HartzIV - Sammelstrang

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Teeernte
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Teeernte » So 7. Jan 2018, 12:32

zollagent hat geschrieben:(07 Jan 2018, 12:01)

Stell dir vor, selbst im Mittelalter haben einige überlebt. Und meine Mutter ist noch (angeblich sogar barfuß) 6 km zur Schule gelaufen. Ich war mal dort in ihrem Geburtsort. Ich würde da heute nur noch in festen Stiefeln laufen. Es gibt viele Legenden, die haben aber mit der gelebten Praxis in unserer Gesellschaft nichts mehr zu tun.


Möchtest Du hiermit ABSTREITEN - dass es viele Kinder - ohne Frühstücksbrot//ohne Frühstück in die Schule gehen ?

....und wir sind uns hoffentlich EINIG - dass der Preis dafür - nicht zu hoch ist....dass auch arme Familien "sich DAS leisten können" .....
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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zollagent
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon zollagent » So 7. Jan 2018, 12:34

Teeernte hat geschrieben:(07 Jan 2018, 12:32)

Möchtest Du hiermit ABSTREITEN - dass es viele Kinder - ohne Frühstücksbrot//ohne Frühstück in die Schule gehen ?

....und wir sind uns hoffentlich EINIG - dass der Preis dafür - nicht zu hoch ist....dass auch arme Familien "sich DAS leisten können" .....

Ich hatte deine Frühstücksbrotthese doch weder kommentiert, noch erwähnt. Wieso jaulst du auf, wie ein Hund, der unvermittelt einen Tritt bekommt?
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Re: Ein höherer H4 Satz...was würde das bringen?

Beitragvon Skull » So 7. Jan 2018, 12:48

Guten Tag,

BITTE, bitte geht vernünftig miteinander um.

Würde gerne den Besen wenig(er) benutzen.

Danke.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Boracay » Mo 8. Jan 2018, 03:55

zollagent hat geschrieben:(07 Jan 2018, 12:34)

Ich hatte deine Frühstücksbrotthese doch weder kommentiert, noch erwähnt. Wieso jaulst du auf, wie ein Hund, der unvermittelt einen Tritt bekommt?


Du hast es als „Legende“ bezeichnet dass die (heute [Mod: editiert] bestehende) Ubterschicht ihren Kindern eher Geld als ein Frühstücksbrot mit in die Schule gibt.

Das solltest du in deiner Arbeit mit Assis ja selbst kennen. Die niedrigsten Gestalten hauen die Kohle raus als gäbe es kein Morgen.

Was glaubst du wer in Deutschland eher ein Haushaltsbuch führt? Hartz 4 [Mod: editiert] oder Gutverdiener?
Zuletzt geändert von Skull am Mo 8. Jan 2018, 08:36, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Hetze entfernt
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Dampflok94 » Mo 8. Jan 2018, 08:16

Boracay hat geschrieben:(08 Jan 2018, 03:55)Was glaubst du wer in Deutschland eher ein Haushaltsbuch führt? Hartz 4 [Mod: editiert] oder Gutverdiener?

Wer viel Geld hat verliert leicht den Überblick, wohin die ganze Kohle denn fließt. Wenn man nach Abzug aller Festkosten noch 300 Euronen im Monat zur Verfügung hat, dann schafft man das noch gut ohne Haushaltsbuch. Da reichen dann vielleicht schon die Kassenbons vom wöchentlichen Großeinkauf.
Zuletzt geändert von Skull am Mo 8. Jan 2018, 08:37, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Folgezitat geändert
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon H2O » Mo 8. Jan 2018, 08:46

Dampflok94 hat geschrieben:(08 Jan 2018, 08:16)

Wer viel Geld hat verliert leicht den Überblick, wohin die ganze Kohle denn fließt. Wenn man nach Abzug aller Festkosten noch 300 Euronen im Monat zur Verfügung hat, dann schafft man das noch gut ohne Haushaltsbuch. Da reichen dann vielleicht schon die Kassenbons vom wöchentlichen Großeinkauf.


Muttern führt ganz eisern ein Haushaltsbuch, um unser Ausgabeverhalten unter Kontrolle zu halten. In einem Rentnerhaushalt ist das eine sinnvolle Maßnahme, um rechtzeitig gegen steuern zu können. Da wir fast gar nichts bar bezahlen, ist diese Buchhaltung ziemlich einfach zu machen.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Dampflok94 » Mo 8. Jan 2018, 09:02

H2O hat geschrieben:(08 Jan 2018, 08:46)

Muttern führt ganz eisern ein Haushaltsbuch, um unser Ausgabeverhalten unter Kontrolle zu halten. In einem Rentnerhaushalt ist das eine sinnvolle Maßnahme, um rechtzeitig gegen steuern zu können. Da wir fast gar nichts bar bezahlen, ist diese Buchhaltung ziemlich einfach zu machen.

Dagegen ist ja auch nichts einzuwenden. Ich mache eine Haushaltsrechnung light. Also eine nicht sehr konkrete. Aber auch da merkt man sehr schnell, wenn mehr Geld rausgeht als reinkommt. :cool:
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon H2O » Mo 8. Jan 2018, 09:04

Dampflok94 hat geschrieben:(08 Jan 2018, 09:02)

Dagegen ist ja auch nichts einzuwenden. Ich mache eine Haushaltsrechnung light. Also eine nicht sehr konkrete. Aber auch da merkt man sehr schnell, wenn mehr Geld rausgeht als reinkommt. :cool:


Ja; Muttern spart gern für die alten Tage. Da muß ich dann doch schon einmal unsere Lebenserwartung ins Spiel bringen. :D
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon zollagent » Mo 8. Jan 2018, 10:29

Boracay hat geschrieben:(08 Jan 2018, 03:55)

Du hast es als „Legende“ bezeichnet dass die (heute [Mod: editiert] bestehende) Ubterschicht ihren Kindern eher Geld als ein Frühstücksbrot mit in die Schule gibt.

Das solltest du in deiner Arbeit mit Assis ja selbst kennen. Die niedrigsten Gestalten hauen die Kohle raus als gäbe es kein Morgen.

Was glaubst du wer in Deutschland eher ein Haushaltsbuch führt? Hartz 4 [Mod: editiert] oder Gutverdiener?

Es ist eine Legende, daß das ausschließlich ein Problem der "Unterschicht" wäre. Ich jedenfalls habe definitiv noch kein Kind Gutverdienender Eltern an der Schule meines Jüngsten gesehen, das in der Pause eine Frühstücksbrotschachtel aufgemacht hätte. Die bekommen so gut wie alle Geld statt eines ausgewogenen Frühstücks mit. BTW, ich gehöre nicht wirklich zu den "Prekären", aber meine Jungs haben IMMER so was mitbekommen, die durften sogar bei der Zusammenstellung mitwirken. Es sollte ja nichts mehr zurückgebracht werden. Auch das ging, wenn man sich halt die Mühe macht. Diese Art Verwahrlosung ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. Und bei den "Prekären" (man verzeihe mir, wenn ich diesen Begriff für "Hartzer" verwende) ist es allerdings so, daß Geld dafür Mangelware ist.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Polibu » Do 1. Mär 2018, 01:22

Hartz 4 ist keine Ungerechtigkeit. Warum sollte Hartz4 ungerecht sein?
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Re:

Beitragvon zollagent » Do 1. Mär 2018, 13:36

Polibu hat geschrieben:(01 Mar 2018, 01:22)

Hartz 4 ist keine Ungerechtigkeit. Warum sollte Hartz4 ungerecht sein?

Hartz 4 an sich ist eine gute Idee. Nur die Umsetzung ist - gelinde gesagt - eigentlich eine Frechheit. Schon bei der Bedürftigkeitsprüfung wird ein Formalismus an den Tag gelegt, der an die Bearbeitung von Ausreiseanträgen in der DDR erinnert. Dann scheint diese Bearbeitung in den Job-Centern auch mehr schlecht als recht zu funktionieren, teilweise werden völlig irrelevante Nachweise gefordert, die auf die Höhe der beantragten Leistung keinen Einfluß haben, dann werden ein und derselbe Nachweis mehrfach eingefordert, eine Weiterbearbeitung findet in der Zwischenzeit nicht statt. Man hat den Eindruck, es handele sich bei den Job-Centern nicht um eine Bewilligungsbehörde, sondern um eine Verweigerungsbehörde. Das Prinzip "Fördern und Fordern" findet praktisch nicht statt, was an "Fördern" verkauft wird, ist schlicht eine Mogelpackung. Betroffene werden zu Bewerbungskursen verdonnert, die völlig irreale Trainingsinhalte vermitteln. Oder glaubt irgendjemand im Ernst, in den Leiharbeitsunternehmen, an die in erster Linie verwiesen wird, prüft jemand, ob die DIN 50008 eingehalten wird beim Verfassen einer Bewerbung? Die Mitarbeiter dort haben ganz andere Sorgen oder Vorstellungen. Ganz abgesehen davon, daß von einem Fördern bei einem Verweis an ein Leiharbeitsunternehmen ganz sicher nicht gesprochen werden kann. Was da als "Fördern" verkauft wird, ist schlichtweg eine Mogelpackung. Von einer Reintegration in den Arbeitsmarkt ist beim Abschieben an Leiharbeitsunternehmen auch nichts zu sehen. Nach einem, maximal zwei Einsätzen landen die Menschen wieder dort, von wo sie gekommen sind. Ich hatte mal die Gelegenheit, bei solch einem Bewerbertraining anwesend zu sein, weil ein Teilnehmer von mir gebracht wurde und von mir auch wieder nach Hause gefahren wurde. Der Dozent da nudelte völlig lustlos herunter, wo und wie die Adresse aufs Bewerbungsschreiben gehört, wie viel mm Seitenrand rechts oder links auf dem Schreiben eingestellt werden dürfen, welche Schriftart zu verwenden wäre etc., als ob das für die Einstellung in irgendwelchen Helferjobs relevant wäre. Fragen (nicht von mir, ich war nur Gast) hat er abgebügelt, man solle sich an seinen Sachbearbeiter beim Job-Center wenden, es war ebenso zu sehen, daß er gar nicht wußte, wen er da in seinem Kurs hatte, daß er von keinem der Teilnehmer irgendwas über deren Qualifikation wußte. Das ist schlichtweg nur halbe Arbeit, und hat keineswegs etwas mit dem Gedanken einer Reintegration in den Arbeitsmarkt zu tun. Placeboaktionen völlig ohne Wirkung, außer der, daß sie viel Geld kosten und man "Förderaktionen" betreibe, "um den Menschen zu helfen". Sorry, das ist keine "Gerechtigkeit", das ist schlichtweg eine Frechheit der Behörden. Aktionismus ohne Wirkung. Hilfe jedenfalls ist das keineswegs.
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Re: Re:

Beitragvon Boracay » Do 1. Mär 2018, 16:44

zollagent hat geschrieben:(01 Mar 2018, 13:36)Ganz abgesehen davon, daß von einem Fördern bei einem Verweis an ein Leiharbeitsunternehmen ganz sicher nicht gesprochen werden kann. Was da als "Fördern" verkauft wird, ist schlichtweg eine Mogelpackung. Von einer Reintegration in den Arbeitsmarkt ist beim Abschieben an Leiharbeitsunternehmen auch nichts zu sehen. Nach einem, maximal zwei Einsätzen landen die Menschen wieder dort, von wo sie gekommen sind.


Was ist daran so schlimm? Die meisten Hartzer kommen in die Kategorie "so gut wie nicht vermittelbar" und sprechen oftmals nicht mal wirklich Deutsch. Ist doch eine tolle Sache? Zumal 30% übernommen werden.

Placeboaktionen völlig ohne Wirkung


Die riesige Mehrheit der Hartzer kann am Markt kein Einkommen in der Höhe von H4 erzielen (schon gar nicht + Schwarzarbeit) und hat an Vollzeit-Arbeit kein Interesse bzw. spricht überhaupt kein Deutsch. Für letztere kann es durchaus eine Hilfe sein.
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Re: Re:

Beitragvon zollagent » Do 1. Mär 2018, 18:48

Boracay hat geschrieben:(01 Mar 2018, 16:44)

Was ist daran so schlimm? Die meisten Hartzer kommen in die Kategorie "so gut wie nicht vermittelbar" und sprechen oftmals nicht mal wirklich Deutsch. Ist doch eine tolle Sache? Zumal 30% übernommen werden.




Ich halte es für eine bösartige Behauptung, wenn hier unterstellt wird, Hartz-IV-Bezieher "sprechen oftmals nicht richtig deutsch". Und diese Übernahmequote von 30 % ist eine Saga. Sie stimmt schlichtweg nicht. Ich weiß da, wovon ich rede, habe lange genug eine Niederlassung einer Zeitarbeitsfirma geführt. Was da abläuft, ist die Delegierung einer öffentlichen Aufgabe an gewinnorientierte Firmen. Und das programmiert den Mißerfolg schon vor.
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Re: Re:

Beitragvon Boracay » Do 1. Mär 2018, 23:47

zollagent hat geschrieben:(01 Mar 2018, 18:48)
Ich halte es für eine bösartige Behauptung, wenn hier unterstellt wird, Hartz-IV-Bezieher "sprechen oftmals nicht richtig deutsch".


Mehr als die Hälfte der Hartzer sind Migranten, ca. 2 Millionen sind Ausländer. 10% sind Flüchtlinge. Kannst dir selbst denken wie supertoll sie gebildet sind wie toll sie Deutsch sprechen.

Und diese Übernahmequote von 30 % ist eine Saga. Sie stimmt schlichtweg nicht.


Ich würde eher schätzen das der Schnitt bei Leiharbeitsbuden um die 50% ist. Auch die kriegen keine Leute mehr und sobald sie diese entsenden stellen die Firmen diese ein. Hier in der Umgebung muss man sich erst mal durch 50 Seiten Stepstone klicken bis du auch nur ein einziges Angebot einer Leiharbeitsfirma findest.

Ich weiß da, wovon ich rede, habe lange genug eine Niederlassung einer Zeitarbeitsfirma geführt. Was da abläuft, ist die Delegierung einer öffentlichen Aufgabe an gewinnorientierte Firmen.


Bildungsgutscheine oder Vermittlungsgutscheine sind freilich Schwachsinn. Leiharbeit aber gerade bei Langzeitarbeitslosen der einzige Weg in irgend eine Art von Tätigkeit bzw. der einzige Kontakt zu Deutschen.
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Re: Re:

Beitragvon zollagent » Mo 5. Mär 2018, 10:05

Boracay hat geschrieben:(01 Mar 2018, 23:47)

Mehr als die Hälfte der Hartzer sind Migranten, ca. 2 Millionen sind Ausländer. 10% sind Flüchtlinge. Kannst dir selbst denken wie supertoll sie gebildet sind wie toll sie Deutsch sprechen.


Ich brauche das nicht zu denken, ich weiß das. Immerhin habe ich lange Jahre im Bereich Personal gearbeitet und weiß, was an Stellen angeboten wird und weiß, was an Qualifikation geboten wird.

Boracay hat geschrieben:(01 Mar 2018, 23:47)Ich würde eher schätzen das der Schnitt bei Leiharbeitsbuden um die 50% ist. Auch die kriegen keine Leute mehr und sobald sie diese entsenden stellen die Firmen diese ein. Hier in der Umgebung muss man sich erst mal durch 50 Seiten Stepstone klicken bis du auch nur ein einziges Angebot einer Leiharbeitsfirma findest.


Da liegst du falsch. Die tatsächliche Übernahmequote liegt unter 5 %. Die Leiharbeiter sind einfach nur die Lückenbüßer bei dringenden Arbeiten. Auf Dauer will sich kein Unternehmen "so jemand" auf die Backe nageln. Hat (leider) auch einen Grund, denn diese Menschen "glänzen" überdurchschnittlich durch Unzuverlässigkeit. Das Ganze ist eine Zweibahnstraße, denn eine Gleichbehandlung mit den eigenen Mitarbeitern findet auch in aller Regel nicht statt. Und wenn du vom Job-Center einen "Vermittlungsvorschlag" bekommst, dann ist das so gut wie immer eine Leiharbeitsfirma. Das dürfte allerdings am zu vermittelnden Klientel legen. Stepstone wird keine Ungelernten oder Hilfsarbeiter akzeptieren. Für diese Schicht haben die keine Angebote.

Boracay hat geschrieben:(01 Mar 2018, 23:47)Bildungsgutscheine oder Vermittlungsgutscheine sind freilich Schwachsinn. Leiharbeit aber gerade bei Langzeitarbeitslosen der einzige Weg in irgend eine Art von Tätigkeit bzw. der einzige Kontakt zu Deutschen.


Ich habe wieder von Bildungs-, noch von Vermittlungsgutscheinen gesprochen. Solche Geschäfte funktionieren meist nur für diejenigen, die solche "Bildungs"kurse anbieten. Leiharbeit ist halt für viele Betrieb der Königsweg, um kurzfristige Verlegenheiten zu umgehen, ohne sich vertraglich binden zu müssen. Und die Kontakte zu Deutschen funktionieren ebenso in aller Regel bestens. Was glaubst du, wie die Kommunikation funktioniert, wenn mal ein Arbeitsauftrag bei einem "guten" Unternehmen winkt? Das klappt bestens. Leider ist es so, daß diejenigen, die "Stammkunden" von Leiharbeitsfirmen sind, praktisch eine Parallelgesellschaft innerhalb der Gesellschaft bilden. Da wieder rauszukommen, ist sehr, sehr schwer. Für viele unmöglich, was ich lange Zeit nicht glauben wollte, aber durch meine Erfahrungen als Niederlassungsleiter einer Zeitarbeitsfirma halt durch die Fakten lernen mußte. In einem allerdings hast du recht, diese Gruppierungen sind vielfach an eine gemeinsame Sprache gebunden. Wenn man also mal einen Russlanddeutschen eingestellt hatte und es dem gefiel, sind die Bewerbungen von anderen Russlanddeutschen stapelweise reingekommen. Ganz ähnlich lief es mit US-Amerikanern (ja, auch solche, für die sogar die Stützpunkte der Armee "off limits" sind, gibt es viele in Deutschland), oder mit Türken oder anderen Nationalitäten. Ich selbst habe die Auswirkungen der Flüchtlingswelle nicht mehr mitbekommen, weil ich ja da schon einer anderen Tätigkeit nachging, allerdings weiß ich, daß nur anerkannte Asylbewerber überhaupt arbeitsberechtigt sind. Wie hoch der Anteil derjenigen bei den Bewerbern für Zeitarbeitsfirmen derzeit ist, das weiß ich leider nicht.
KarlRanseier

Re: Arbeitsdienst bei Arbeitslosen

Beitragvon KarlRanseier » Do 8. Mär 2018, 18:13

Skull hat geschrieben:(08 Mar 2018, 17:55)

Es tut sich deswegen nichts, weil Deine (rechtliche) Betrachtung...falsch...ist.

Deutschland IST ein Rechtsstaat. :)

mfg



So? Das BVerfG hat die Hartzparteien aufgefordert vorzurechnen, wie ein Mensch mit Hartz auskommen soll. Haben die das getan? Wo kann man das nachlesen, oder handelt es sich um eine "geheime Verschlusssache"? Wieviel von den 400 Euro gibt der Modell-GeHartzte für Mobilität aus? WIeviel für Kleidung, wieviel für Essen? Für's Alter soll er ja auch vorsorgen, wieviel also dafür?
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Re: Arbeitsdienst bei Arbeitslosen

Beitragvon Realist2014 » Do 8. Mär 2018, 18:23

KarlRanseier hat geschrieben:(08 Mar 2018, 18:13)

So? Das BVerfG hat die Hartzparteien aufgefordert vorzurechnen, wie ein Mensch mit Hartz auskommen soll. Haben die das getan? ?



ja

schon längst erledigt

sowohl die Höhe der Regelsätze als auch die Sanktionen sind verfassungskonform...
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Arbeitsdienst bei Arbeitslosen

Beitragvon Realist2014 » Do 8. Mär 2018, 18:24

zollagent hat geschrieben:(08 Mar 2018, 16:31)

Die ganze Rechnerei sind Freiübungen. Zunächst müßte das Ganze verfassungsgemäß sein, und mit der Intention, wie es hier behandelt wird, dürfte es das eher nicht sein.


es ist verfassungsgemäß....

so wären die SED Nachfolger schon längst am Klagen...
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
KarlRanseier

Re: Arbeitsdienst bei Arbeitslosen

Beitragvon KarlRanseier » Do 8. Mär 2018, 18:31

Realist2014 hat geschrieben:(08 Mar 2018, 18:23)

ja

schon längst erledigt

sowohl die Höhe der Regelsätze als auch die Sanktionen sind verfassungskonform...



Also ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Menschen schlechter behandelt werden dürfen als Schwerverbrecher im Knast. Letzteren darf man nicht den Brotkorb hoch hängen oder das Dach über dem Kopf oder die KV verweigern, auch dann nicht, wenn sie ständig Ärger machen.

Ich brauche monatlich über 200 Euro für Mobilität. Wie da ein GeHartzter mit 400 Euro Essen, Strom, Mobilität, Kleidung und ein wenig Freizeit finanzieren soll, ist mir ein absolutes Rätsel. :?:
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Re: Arbeitsdienst bei Arbeitslosen

Beitragvon Realist2014 » Do 8. Mär 2018, 18:32

KarlRanseier hat geschrieben:(08 Mar 2018, 18:31)

Also ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Menschen schlechter behandelt werden dürfen als Schwerverbrecher im Knast. Letzteren darf man nicht den Brotkorb hoch hängen oder das Dach über dem Kopf oder die KV verweigern, auch dann nicht, wenn sie ständig Ärger machen.


:


es gibt Regeln...

auch für die Bezieher von ALG II...

werden die nicht eingehalten

gibt es Sanktionen
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