Der Tod

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Billie Holiday
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Re: Der Tod

Beitragvon Billie Holiday » So 1. Apr 2018, 11:43

Roady66 hat geschrieben:(01 Apr 2018, 12:32)

Die Funktionsfähigkeit zeigt es dir an. Meine Erfahrungen sind positiv. Deshalb haben wir einen medizinischen Fortschritt in dem Bereich.


Der Tod kommt sehr unterschiedlich, entweder stirbt man an Altersschwäche, an Krankheiten oder durch Unfälle, ab und an durch Suicid und noch seltener durch Mord.
Nicht immer kündigt er sich an, und selbst der alte, kranke Mensch kann dem Tod von der Schippe springen, um sich nochmal für eine kurze Zeit zu erholen. Erlebte ich beim Vater eines Freundes....totkrank, kommt nach Hause zur Ehefrau, berappelt sich und lebt immer noch einigermaßen gut vor sich hin.

Deshalb ist es müßig, sich zuviele Gedanken zu machen. Man weiß einfach nicht, wann, man weiß nur, dass...
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
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Re: Der Tod

Beitragvon H2O » So 1. Apr 2018, 11:45

Billie Holiday hat geschrieben:(01 Apr 2018, 11:40)

Der Vorbesitzer meiner Wohnung, Mitte 50 und nicht körperlich eingeschränkt, war nicht der Meinung, dass das Leben schön ist und mußte sich nachts auf die Bahngleise legen. Ein würdevoller, selbstbestimmter Tod ist hier nicht erwünscht.


Den gewünschten würdevollen Abgang hätte ich ihm auch nicht bereitet... so einfach nach Lust und Laune. Der Mensch war ein Fall für den Arzt, nicht für den Sensenmann. Depressionen sind mir auch nicht fremd; die überfallen einen plötzlich und äußerlich grundlos. Ich vermute dahinter eine hormonelle Fehlfunktion, die jeden Menschen überfallen kann.
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Re: Der Tod

Beitragvon Billie Holiday » So 1. Apr 2018, 11:54

H2O hat geschrieben:(01 Apr 2018, 12:45)

Den gewünschten würdevollen Abgang hätte ich ihm auch nicht bereitet... so einfach nach Lust und Laune. Der Mensch war ein Fall für den Arzt, nicht für den Sensenmann. Depressionen sind mir auch nicht fremd; die überfallen einen plötzlich und äußerlich grundlos. Ich vermute dahinter eine hormonelle Fehlfunktion, die jeden Menschen überfallen kann.


Ich halte nichts von dieser Bevormundung. Und wieviele Jahre er sich rumgeplagt hat, weiß ich nicht. Vielleicht hat er alles ausgeschöpft, was an Hilfe geboten wurde.
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Re: Der Tod

Beitragvon Geri2 » So 1. Apr 2018, 12:21

Billie Holiday hat geschrieben:(01 Apr 2018, 11:40)

Der Vorbesitzer meiner Wohnung, Mitte 50 und nicht körperlich eingeschränkt, war nicht der Meinung, dass das Leben schön ist und mußte sich nachts auf die Bahngleise legen. Ein würdevoller, selbstbestimmter Tod ist hier nicht erwünscht.

Der Sohn einer Cousine, Mitte 30, hat sich vor einiger Zeit erstickt, war auf Hartz IV und hatte an dem Tag
einen nicht sehr schönen Termin beim Amt, hatte seit 3 Monaten kein Geld mehr bekommen..
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Re: Der Tod

Beitragvon Misterfritz » So 1. Apr 2018, 12:44

Eigentlich sollte es nicht um Einzelfälle gehen, die wohl jeder kennt.
Ein selbstbestimmter Tod sollte jedem gewährt werden. Letztlich muss jeder über sein Leben und damit auch über seinen Tod entscheiden dürfen.
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Re: Der Tod

Beitragvon Geri2 » So 1. Apr 2018, 12:46

Misterfritz hat geschrieben:(01 Apr 2018, 13:44)

Eigentlich sollte es nicht um Einzelfälle gehen, die wohl jeder kennt.

Ist ja mein Thread. Ich hatte nichts gegen das Beispiel von Billie Holiday einzuwenden.
Oder verstößt das gegen die Forenregeln?
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Re: Der Tod

Beitragvon Misterfritz » So 1. Apr 2018, 12:47

Geri2 hat geschrieben:(01 Apr 2018, 13:46)

Ist ja mein Thread. Ich hatte nichts gegen das Beispiel von Billie Holiday einzuwenden.
Oder verstößt das gegen die Forenregeln?
Welches Beispiel? Sich auf die Gleise zu legen?
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Re: Der Tod

Beitragvon H2O » So 1. Apr 2018, 12:49

Billie Holiday hat geschrieben:(01 Apr 2018, 12:54)

Ich halte nichts von dieser Bevormundung. Und wieviele Jahre er sich rumgeplagt hat, weiß ich nicht. Vielleicht hat er alles ausgeschöpft, was an Hilfe geboten wurde.


Vielleicht, vielleicht auch nicht. Ich sehe keine Möglichkeit, ansonsten gesunde Menschen wunschgemäß ins Jenseits zu befördern. Für diese Art von Würde stehe ich nicht zur Verfügung, und hoffentlich auch kein Arzt.
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Re: Der Tod

Beitragvon Geri2 » So 1. Apr 2018, 12:49

Misterfritz hat geschrieben:(01 Apr 2018, 13:47)

Welches Beispiel? Sich auf die Gleise zu legen?

Immerhin geht es in den meisten Beiträgen um den Tod.
Vielleicht wird ja noch eine etwas tiefer gehende Diskussion draus.
Ich bin da sehr geduldig.
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Re: Der Tod

Beitragvon Misterfritz » So 1. Apr 2018, 13:04

Geri2 hat geschrieben:(01 Apr 2018, 13:49)

Immerhin geht es in den meisten Beiträgen um den Tod.
Vielleicht wird ja noch eine etwas tiefer gehende Diskussion draus.
Ich bin da sehr geduldig.
Du findest, dass wäre eine Möglichkeit? Wenn solche Menschen die legale Möglichkeit hätten, sich sanft mit einer Tablette ins Jenseits zu befördern, würde es wenigstens Lokführer und Rettungsdienste nicht so dermassen belasten.
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Re: Der Tod

Beitragvon Geri2 » So 1. Apr 2018, 13:07

Misterfritz hat geschrieben:(01 Apr 2018, 14:04)

Du findest, dass wäre eine Möglichkeit? Wenn solche Menschen die legale Möglichkeit hätten, sich sanft mit einer Tablette ins Jenseits zu befördern, würde es wenigstens Lokführer und Rettungsdienste nicht so dermassen belasten.

Verhindern können wir das nicht.
Manchmal wollen die Menschen wenigstens noch in ihrem Tod Bedeutung erlangen.
Manchmal ist gerade kein Hochhaus in der Nähe, von dem man runter springen kann.
Auf die Motive für einen bestimmten Freitod werden sozialdemokratische
Arbeitskreise keinen Einfluss haben und auch keine gesetzlichen Regelungen.
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Re: Der Tod

Beitragvon Misterfritz » So 1. Apr 2018, 13:24

Geri2 hat geschrieben:(01 Apr 2018, 14:07)

Verhindern können wir das nicht.
Manchmal wollen die Menschen wenigstens noch in ihrem Tod Bedeutung erlangen.
Manchmal ist gerade kein Hochhaus in der Nähe, von dem man runter springen kann.
Auf die Motive für einen bestimmten Freitod werden sozialdemokratische
Arbeitskreise keinen Einfluss haben und auch keine gesetzlichen Regelungen.
Du glaubst, wenn die Menschen die Wahl zwischen einer Tablette und dem Sprung vom Hochhaus hätten, würden sie trotzdem das Hochhaus wählen, um noch mal Bedeutung zu erlangen? Wie schräg ist das denn?

Bei den meisten Menschen mit Todeswunsch dürfte es sich um unheilbar Erkrankte gehen, die einfach ihrem Leiden ein würdiges Ende setzen möchten. Und genau das wird ihnen bei uns verwehrt.
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Re: Der Tod

Beitragvon Geri2 » So 1. Apr 2018, 13:26

Misterfritz hat geschrieben:(01 Apr 2018, 14:24)

Du glaubst, wenn die Menschen die Wahl zwischen einer Tablette und dem Sprung vom Hochhaus hätten, würden sie trotzdem das Hochhaus wählen, um noch mal Bedeutung zu erlangen? Wie schräg ist das denn?

Bei den meisten Menschen mit Todeswunsch dürfte es sich um unheilbar Erkrankte gehen, die einfach ihrem Leiden ein würdiges Ende setzen möchten. Und genau das wird ihnen bei uns verwehrt.

Ich geh davon aus, dass Du Dich nie näher damit beschäftigt hast, wenn Du so was als schräg bezeichnest und jeden, der sich umbringt als krank.
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Re: Der Tod

Beitragvon Misterfritz » So 1. Apr 2018, 13:46

Geri2 hat geschrieben:(01 Apr 2018, 14:26)

Ich geh davon aus, dass Du Dich nie näher damit beschäftigt hast, wenn Du so was als schräg bezeichnest und jeden, der sich umbringt als krank.
Oh, doch,
schon alleine weil ich im Familien- und Freundeskreis einige Menschen habe elendig sterben sehen.
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Re: Der Tod

Beitragvon Geri2 » So 1. Apr 2018, 17:20

Misterfritz hat geschrieben:(01 Apr 2018, 14:46)

Oh, doch,
schon alleine weil ich im Familien- und Freundeskreis einige Menschen habe elendig sterben sehen.

Wenn die Leute überwiegend als krank bezeichnet würden,
die sich umbringen, dann wären alle Menschen krank.
Einen Schritt weiter wäre man damit nicht.
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Re: Der Tod

Beitragvon Misterfritz » So 1. Apr 2018, 17:29

Geri2 hat geschrieben:(01 Apr 2018, 18:20)

Wenn die Leute überwiegend als krank bezeichnet würden,
die sich umbringen, dann wären alle Menschen krank.
Einen Schritt weiter wäre man damit nicht.
:?:
Was ist das für eine seltsame Aussage?
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Re: Der Tod

Beitragvon Geri2 » So 1. Apr 2018, 17:32

Misterfritz hat geschrieben:(01 Apr 2018, 18:29)

:?:
Was ist das für eine seltsame Aussage?

Verstehst Du das wirklich nicht?
https://www.amazon.de/Einf%C3%BChrung-d ... 3476021505
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Re: Der Tod

Beitragvon Geri2 » So 1. Apr 2018, 17:37

Nur ein Beispiel aus meinem Umfeld.

Junger Mann fährt nachts ein wenig angeheitert mit dem Auto noch weg.
Auch zu schnell.
Unterwegs kommt ihm ein Kleinkraftrad entgegen.
Er fährt ein wenig zu mittig und damit genau hinein.
Der Fahrer des Kleinkraftrads ist mehrere Wochen im Koma,
erwacht schließlich mit zwei fehlenden Gliedern.
Irgendwann beichtet man ihm, dass seine Freundin (17),
die Beifahrerin beim Unfall ums Leben kam.

Der Bruder der Toten ist zufällig ein Freund des Autofahrers
und kündigt ihm daraufhin an, dass er ihn umbringen werde.

Irgendwann bringt sich der Unfallverursacher selbst um.
Krank war er nicht.
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Re: Der Tod

Beitragvon Progressiver » So 1. Apr 2018, 18:30

Für mich gibt es beim Thema Tod nicht allzu viel zu diskutieren. Wenn ich selbst mal tot sein werde, kann es mir völlig egal sein, was danach mit mir oder dem Rest der Welt passiert. Im ersten Fall kriege ich es auch gar nicht mehr mit. Beim Rest der Welt kann es mir ebenfalls egal sein, da es mich nicht mehr betrifft. Ohnehin finde ich, dass man nicht versuchen sollte, dem Tod einen Sinn geben zu wollen. Vielmehr will ich das Beste aus meinem Leben herausholen. Schlimmer als zu sterben ist für mich vielmehr der Gedanke, nie richtig gelebt zu haben.
"Skepsis ist der erste Schritt auf dem Weg zur Philosophie." (Denis Diderot)
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Re: Der Tod

Beitragvon H2O » So 1. Apr 2018, 20:06

Misterfritz hat geschrieben:(01 Apr 2018, 14:24)

Du glaubst, wenn die Menschen die Wahl zwischen einer Tablette und dem Sprung vom Hochhaus hätten, würden sie trotzdem das Hochhaus wählen, um noch mal Bedeutung zu erlangen? Wie schräg ist das denn?

Bei den meisten Menschen mit Todeswunsch dürfte es sich um unheilbar Erkrankte gehen, die einfach ihrem Leiden ein würdiges Ende setzen möchten. Und genau das wird ihnen bei uns verwehrt.


Diese Diskussion hatten wir im Forum doch schon einmal! In die Erörterung "Tablette oder Hochhaus" im Fall ansonsten gesunder Menschen möchte ich nicht einsteigen.

Völlig anders sieht die Sache doch aus, wenn Menschen nach Erkenntnis der behandelnden Ärzte unheilbar krank sind und sie sich in lang anhaltenden Todeskämpfen befinden. Da kann ein Arzt mit Hilfe der Palliativmedizin helfen, und wenn es denn ganz schlimm kommt, auch so helfen, daß der Tod nicht künstlich hinaus gezögert werden wird. Darüber wurde auch im Bundestag ausführlich gesprochen... und dorthin gehört das Thema auch.

Über das Thema Tod und Krankheit haben schon die Alten Griechen sehr gründlich nachgedacht. Der hippokratische Eid enthält die Formel: "Ich werde niemandem, auch nicht auf seine Bitte hin, ein tödliches Gift verabreichen oder auch nur dazu raten."

https://de.wikipedia.org/wiki/Eid_des_Hippokrates

Ich mußte in zwei Fällen bei geliebten Menschen mit entscheiden, den sicheren Tod nicht länger hinaus zu schieben. Das zerreißt einen Angehörigen nahezu. Aber mit dem Abstand einiger Wochen entwickelt sich die Einsicht in das Unvermeidliche, und man kann wieder ruhig schlafen. Das ist aber ein anderes Verfahren, als ein tödliches Gift zu verabreichen.

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