Gott- Materie - ICH

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Cerberus
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Gott- Materie - ICH

Beitragvon Cerberus » Do 24. Jan 2013, 09:27

Im Religionsforum kam die Frage auf, ob Gott erst durch den Menschen geschaffen wird. Dazu habe ich eine philosophische Sichtweise, die ich gerne vorstellen würde:

Es wäre unlogisch, wenn sich "Gott" (das Göttliche, Übersinnliche) erst durch einen Menschen erschafft. Wenn man an die Gedanken von Menschen denkt und ihre Logik und ihren Antrieb, dann IST das schon dieses, was nicht erst durch dieses entsteht.

Selbst wenn man versucht sich nur die Materie ohne etwas sinnliches vorzustellen, dann versagt die Logik an ihrem Entstehen und Vorhandensein, ihrer Art und ihrer Funktionen, denen es folgt. Denkt man sich aber irgendein Lebewesen schon, welches über Sinne und Gefühle in der Lage ist, diese Welt zu erkennen und zu beurteilen, in der Art, wie es ein Gehirn ihm eben ermöglicht, dann ist hier etwas, dass außerhalb des Materiellen "geistert", befähigt die Welt zu erfassen. Alles Materielle (was alles schlicht nur Energie ist) kann soweit zerlegt werden, bis man an seinen Ursprung gelangt - seine Unendlichkeit in seinen Möglichkeiten (das Teilchen als Welle). Wenn nun in diesem nichts weiter wäre, als "sachliche", materische Energie, ohne Willen, wie konnte es willenlos, sei es jetzt, oder bei einem Urknall, zu dem werden, aus Nichts, was es ist? Und selbst wenn man hier auf alle Logik verzichtet und sagt, es kam eben einfach so, ohne Initiator, woher kommen nun unzählig die Geister (in den Lebewesen), die dieses beurteilen? Einem ICH muss doch auch eine Energie zugrunde liegen, oder nicht? Wenn nicht, was bitte sei es, das ohne Energie aus dem Nichts kommt und dorthin zurückgeht, ohne sich in irgendwas unterschieden zu können, zu diesem Nichts - und wenn es sich doch schon von dem Nichts nicht unterscheidet; bitte, was ist denn das für ein Nichts, wenn es gleich dem ist, was ein ICH ausmacht?

Aber liegt, dem hingegen, dem ICH eine Energie zugrunde, die dem gleicht, was den Bausteinen der Materie inne wohnt, was ist denn dann das wahre Wesen der Materie?

Wie könnte die nur sachlich tot sein, wenn doch in ihm die Energie wäre, die ein ICH erschafft? Schmerzt ein Schmerz ein Gehirn? Oder liefert ein Gehirn die Information "Schmerz" an ein ICH? "Irgendwo" im Hirn sei das ich? Überall dort ist es nicht. Wenn ein Gehirn in Ruhe ist, wie im Schlaf und Traum, dann hat ein ICH viele Erkenntnisse (der "Wachwelt") nicht, doch ist das ICH ein und dasselbe. Wird ein Gehirn verletzt - gleich wo - können z.B. Erinnerungen verschwinden, welche jedoch wieder (nach Heilung der verletzten Stellen, oder Umformierung, der Aufgabenbereiche) zurückgelangen können. Auch unter Alkohol oder Drogen, kann sich ein ICH unter anderen Bedingungen wähnen, doch auch dort bleibt das ICH ICH, genauso, wie im Alter. Und selbst wenn Alzheimer das ganze Gehirn zerlegt, so entfallen Erinnerungen, Fähigkeiten (in der Materie), nicht verändert sich das ICH - auch nicht, wenn es nicht mehr weiß wie es (hier, jetzt) heißt. So wie ein ICH bei jedem, von der frühesten Erinnerung, bis in die letzte (unabhängig aller Erfahrungen) das gleiche bleibt. Dieses ICH ist vollkommen unabhängig davon, ob ein Gehirn beeinflusst wird, durch jedwede Einwirkungen, jedwede Entwicklungen, oder Schädigungen im Hirn selbst. Selbst im völligem Wahnsinn, ist ja nicht das ICH wahnsinnig, sondern die Funktionen des Gehirnes sind (nach unserer Auffassung) gestört (wenn ein ICH z.B. "überall Monster zu sehen bekommt", dann agiert es eben so, als wenn es überall Monster gibt.). Das ICH bewohnt weder also ein gesamtes Gehirn, noch einen bestimmten Punkt im Gehirn; ja nicht einmal die Erinnerungen sind überall im Gehirn, oder nur an einem bestimmten Ort im Gehirn. Ein Gehirn ist ein "materielles" Organ, wie jedes andere. Es ist, seiner Aufgabe nach, ein Rechner, Empfänger und Sender von Informationen (so wie das Herz eine Pumpe für Blut ist) für das ICH und von einem ICH, zum Erleben in dieser "materiellen" Welt. Ein Gehirn nun scheint dieses ICH von dem zu Beschneiden, was es tatsächlich ausmacht: ein Pool unendlicher Möglichkeiten (naheliegend wäre hier, dass im Schlafe (durch die Ruhe des Gehirns) die Beschneidung etwas gelöst ist (?)

Übrigens eine Beschneidung - durch die Arbeit des Gehirns - welche sich, einer alten Sage nach, in den ersten 7,8 Tagen nach der Geburt vollzieht. Quasi die Beschneidung vom Lebens-spendendem Organ (vielleicht rührt daher ein kleines Missverständnis der Moslems und Juden).

Nein, beweisen kann ich überhaupt nichts, was über das uns bekannte "Wissen" hinausgeht. Aber ich orientiere mich an dem, was logisch ist - hier danach, was, n.m.E. die "logischte" Logik bringen kann. Ich kenne also keine näherliegende Annahme, keine Logik, die diese Logik widerlegen kann. Der Unterschied ist eben, es ist keine Geschichte, kein "ich denke mir das mal so" (so hin, wid-e-wid-e wie es mir gefällt), sondern gehe nach Kausalität, so weit ich es vermag.

Und so wie ich die Natur des ICH's nur erkennen kann (aus Wissen und Logik, das zur Verfügung steht), so sehe ich darin den Hinweis auf Gott. Ich sehe da nur keinen alten Mann im Rauschebart, sondern die, aller Energien zugrunde liegende, Kraft; einer Heimat des Seins, die so viel "guten Willens" sein muss, dass es möglich war und ist, alles das aus dem Nichts zu holen, wie es nicht "guter" geht. Und, wie ich es schon in einem anderen Thread versuchte nahe zu bringen, auch wenn es hier so viel " böses" wie "gutes" gibt, was für die Evolution beides existenziell ist, so wird auch alles das ausgeglichen werden. Die Energien paaren sich, messen sich, bekämpfen sich und bauen damit die Dinge in die Welt, wie sie die dann auch wieder abreißen, wenn die daran gewachsenen Energien (die, die Kämpfen mussten) etwas neues bauen wollen und sich durchsetzen. Ohne positiv und negativ (oder gut und böse), kann sich in Materie nichts entwickeln. Aber am Ende einer jeden Entwicklung steht immer auch ein Ausgleich der Kräfte.

Ein Haus, was gebaut wurde, wird abgerissen. Null - positiv - negativ - null. Und so wie ein Energieerhaltungssatz in Materie gilt, so gilt ein gleiches Prinzip vor der Materie, dort nur außerhalb von Zeit und Raum.

Und wenn dem so ist (was doch schwerlich unlogisch wäre), dann ist alles von "Gott" tatsächlich durch und durch gut; und kein Glück und kein Leid bliebe je ohne Ausgleich.

Das Glück, als eine Essensration gedacht, von welcher man ewiglich 10 Teile nehmen kann, solange man, als Leid, regelmäßig 10 Teile wieder abgibt; und man wäre eins mit der Null. Wo wäre man, wenn man aber 100.000.000 nimmt, ohne etwas zurückzugeben? Und was müsste, dem zum Ausgleich, eines "Tages" folgen? Und wie viel wiegt es, wenn man 100.000.000 nimmt und 1.000 abgibt, wenn doch der Ausgleich erst bei einer Abgabe von 100.000.000 erfolgen kann?

Gibt es den Determinismus, dann kann der einem dabei eben nicht helfen; es wäre ein Prinzip. Ob "DU" was dafür kannst, oder nicht, wäre einerlei, so wie ein Löwe schwerlich dazu kann, eine Gazelle zu fressen. Dann könnte man nur hoffen, die Möglichkeiten, die ein Anstoß sein können, zu verstehen / zu ahnen, zu erkennen und dass einem die Kraft inne wohnt, sich selbst der Regulierung auszusetzen. Hat man es nicht, dann wird es eben ggf. anderweitig zum Ausgleich gebracht werden.

Gott ist in der Null (im Nichts und Alles) und holt alles aus dieser hervor und bringt alles darin zurück.

Ein angenommener "Lichtengel" erfüllt seinen Zweck, wenn er außerhalb der Null dafür sorgt, dass der aus der Null herausgetretene Geist (die ICH's), im Beschnittenem Zustand, in welchem es nicht offensichtlich erkannt werden kann, was "hier gespielt wird", zu den Gefühlen zu treiben, dass sich die Kräfte gegenseitig hochtreiben. So führt ein solch angenommener Lichtengel nicht zur Gier nach Leid und Freud, sondern nur nach Gier zur Freude. Was des einen Glück, des anderen Unglück. Doch je unglücklicher der Unglückliche, desto größer sein Verlangen nach Glück und damit desto größer die Energie, die dem Glücklichen gegenübergestellt wird, an der er wachsen muss, um zu bestehen, oder an der er untergeht ==> Evolution.

So könnte man zu einem Egoisten sagen, der brutal seine Interessen durchsetzt, um sich zu berauschen: "Wenn Du wüstest, was Du da tust, dann wärst Du ein Märtyrer!"
Zuletzt geändert von Cerberus am Do 24. Jan 2013, 10:34, insgesamt 1-mal geändert.
Dirk Müller zum Thema Ukraine/Krim: https://www.youtube.com/watch?v=K_YWdaQhRU4
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Re: Gott- Materie - ICH

Beitragvon Gutmensch » Do 24. Jan 2013, 09:52

[...]
Zuletzt geändert von Amun Ra am Fr 25. Jan 2013, 10:13, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Spam
the NSA is watching you! :D
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Re: Gott- Materie - ICH

Beitragvon Sri Aurobindo » Mi 1. Mai 2013, 12:04

1
Natürlich kann ein Gott nicht erst durch die Menschen geschaffen werden - das wäre unlogisch

2
Doch aber, wie kommt denn die Logik überhaupt erst in die Welt, mit der wir die Welt verstehen wollen?

3
Materie = involviertes (absolutes) Bewusstsein sagt Aurobindo

Wie ein Samen immer dort keimt, wo er hinreichende Bedingungen vorfindet, so keimt auch aus Materie Bewusstsein immer dort, wo die Bedingungen passend sind.
(das sage ich)

und warum keimt Materie?
Weil sie das Potential eines erkennenden/selbstbewussten Wesens bereits in sich trägt - alles andere wäre unlogisch!

und damit war bereits mit dem Urknall die Möglichkeit entstanden, dass Materie und mit dieser Bewusstsein im Universum entstehen wird!

Materie = hochpotentes Material (= Samen)
Zuletzt geändert von Sri Aurobindo am Mi 1. Mai 2013, 12:21, insgesamt 6-mal geändert.

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