen zu suchen und nicht minder krampfhaft den Grund dafür in der Politik bis zu Frau Merkel höchstpersönlich zu suchen. Und dann sind das oftmals noch sehr intelligente Menschen, die über ungemeines Allgemeinwissen verfügen (aber vielleicht scheint es auch nur so und sie plappern nur was anch) - aber warum sie ihre Intelligenz nicht nutzen und sich von so einer völlig nutzlosen Unzufriedenheit zu befreien, indem sie sich bspw. sagen: Die können schreiben/behaupten, was sie wollen - ich denke/weiß, was ich will. Genau diese Leute würden sich ja schließlich ja auch von einem Hemdverkäufer niemals ein froschgrünes Hemd aufschwatzen lassen - und sei es, dass froschgrün gerade voll im Trend ist, oder froschgründe Hemden grade am billigsten. Sie würden sagen: Nein danke, froschgrün gefällt mir nicht; ich hätte gerne ein weißes Hemd. Wenn man es genau nimmt ist so ein Kleiderladen nicht minder voll mit Manipulation, oder der eine oder die andere Verkäuferin nicht minder erpicht darauf, deine freie Meinung zu unterbinden. Aber beim Klamottenkauf lässt man sich nicht lumpen, gell - bei Medienkonsum aber schon? Aha, macht Sinn.
Meine persönliche Meinung zu "Lügenpresse" ist, dass von dem Glauben daran die Existenz einer bestimmten Partei abhängt. Und wohl die meisten "Lügenpresse"-Gläubigen haben nicht politische Verantwortung oder Demokratiebewusstsein im Sinn, wenn sie die betreffende Partei unterstützen, sondern sehen darin lediglich die Möglichkeit, Merkel & Co eins reinwürgen zukönnen und gleichzeitig noch sowas wie "Gemeinschaftgefühl" empfinden zukönnen.

Armes Deutschland, dass dir da immer mehr Menschen guten Gründen mit schlichter Dummheit begegnen - und ich dachte wirklich, dem aktuellen Inbegriff von schlichter Dummheit aus gutem Grund - nämlich Merkels "Wir schaffen das!", würde ein gesamtgesellschaftlicher Lern- und Entwicklungsprozess folgen; das Gegenteil ist leider der Fall. Bloß nix ändern - sondern WEITER SO! Man könnte ja zufrieden werden, igitt! :rolleyes:
"Man sollte auf seinem Standpunkt stehen, aber man sollte nicht darauf sitzen." Erich Kästner
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 11806
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 15:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Warum sind die Menschen in Deutschland so unzufrieden?

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 8. Okt 2018, 14:09

hrkrspnd hat geschrieben:(30 Sep 2018, 12:01)
1. Abstiegsangst: Die Leute haben Angst vor dem gesellschaftlichen Abstieg
2. Berufsmoralisten: Es wirkt sich kontraproduktiv aus, wenn die Leute für ihre pessimistischen Ansichten beschimpft werden
3. Politische Teilhabe: Menschen können nicht so teilhaben, wie sie möchten
4. Oberflächliches Jammern: Bei Nachfrage relativieren einige Leute ihren Standpunkt.
5. Denkfaulheit /Gewohnheitsbildung: Leute vergleichen ihre Situation nicht global/historisch.
6. Neophobie: Angst vor Veränderungen / schnellen Entwicklungen / Wegbruch von Gewissheiten
7. Medien: aufgrund der Marktlogik zu Fokus auf negativem verdammt.
8. Filterblasen: Menschen leben zunehmend in Informations-Parallelgesellschaften. Hänge zum Pessimismus werden so verschärft.
9. Lebenswelt und politische Welt klaffen zunehmend auseinander: Die Welt wird immer schneller, die Politik - gefühlt - immer langsamer.
10. Menschen spüren einen Machtverlust, weil ihre Entscheidungsspielräume durch EU-Politik, Industriekonzerne etc (vermeintlich) beschränkt werden. Hierauf haben sie aber keinen Einfluss.

Ich glaube, das ist schon ziemlich gut zusammengefasst. Man könnte jetzt überlegen, welcher dieser Punkte für die Gegenwart und jüngere Vergangenheit spezifisch ist und in den 50-er bis 90-er Jahren nicht so dominant war. Ganz sicher Punkt 8 und 9 und im Zusammenhang mit 9 auch Punkt 6.
Benutzeravatar
zollagent
Beiträge: 55045
Registriert: Mo 8. Aug 2011, 11:21

Re: Vorschläge gegen Unzufriedenheit in Deutschland

Beitragvon zollagent » Mo 8. Okt 2018, 15:40

@Uffhausen: Super zusammengefaßt. :thumbup:
Wer an Absurditäten glaubt, wird Abscheulichkeiten begehen. (Voltaire)
Benutzeravatar
Großer Adler
Beiträge: 215
Registriert: Fr 24. Aug 2018, 10:29

Re: Vorschläge gegen Unzufriedenheit in Deutschland

Beitragvon Großer Adler » Fr 19. Okt 2018, 18:45

Unabängigkeit Ostdeutschlands von Westdeutschland, kriminelle Ausländer nach Westdeutschland abschieben. In Ostdeutschland Souveränität und endlich Demokratie einführen.
Benutzeravatar
Europa2050
Beiträge: 3723
Registriert: Di 4. Mär 2014, 08:38
Benutzertitel: Kein Platz für Nationalismus

Re: Vorschläge gegen Unzufriedenheit in Deutschland

Beitragvon Europa2050 » Fr 19. Okt 2018, 19:46

Großer Adler hat geschrieben:(19 Oct 2018, 19:45)

Unabängigkeit Ostdeutschlands von Westdeutschland, kriminelle Ausländer nach Westdeutschland abschieben. In Ostdeutschland Souveränität und endlich Demokratie einführen.


So wie vor 1989?

Ihr wisst auch nicht, was ihr wollt. (Also natürlich nur die, die sich solchen Forderungen anschließen).

Aber ich kann Dich beruhigen, an so manchen bayerischen Stammtischen wirst Du Unterstützung dafür finden, die „Zone“ abzutrennen.
Nationalismus lehrt Dich,
stolz auf Dinge zu sein, die Du nie getan hast und
Leute zu hassen, denen Du nie begegnet bist.
Benutzeravatar
Bielefeld09
Beiträge: 7241
Registriert: Mo 19. Jan 2015, 19:48

Re: Vorschläge gegen Unzufriedenheit in Deutschland

Beitragvon Bielefeld09 » Fr 19. Okt 2018, 20:06

Europa2050 hat geschrieben:(19 Oct 2018, 20:46)

So wie vor 1989?

Ihr wisst auch nicht, was ihr wollt. (Also natürlich nur die, die sich solchen Forderungen anschließen).

Aber ich kann Dich beruhigen, an so manchen bayerischen Stammtischen wirst Du Unterstützung dafür finden, die „Zone“ abzutrennen.

Zu verstehen ist diese Unzufriedenheit eher nicht.
Es gab für deutsche Bürger kein besseres Leben in der Vergangenheit!
Und in der Gegenwart geht es ihnen auch besser.
Worum geht es hier also? :?:
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
Benutzeravatar
zollagent
Beiträge: 55045
Registriert: Mo 8. Aug 2011, 11:21

Re: Vorschläge gegen Unzufriedenheit in Deutschland

Beitragvon zollagent » Sa 20. Okt 2018, 08:40

Großer Adler hat geschrieben:(19 Oct 2018, 19:45)

Unabängigkeit Ostdeutschlands von Westdeutschland, kriminelle Ausländer nach Westdeutschland abschieben. In Ostdeutschland Souveränität und endlich Demokratie einführen.

Was Rechtsdraußen unter "Souveränität und Demokratie" verstehen, hat Deutschland ja schon kennenlernen dürfen. :dead:
Wer an Absurditäten glaubt, wird Abscheulichkeiten begehen. (Voltaire)
Benutzeravatar
Großer Adler
Beiträge: 215
Registriert: Fr 24. Aug 2018, 10:29

Re: Vorschläge gegen Unzufriedenheit in Deutschland

Beitragvon Großer Adler » Sa 20. Okt 2018, 14:37

Europa2050 hat geschrieben:(19 Oct 2018, 20:46)

So wie vor 1989?

Ihr wisst auch nicht, was ihr wollt. (Also natürlich nur die, die sich solchen Forderungen anschließen).

Aber ich kann Dich beruhigen, an so manchen bayerischen Stammtischen wirst Du Unterstützung dafür finden, die „Zone“ abzutrennen.


Bis 89 hatten wir noch sichere Straßen, wenig Autoverkehr, günstige Mieten, zahlreiche Kitas und Schulen, keine Hochverschuldeten, ausreichend Wohnraum, eine sehr stark ausgeprägte Wertegemeinschaft, flächdeckend sichere Arbeitsplätze, kurze Arbeitswege, starkes Bewusstsein zur Nachhaltigkeit, keine Armut, keine Tafeln, keine vernachlässigten Ausländer etc. Ich bin keineswegs ein befürworter des Kommunismus, aber damals war vieles besser, vieles auch schlecht. Heute erlebe ich als Ossi, das was viele damals lebten, völlig untergegangen und aus dem Ruder gelaufen ist, obwohl sich viele nach diesen Sicherheiten sehnen. Man benötigt, keinen Kommunismus oder Nationalismus, um in Frieden und sicher miteinander zu leben. Es braucht aber auch keinen Kapitalismus, sondern endlich direkte Demokratie, die vom Volke ausgeht. Zu viele existentielle, vor allem wirtschaftliche Entscheidungen werden unseren sogenanten Repräsentanten überlassen. Dies sorgt in verschiedenen, ich würde sogar fast behaupten in allen Reihen für Unmut. Ein "weiter so" wird die gesellschaftliche und politische Situation weiter ins Chaos führen. Wir benötigen eine totale Reformation und vor allem eine Verfassung, die einzig vom Volk ausgeht und nicht von den ehem. Siegermächten uns diktiert wurde.
Zuletzt geändert von Großer Adler am Sa 20. Okt 2018, 15:14, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
Quatschki
Beiträge: 8349
Registriert: Mi 4. Jun 2008, 08:14
Wohnort: rechtselbisch

Re: Vorschläge gegen Unzufriedenheit in Deutschland

Beitragvon Quatschki » Sa 20. Okt 2018, 15:13

Bielefeld09 hat geschrieben:(19 Oct 2018, 21:06)

Zu verstehen ist diese Unzufriedenheit eher nicht.
Es gab für deutsche Bürger kein besseres Leben in der Vergangenheit!
Und in der Gegenwart geht es ihnen auch besser.
Worum geht es hier also? :?:

Vergangenheit und Gegenwart hast du abgehakt.
Wie wäre es dann mit der Zukunft?
Der meiste Streit der Menschen dreht sich um Dinge, die erst noch passieren sollen,
und zwar nicht um die Angst davor, sondern um unterschiedliche Vorstellungen darüber, was werden soll.
Benutzeravatar
zollagent
Beiträge: 55045
Registriert: Mo 8. Aug 2011, 11:21

Re: Vorschläge gegen Unzufriedenheit in Deutschland

Beitragvon zollagent » Sa 20. Okt 2018, 15:39

Quatschki hat geschrieben:(20 Oct 2018, 16:13)

Vergangenheit und Gegenwart hast du abgehakt.
Wie wäre es dann mit der Zukunft?
Der meiste Streit der Menschen dreht sich um Dinge, die erst noch passieren sollen,
und zwar nicht um die Angst davor, sondern um unterschiedliche Vorstellungen darüber, was werden soll.

Mir scheint eher, wir diskutieren hier Ängste und mangelndes Selbstvertrauen.
Wer an Absurditäten glaubt, wird Abscheulichkeiten begehen. (Voltaire)

Zurück zu „2. Innenpolitik - Verfassung“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste