Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

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Fliege
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon Fliege » Sa 13. Okt 2018, 00:22

Selina hat geschrieben:(12 Oct 2018, 23:59)
Ich sehe in diesen Diskussionen, die hier zum Thema geführt werden, bislang keinen Beleg für Unwissenschaftlichkeit der Gender Studies. Als "wirklich wissenschaftlich" bezeichnen die Kritiker eine ausschließlich naturwissenschaftliche Betrachtung der Geschlechter. Da werden scheinbar "unverrückbare Wahrheiten" über den Menschen und die Geschlechter verkündet, die rein biologischer und evolutionärer Natur sind. Und das ausschließlich. Soziale Bindungen, Erziehungsaspekte und Machtstrukturen spielen bei so einer Betrachtung keine Rolle. Die Genderforscher aber untersuchen ja gerade das Zusammenspiel beider Seiten, der biologischen und der sozialen. Sobald jedoch neben den biologischen Aspekten auch die sozialen Zusammenhänge und Faktoren genauer untersucht werden, dann bezeichnen das die Kritiker als "unwissenschaftlich" und "ideologisch".

Dazu möchte ich einige Erwägungen anstellen.

Geht es um das Geschlecht (Sex) von Lebewesen, gibt es kein "Zusammenspiel" von biologischen und sozialen Seiten, denn es liegt diesbezüglich ausschließlich eine biologische Seite vor. Deswegen arbeiten Soziologen mit dem Begriff "Gender", um sozial mehr oder weniger etablierte und wirksame Geschlechtervorstellungen zu erfassen. Spezifische Geschlechtervorstellungen (Gender) sind "Frauenbilder", "Männerbilder" und ähnliches. Gender-Studies sind demnach Studien zu Geschlechtervorstellungen. So betrachtet ergeben sich aus Gender-Studies als einer Spielwiese der Soziologie keine besonderen wissenschaftstheoretischen Probleme. Auch Biologie und Evolutionspsychologie können mit Studien zu Geschlechtervorstellungen prächtig auskommen und darüber hinaus solche Studien gut unterfüttern.

Watchful_Eye hat geschrieben:(11 Oct 2018, 15:44)
Ich würde Gender Studies per se gar nicht abwürgen wollen.
Watchful_Eye hat geschrieben:(12 Oct 2018, 13:28)
ich bin nicht einer jener, denen es darum geht, dass "Gender Studies" alle Gelder entzogen werden sollen o.ä.

Daher kann und möchte ich mich deiner Position anschließen.
Schnittblumen verhalten sich zahm, sind aber nicht immer stubenrein; gelten "als politisch ungefestigt und unklar".
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon unity in diversity » Sa 13. Okt 2018, 02:20

Die Genderologen kann man mit Ufologen gleichsetzen.
Sie schaffen keine Werte, sondern eine Ideologie, für die sie bezahlt werden wollen.
Das immerwährende, leistungslose Einkommen.
Man könnte diesen Unsinn ignorieren.
Da sie mit ihrem Fundamentalismus in alle Lebensbereiche vordringen wollen, um alles zu kontrollieren und zu reglementieren, muß man versuchen, Inseln zu bewahren, die denen verwehrt bleiben.
Religionsfreiheit ist kein Argument, diesen Unsinn zu tolerieren.
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
Aus den USA.
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon Dark Angel » So 14. Okt 2018, 12:47

Selina hat geschrieben:(12 Oct 2018, 23:59)

Ich sehe in diesen Diskussionen, die hier zum Thema geführt werden, bislang keinen Beleg für Unwissenschaftlichkeit der Gender Studies. Als "wirklich wissenschaftlich" bezeichnen die Kritiker eine ausschließlich naturwissenschaftliche Betrachtung der Geschlechter. Da werden scheinbar "unverrückbare Wahrheiten" über den Menschen und die Geschlechter verkündet, die rein biologischer und evolutionärer Natur sind. Und das ausschließlich. Soziale Bindungen, Erziehungsaspekte und Machtstrukturen spielen bei so einer Betrachtung keine Rolle. Die Genderforscher aber untersuchen ja gerade das Zusammenspiel beider Seiten, der biologischen und der sozialen. Sobald jedoch neben den biologischen Aspekten auch die sozialen Zusammenhänge und Faktoren genauer untersucht werden, dann bezeichnen das die Kritiker als "unwissenschaftlich" und "ideologisch". Im Grunde geht es um völlig unterschiedliche Auffassungen darüber, was Wissenschaften können und sollen. Kritische Geistes- und Sozialwissenschaften sind etwas, womit Leute, die in alten konservativen Denkmustern gefangen sind, nichts anfangen können. Warum können sie das nicht? Weil Ergebnisse solcher Forschungen unter Umständen das eigene Leben, die eigenen Anschauungen, das eigene Verhalten betreffen können. Und so etwas könnte natürlich wehtun.

Du fragst, wo "wir zunehmend eine ideologiegetriebene Gesellschaft werden"?, dabei bist du doch das beste Beispiel für zunehmende Ideologiegetriebenheit.
Das belegt schon deine Aussage, dass du keinen Beleg für die Unwissenschaftlichkeit der Gender Studies finden kannst. Wer Belege ignoriert - wie DU das tust - der findet natürlich auh keine.
Ich weiß nicht mehr, wie oft ich in diesem und anderen Unterforen darauf hingewiesen habe, dass Geschlecht ausschließlich biologisch determiniert ist und ausschließlich im Zusammenhang mit Fortpflanzung von Relevanz ist und ich weiß nicht mehr, wie oft ich darauf hingewiesen habe, dass "das Soziale" - das Sozialverhalten einer Art - sich biologisch bedingt evolutionär entwickelt hat und einen Überlebensvorteil darstellt.
Das Einzige, was du dem entgegen zu setzen hast, ist der ideolgische Kampfbegriff "Biologismus". Ganz konkret widerlegen konntest du meine Aussagen bisher nicht und hast du auch nicht.
Geschlecht bzw geschlechtsspezifisches Verhalten ist biologisch bedingt und hat weder etwas mit Erziehung und noch viel weniger mit Machtstrukturen zu tun. Soziale Bindungen resultieren aus dem artspezifischen Sozialverhalten, welches wiederum biologisch bedingt ist - heißt in der Biologie (der jeweiligen Art) seinen Ursprung hat, durch diese begründet ist.
Dabei handelt es sich um Fakten, die dir jeder Evolutionspsychologe belegen kann und zwar mittels wissenschaftlicher Methodik ==> nachvollziehbar, an und in der Realität überprüfbar und falsifizierbar!
Anerkennung (ZurKenntnisnahme) von (biologischen) Fakten wiederum haben nichts mit konsevativem Denken zu tun.

Bezüglich geschlechtsspezifischer Vehaltensmuster/geschlechtsspezifischer Unterschiede im Verhalten gibt es nichts, worauf nicht Evolutionsspychologen und Soziologen eine hinreichend genaue Erklärung liefern könnten. Dazu bedarf es keiner Genderforschung/Genderstudies.
Gleichberechtigung und Chancengleichheit betreffen jedes einzelne Individuum und NICHT das Geschlecht des Individuum. Dabei geht es um Individualrechte und NICHT um Rechte aufgrund Gruppenzugehörigkeit und diese wiederum basieren auf Erkennntnis der Aufklärung und den Ideen des Humanismus, demzufolge allen Menschen gleiche Rechte zukommen, allein aufgrund ihres Menschseins.
Aus gleichen Rechten aufgrund des Menschseins eine Gleichheit der Menschen zu konstruieren IST Ideologie, biologisch bedingte Verhaltensunterschiede zu leugnen IST Ideologie und es IST Ideologie anzunehmen, Verhaltensmuster, die sich über Jahrhunderttausende bzw Jahrmillionen als evolutionärer Überlebensvorteil entwickelt haben, könnten per Dekret beseitigt werden.
Und JA - manchen Menschen (DIR) tut die Erkenntnis, dass Mensch ein biologisches Wesen, und NUR ein biologisches Wesen ist, sehr weh. Genau darum verweigern sie sich dieser Erkenntnis!
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon Selina » So 14. Okt 2018, 13:43

Dark Angel hat geschrieben:(14 Oct 2018, 13:47)

Du fragst, wo "wir zunehmend eine ideologiegetriebene Gesellschaft werden"?, dabei bist du doch das beste Beispiel für zunehmende Ideologiegetriebenheit.
Das belegt schon deine Aussage, dass du keinen Beleg für die Unwissenschaftlichkeit der Gender Studies finden kannst. Wer Belege ignoriert - wie DU das tust - der findet natürlich auh keine.
Ich weiß nicht mehr, wie oft ich in diesem und anderen Unterforen darauf hingewiesen habe, dass Geschlecht ausschließlich biologisch determiniert ist und ausschließlich im Zusammenhang mit Fortpflanzung von Relevanz ist und ich weiß nicht mehr, wie oft ich darauf hingewiesen habe, dass "das Soziale" - das Sozialverhalten einer Art - sich biologisch bedingt evolutionär entwickelt hat und einen Überlebensvorteil darstellt.
Das Einzige, was du dem entgegen zu setzen hast, ist der ideolgische Kampfbegriff "Biologismus". Ganz konkret widerlegen konntest du meine Aussagen bisher nicht und hast du auch nicht.
Geschlecht bzw geschlechtsspezifisches Verhalten ist biologisch bedingt und hat weder etwas mit Erziehung und noch viel weniger mit Machtstrukturen zu tun. Soziale Bindungen resultieren aus dem artspezifischen Sozialverhalten, welches wiederum biologisch bedingt ist - heißt in der Biologie (der jeweiligen Art) seinen Ursprung hat, durch diese begründet ist.
Dabei handelt es sich um Fakten, die dir jeder Evolutionspsychologe belegen kann und zwar mittels wissenschaftlicher Methodik ==> nachvollziehbar, an und in der Realität überprüfbar und falsifizierbar!
Anerkennung (ZurKenntnisnahme) von (biologischen) Fakten wiederum haben nichts mit konsevativem Denken zu tun.

Bezüglich geschlechtsspezifischer Vehaltensmuster/geschlechtsspezifischer Unterschiede im Verhalten gibt es nichts, worauf nicht Evolutionsspychologen und Soziologen eine hinreichend genaue Erklärung liefern könnten. Dazu bedarf es keiner Genderforschung/Genderstudies.
Gleichberechtigung und Chancengleichheit betreffen jedes einzelne Individuum und NICHT das Geschlecht des Individuum. Dabei geht es um Individualrechte und NICHT um Rechte aufgrund Gruppenzugehörigkeit und diese wiederum basieren auf Erkennntnis der Aufklärung und den Ideen des Humanismus, demzufolge allen Menschen gleiche Rechte zukommen, allein aufgrund ihres Menschseins.
Aus gleichen Rechten aufgrund des Menschseins eine Gleichheit der Menschen zu konstruieren IST Ideologie, biologisch bedingte Verhaltensunterschiede zu leugnen IST Ideologie und es IST Ideologie anzunehmen, Verhaltensmuster, die sich über Jahrhunderttausende bzw Jahrmillionen als evolutionärer Überlebensvorteil entwickelt haben, könnten per Dekret beseitigt werden.
Und JA - manchen Menschen (DIR) tut die Erkenntnis, dass Mensch ein biologisches Wesen, und NUR ein biologisches Wesen ist, sehr weh. Genau darum verweigern sie sich dieser Erkenntnis!


Ich kenne deine Position zur Frage Gender Studies zur Genüge. Das musst du nun wahrlich nicht zum hundertsten Mal wiederholen. Und ich entgegne (auch zum hundertsten Mal :D ), du verabsolutierst das Biologische und vernachlässigst das Soziale. Es spielen aber in allen Fragen des Geschlechts immer beide Aspekte eine Rolle, der biologische und der soziale. Da wirst du mich auch nicht vom Gegenteil überzeugen können. Das Ganze hat auch mit der berühmten und hier ebenfalls mehrfach erwähnten Ambiguitätstoleranz zu tun: Du solltest es einfach aushalten, auch mal mehrere (scheinbar und real) widersprüchliche Äußerungen von User x und User y nebeneinander stehen zu lassen. Du kannst mich nun mal nicht überzeugen und ich dich auch nicht. Ich finde das aber auch nicht weltbewegend oder schlimm. Man nimmt einfach die verschiedenen Ansichten zur Kenntnis und gut.

Was ich aber hier gerne einmal beantwortet haben wollte, sind folgende Fragen (siehe oben):

Welche "Ideologie" soll denn nun genau hinter der Genderforschung eurer Meinung nach stecken? Was besagt sie? Welche Ziele hat sie diese "Ideologie"?

Was macht sie in deinen und Skeptikers Augen so gefährlich?

Welche "Schlüsse" der Genderforscher führen zu welchen "falschen Entscheidungen" (Formulierungen von Skeptiker)?

Und nun die Frage, die schokoschendrezki stellte und deren Beantwortung mich auch schon längere Zeit interessiert: "Woher rührt dieser Hang zur Aufblasung dieses Nischenphänomens zu einem schwarzen Riesenmonster"? (schoko)
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon Dark Angel » So 14. Okt 2018, 15:37

Selina hat geschrieben:(14 Oct 2018, 14:43)

Ich kenne deine Position zur Frage Gender Studies zur Genüge. Das musst du nun wahrlich nicht zum hundertsten Mal wiederholen. Und ich entgegne (auch zum hundertsten Mal :D ), du verabsolutierst das Biologische und vernachlässigst das Soziale.

Ich verabsolutiere bzw vernachlässige gar nichts! OHNE biologische Bedingtheit gibt es KEIN "Soziales"!
"Das Soziale" = menschliches Sozialverhalten, soziale Interaktionen des Menschen SIND biologisch begründet - das existiert NICHT außerhalb der Biologie, sondern resultiert aus dieser. "Das Soziale" resultiert aus der Tatsache, dass Mensch wie alle Primaten ein Rudeltier ist.

Selina hat geschrieben:(14 Oct 2018, 14:43)
Es spielen aber in allen Fragen des Geschlechts immer beide Aspekte eine Rolle, der biologische und der soziale.

Genau DAS ist der ideologische Unsinn, den Du unreflektiert nachplapperst! Es gibt KEINE "geschlechtliche Rolle"! Ees gibt nur zwei Geschlechter - männlich und weiblich - und diese unterscheiden sich in ihrem biologisch bedingten geschlechtsspezifischen Verhalten entsprechend ihrer Funktion bei der Reproduktion und dazu zählen auch Unterschiede im Sozialverhalten.
Nochmal: OHNE Biologie, biologische Bedingtheit gibt es nichts "Soziales", kein artspezifisches Sozialverhalten und damit auch KEINE Fragen (des Geschlechts) die berücksichtigt werden müssen.


Selina hat geschrieben:(14 Oct 2018, 14:43) Da wirst du mich auch nicht vom Gegenteil überzeugen können.

Nun - damit dokumentierst Du nur wieder sehr eindrucksvoll Deine Ignoranz naturwissenschaftlichen Erkenntnissen gegenüber und deine ideologische Verbohrtheit.

Selina hat geschrieben:(14 Oct 2018, 14:43)
Das Ganze hat auch mit der berühmten und hier ebenfalls mehrfach erwähnten Ambiguitätstoleranz zu tun: Du solltest es einfach aushalten, auch mal mehrere (scheinbar und real) widersprüchliche Äußerungen von User x und User y nebeneinander stehen zu lassen.

Es gibt keine Doppeldeutigkeiten, Unsicherheiten und/oder widersprüchliche Äußerungen, die zu tolerieren wären!
Es gibt nachvollziehbare, an und in der Realität überprüfbare und falsifizierbare Erklärungen seitens der Naturwissenschaften (Evolutionsbiologie, Evolutionspsychologie) - nennt sich wissenschaftliche Methode und es gibt ideologisch begründete Behauptungen, welche NICHT nachvollziehbar sind, die jedoch durchweg keiner Überprüfung an und in der Realität standhalten, die im Gegenteil falsifiziert sind.

Selina hat geschrieben:(14 Oct 2018, 14:43)Welche "Ideologie" soll denn nun genau hinter der Genderforschung eurer Meinung nach stecken? Was besagt sie? Welche Ziele hat sie diese "Ideologie"?

Zunächst mal Ideologie = Ideenlehre (Weltanschauung) ist ein geschlossenes Sinn- und Ideensystem, das immer selbstreferierend ist und sich durch Distanzierung zu einem anderen definiert, den/das es ablehnt. (Karl Mannheim). Im weitesten Sinne ist Ideologie ein Glaubenssystem und genau das trifft auf Gender Studies zu. "Genderforscher" glauben, die Methode des Konstruktivismus und Postrukturalismus bzw Dekonstruktivismus(nach Derida und Foucault), die insbesondere in den Literaturwissenschaften Anwendung findet, auf biologische und gesellschaftlich-kulturelle Systeme übertragen zu können.
Deshalb glauben Genderforscher auch, dass Geschlecht nicht biologisch (genetisch) determiniert sei, sondern sozial kontruiert. Sie leugnen biologisch determinierte und bedingte Unterschiede. Und genau aus diesem Grund stehen sie mit den Naturwissenschaften auf "Kriegsfuß" und unterstellen diesen Snobismus.
Das liest sich dann bei "Genderforschern" so:
(Dr. Monika Setzwein) "Die Rigidität und Ausschließlichkeit, mit der Menschen in Männer und Frauen aufgeteilt werden, geht also keineswegs auf naturgegebene Zwänge zurück, sondern die Zwei-Klassen-Gesellschaft ist ein soziales Ordnungsmuster, das in sozialen Praxen immer wieder neu hergestellt und bestätigt werden muss.[...]Wir haben es hier demnach mit einer Geschlechtszuständigkeit zu tun, die sich gleichermaßen auf Darstellungs- und Interpretationsleistungen bezieht, und mittels derer die Geschlechtszugehörigkeit von Personen sozial konstruiert wird.
Die Unterschiede zwischen Männern und Frauen werden im gegenseitigen Miteinander, in der sozialen Praxis, produziert und durch Prozesse der Institutionalisierung verfestigt und auf Dauer gestellt."
Quelle

Begründet wird die "soziale Kontruiertheit" von Geschlecht dann damit, dass Faktoren, die einander bedingen bzw ineinandergreifen (Genetik) getrennt und losgelöst voneinander betrachtet werden.
Da werden biologische Bedingtheit und kulturelle Vorstellungen miteinander verschwurbelt, um eine "soziale Kontruiertheit" beweisen zu können u.v.m.

Selina hat geschrieben:(14 Oct 2018, 14:43)Was macht sie in deinen und Skeptikers Augen so gefährlich?

Die Gefahr besteht darin, dass Gender Studies sich anschicken, in andere, insbesondere Naturwissenschaftsbereiche vorzudringen und dort wissenschaftliche Methodik zu untergraben bzw durch ihre Herangehensweise (siehe oben genannte) zu ersetzen. Nicht (mehr) faktenbasiert, sondern spekulierend und auf Emotionen basierend. Beispiele aus meinem Fachbereich hatte ich in einem anderen Thread bereits genannt.
Im Endeffekt bedeutet dies wissenschaftliche Methode, die in den Naturwissenschaften und verwandten Fachgebieten auf dem Kritischen Rationalismus basiert, durch die Erkenntnistheorie des Relativismus zu ersetzen und damit jeglichen Erkenntnisgewinn ad absurdum zu führen.

Selina hat geschrieben:(14 Oct 2018, 14:43)Welche "Schlüsse" der Genderforscher führen zu welchen "falschen Entscheidungen" (Formulierungen von Skeptiker)?

Siehe oben! Der falsche Schluss "Geschlecht sei sozial kontruiert und nicht biologisch determiniert" führt zu falschen Entscheidungen, die nicht nur in das gesellschaftliche Leben eingreifen, sondern bis in die Privatsphäre

Selina hat geschrieben:(14 Oct 2018, 14:43)Und nun die Frage, die schokoschendrezki stellte und deren Beantwortung mich auch schon längere Zeit interessiert: "Woher rührt dieser Hang zur Aufblasung dieses Nischenphänomens zu einem schwarzen Riesenmonster"? (schoko)

Es ist kein Nischenproblem!
Das Problem besteht darin, dass eine Minderheit ihre Interessen gegenüber der Gesamtgesellschaft durchsetzt bzw diese der Gesamtgesellschaft diktiert, dass in politische Entscheidungen eingegriffen wird bzw eigene Interessen politisch durchgesetzt werden.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon Schnitter » So 14. Okt 2018, 15:52

unity in diversity hat geschrieben:(13 Oct 2018, 03:20)

Die Genderologen kann man mit Ufologen gleichsetzen.


Es gibt Bereiche innerhalb der Genderforschung die heute längst anerkannter Stand der Wissenschaft sind.
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon Selina » So 14. Okt 2018, 16:09

Interessanter Text dazu in der taz, was die Hintergründe der angeblichen Unwissenschaftlichkeit der Gender Studies sind:

Zitat:

Streit um Gender Studies
„Hier wird Stimmung gemacht“

Als unwissenschaftlich und Unfug wird in der „SZ“ die Geschlechterforschung an den Universitäten bezeichnet. Zu Unrecht. Eine Replik.

Wenn in der deutschen Presselandschaft über „die Gender-Forschung“ geschrieben wird, geschieht dies zumeist in kritischer Absicht. Dagegen ist zunächst nichts einzuwenden, allerdings beruhen die meisten Artikel anscheinend auf einer völligen Unkenntnis des Faches. Zuletzt versuchte sich der SZ-Autor Christian Weber unter der Rubrik „Gesellschaft und Forschung“ an einem Rundumschlag gegen die Gender Studies, indem er sie als unwissenschaftlich, unsolide, kurz: als „Unfug“ bezeichnete. Die Gründe, die er anführte, sind banal: Es gebe nun mal einen Unterschied zwischen Männern und Frauen, der sei natürlich „natürlich“, und gerade dies wolle die Genderforschung „wegdiskutieren“ – obwohl die „empirische Forschung“ zu ganz anderen Ergebnissen komme.

Allerdings gehören die konstruktivistischen Theorien, gegen die der Autor wettert, zum Kanon aller Sozial- und Geisteswissenschaften und sind bestimmt kein Alleinstellungsmerkmal der Gender Studies. Der Mediziner und Serologe Ludwik Fleck begründete diese Erkenntniskritik in den 1930er Jahren, indem er anhand eines naturwissenschaftlichen Beispiels aufzeigte, wie selbst „wissenschaftliche Tatsachen“ kulturell, historisch und sozial verfasst sind.

„In der Naturwissenschaft gibt es gleich wie in der Kunst und im Leben keine andere Naturtreue als die Kulturtreue“, so der Fleck’sche Wortlaut. Das bedeutet, dass der wissenschaftliche Blick nicht vor dem vermeintlich Natürlichen Halt machen darf, sondern dass alle Phänomene – erscheinen sie uns auch noch so selbstverständlich – kulturell situiert sind.

Geschlecht und Geschlechterordnungen sind dafür ein gutes Beispiel. Oder, um es mit den Worten von Herrn Weber zu sagen: Vagina und Penis sind nicht einfach da und zeugen von Sprachvermögen und Rechenkompetenz. Vielmehr werden sie mit bestimmten Bedeutungen aufgeladen, die historisch zwar variabel, aber sozial wirksam sind. Geschlecht ist daher immer noch ein gesellschaftlicher Platzanweiser und entscheidet zum Beispiel darüber, wer die Sorgearbeit verrichtet, wer in Teilzeit geht und wer – um wieder Herrn Weber zu zitieren – ein ausschweifendes Sexleben haben darf und wer eben nicht.

Nun sind Erkenntnistheorien mindestens so voraussetzungsvoll wie Astrophysik. Dennoch stehen nur selten Himmelserscheinungen im Zentrum des feuilletonistischen Interesses. Dies führt zu der Annahme, dass die Angriffe gegen die Geschlechterforschung nicht inhaltlich motiviert sind. Vielleicht hat die politische Debatte über Geschlechtergerechtigkeit ausgedient – denn was ist dem Gender Pay Gap und der Altersarmut von Frauen schon an Polemik entgegenzusetzen? Also wird die Auseinandersetzung über Geschlechterfragen auf ein neues Terrain verschoben, dem der Wissenschaft.

Allerdings ist der Subtext ein ähnlicher: Der Kampf für Gleichberechtigung sei ebenso unnötig wie die Geschlechterforschung, Gender Mainstreaming und Gender Studies seien Verschwendung von Steuergeldern, alles ist eben natürlich, die Vagina genauso wie die Teilzeitbeschäftigung, warum sich also darüber aufregen oder dazu forschen?

Dabei bleibt aber eine grundsätzliche Frage offen: Wenn Gender-Forschung unwissenschaftlich ist, warum ist sie dann an deutschen Universitäten etabliert? Gibt es etwa ein Leck in der Qualitätskontrolle? Drückt die DFG bei der Gender-Forschung ein Auge zu? Sind die Berufungsstandards bei Professuren mit Gender-Denomination andere? Kurz: Ist das deutsche Wissenschaftssystem dem Untergang geweiht, da Gender Studies berücksichtigt werden?

In Deutschland gibt es nur einige wenige Lehrstühle, die über eine dezidierte Gender-Studies-Denomination verfügen. In der Regel finden Lehre und Forschung über Geschlecht innerhalb einer Kerndisziplin statt, die sich in der Denomination durch den Zusatz „unter Berücksichtigung von Geschlecht/Gender“ auszeichnet – zum Beispiel „Geschichte der frühen Neuzeit und Geschlechtergeschichte“ oder „Lehrstuhl für Soziologie/Soziale Ungleichheit und Geschlecht“. Hier zeigt sich, dass Geschlechterforschung ein interdisziplinäres Fach ist, welches Theorien und Methoden unterschiedlichster Disziplinen wie Soziologie, Geschichtswissenschaft, Biologie, Politologie, Ökonomie, Medizin, Rechtswissenschaft oder Psychologie vereint.

Das bedeutet aber auch, dass jede Berufung und jeder Forschungsantrag den Gepflogenheiten der jeweiligen Disziplin entsprechen müssen. Wenn also gegen „die Gender Studies“, die „zu einem Großteil den Stand der empirischen Wissenschaften ignorieren“, gewettert wird, betrifft diese Kritik den Kern eines jeden einzelnen Fachs. Geschlechterforschung ist immer mit den methodischen Verfahrensweisen einer Disziplin verstrickt – sei es die empirische Sozialforschung, die historische Quellenanalyse oder die rechtswissenschaftliche Auslegung eines Paragrafen.

Daher sind die Angriffe auf ein Fach, das wie jedes andere ständig evaluiert, akkreditiert, peer-reviewed und qualitätsgesichert wird, haltlos. Willentlich – und keinesfalls aufgrund von Unkenntnis und Informationsdefiziten – wird hier Stimmung gemacht, und dies auf Kosten des gesamten Wissenschaftssystems. Denn wer Gender Studies infrage stellt, kann sich gleich auch Germanistik, Biologie oder Ökonomie vornehmen. Zur Debatte steht nämlich nicht die Unwissenschaftlichkeit einer einzigen Disziplin, sondern die des gesamten Wissenschaftssystems. Geschlechterforschung ist ebenso esoterisch, langweilig, ideologisch, kontrovers und aufregend wie alle anderen Wissenschaften auch. Denn es gelten wie überall die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis: Lege artis arbeiten, Resultate dokumentieren, Ergebnisse konsequent selbst anzweifeln.

Was ist also die Zielscheibe der Angriffe? Sind es tatsächlich Gender Studies? Oder ist es nicht vielmehr die theoretisch und methodisch versierte Auseinandersetzung mit Geschlecht, Geschlechterordnungen und den damit einhergehenden Ungleichheiten, die Analyse von heteronormativen Zwängen und rigider Zweigeschlechtlichkeit eingeschlossen? Klar ist, dass Gender Studies mit der Infragestellung des vermeintlich Natürlichen die wissenschaftliche Komfortzone verlassen und zuweilen auch Befunde liefern, die für so manchen politisch unbequem sind. Und genau hier kommen die Feuilletonisten auf den Plan: Sie wehren sich mit dem Vorwurf der Unwissenschaftlichkeit gegen eine empirische Forschung, die weiße, männliche, heterosexuelle und ableistische Privilegien sichtbar macht.


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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon Selina » So 14. Okt 2018, 16:15

Und dieser taz-Text zeigt, was sich auch unsere Rechtspopulisten wünschen:

Zitat:

Ungarn verbietet Gender Studies
Aus Angst um den Mann

Die ungarische Regierung verbietet die Gender Studies – angeblich, weil deren Absolventen nicht gebraucht würden.
Sehr viele Männer und einige Frauen werden als Minister im neuen Kabinett von Ungarn nach der Parlamentswahl im April vereidigt

BUDAPEST taz | Das hier ist seine Bühne. Es ist Ende Juli, Mitten in Rumänien, und der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán lässt sich feiern. Er steht auf einem Podium der Freien Universität in Tusványos, 400 Kilometer hinter der ungarischen Grenze. Tausende sind gekommen, die halbe ungarische Elite ist aus Budapest angereist. Die Regierungspartei Fidesz veranstaltet eine riesige politische Party für sich selbst.

Eine Stunde lang verkündet Orbán von hier oben seine Sicht auf die Welt. Er zeichnet ein Bild von sich als globalem Akteur zwischen Trump und Putin. Und am Ende kommt der Satz, der den Westen provozieren soll: „Wir könnten bei den Wahlen zum Europäischen Parlament im nächsten Mai nebst den liberalen Demokraten auch die 68er Generation für immer verjagen.“ Orbán lächelt wie ein Pubertierender nach einem gelungenen Streich.

Es dauert keine zwei Wochen, bis er Taten folgen lässt. Mitte August beauftragt er zwei seiner Minister, das Studienfach Gender Studies an den ungarischen Universitäten verbieten zu lassen.


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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon Skeptiker » So 14. Okt 2018, 18:10

Schnitter hat geschrieben:(14 Oct 2018, 16:52)

Es gibt Bereiche innerhalb der Genderforschung die heute längst anerkannter Stand der Wissenschaft sind.

Bitte nenne mir Beispiele von Modellen welche die Genderforschung als erste entwickelt hat und die heute nach naturwissenschaftlichen Massstäben als Lehrmeinung gelten.

Es ist einfach sich an bekannte Erkenntnisse dranzuhängen oder Unsinn zu erfinden. Wissenschaftlicher Wert besteht in der Erzeugung valider neuer Modelle. Gibt es die in ausreichender Menge?
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon Dark Angel » So 14. Okt 2018, 18:32

Selina hat geschrieben:(14 Oct 2018, 17:09)

Interessanter Text dazu in der taz, was die Hintergründe der angeblichen Unwissenschaftlichkeit der Gender Studies sind:

Zitat:

Streit um Gender Studies
„Hier wird Stimmung gemacht“

Als unwissenschaftlich und Unfug wird in der „SZ“ die Geschlechterforschung an den Universitäten bezeichnet. Zu Unrecht. Eine Replik.

Wenn in der deutschen Presselandschaft über „die Gender-Forschung“ geschrieben wird, geschieht dies zumeist in kritischer Absicht. Dagegen ist zunächst nichts einzuwenden, allerdings beruhen die meisten Artikel anscheinend auf einer völligen Unkenntnis des Faches. Zuletzt versuchte sich der SZ-Autor Christian Weber unter der Rubrik „Gesellschaft und Forschung“ an einem Rundumschlag gegen die Gender Studies, indem er sie als unwissenschaftlich, unsolide, kurz: als „Unfug“ bezeichnete. Die Gründe, die er anführte, sind banal: Es gebe nun mal einen Unterschied zwischen Männern und Frauen, der sei natürlich „natürlich“, und gerade dies wolle die Genderforschung „wegdiskutieren“ – obwohl die „empirische Forschung“ zu ganz anderen Ergebnissen komme.

Allerdings gehören die konstruktivistischen Theorien, gegen die der Autor wettert, zum Kanon aller Sozial- und Geisteswissenschaften und sind bestimmt kein Alleinstellungsmerkmal der Gender Studies. Der Mediziner und Serologe Ludwik Fleck begründete diese Erkenntniskritik in den 1930er Jahren, indem er anhand eines naturwissenschaftlichen Beispiels aufzeigte, wie selbst „wissenschaftliche Tatsachen“ kulturell, historisch und sozial verfasst sind.

„In der Naturwissenschaft gibt es gleich wie in der Kunst und im Leben keine andere Naturtreue als die Kulturtreue“, so der Fleck’sche Wortlaut. Das bedeutet, dass der wissenschaftliche Blick nicht vor dem vermeintlich Natürlichen Halt machen darf, sondern dass alle Phänomene – erscheinen sie uns auch noch so selbstverständlich – kulturell situiert sind.

Geschlecht und Geschlechterordnungen sind dafür ein gutes Beispiel. Oder, um es mit den Worten von Herrn Weber zu sagen: Vagina und Penis sind nicht einfach da und zeugen von Sprachvermögen und Rechenkompetenz. Vielmehr werden sie mit bestimmten Bedeutungen aufgeladen, die historisch zwar variabel, aber sozial wirksam sind. Geschlecht ist daher immer noch ein gesellschaftlicher Platzanweiser und entscheidet zum Beispiel darüber, wer die Sorgearbeit verrichtet, wer in Teilzeit geht und wer – um wieder Herrn Weber zu zitieren – ein ausschweifendes Sexleben haben darf und wer eben nicht.

Nun sind Erkenntnistheorien mindestens so voraussetzungsvoll wie Astrophysik. Dennoch stehen nur selten Himmelserscheinungen im Zentrum des feuilletonistischen Interesses. Dies führt zu der Annahme, dass die Angriffe gegen die Geschlechterforschung nicht inhaltlich motiviert sind. Vielleicht hat die politische Debatte über Geschlechtergerechtigkeit ausgedient – denn was ist dem Gender Pay Gap und der Altersarmut von Frauen schon an Polemik entgegenzusetzen? Also wird die Auseinandersetzung über Geschlechterfragen auf ein neues Terrain verschoben, dem der Wissenschaft.

Allerdings ist der Subtext ein ähnlicher: Der Kampf für Gleichberechtigung sei ebenso unnötig wie die Geschlechterforschung, Gender Mainstreaming und Gender Studies seien Verschwendung von Steuergeldern, alles ist eben natürlich, die Vagina genauso wie die Teilzeitbeschäftigung, warum sich also darüber aufregen oder dazu forschen?

Dabei bleibt aber eine grundsätzliche Frage offen: Wenn Gender-Forschung unwissenschaftlich ist, warum ist sie dann an deutschen Universitäten etabliert? Gibt es etwa ein Leck in der Qualitätskontrolle? Drückt die DFG bei der Gender-Forschung ein Auge zu? Sind die Berufungsstandards bei Professuren mit Gender-Denomination andere? Kurz: Ist das deutsche Wissenschaftssystem dem Untergang geweiht, da Gender Studies berücksichtigt werden?

In Deutschland gibt es nur einige wenige Lehrstühle, die über eine dezidierte Gender-Studies-Denomination verfügen. In der Regel finden Lehre und Forschung über Geschlecht innerhalb einer Kerndisziplin statt, die sich in der Denomination durch den Zusatz „unter Berücksichtigung von Geschlecht/Gender“ auszeichnet – zum Beispiel „Geschichte der frühen Neuzeit und Geschlechtergeschichte“ oder „Lehrstuhl für Soziologie/Soziale Ungleichheit und Geschlecht“. Hier zeigt sich, dass Geschlechterforschung ein interdisziplinäres Fach ist, welches Theorien und Methoden unterschiedlichster Disziplinen wie Soziologie, Geschichtswissenschaft, Biologie, Politologie, Ökonomie, Medizin, Rechtswissenschaft oder Psychologie vereint.

Das bedeutet aber auch, dass jede Berufung und jeder Forschungsantrag den Gepflogenheiten der jeweiligen Disziplin entsprechen müssen. Wenn also gegen „die Gender Studies“, die „zu einem Großteil den Stand der empirischen Wissenschaften ignorieren“, gewettert wird, betrifft diese Kritik den Kern eines jeden einzelnen Fachs. Geschlechterforschung ist immer mit den methodischen Verfahrensweisen einer Disziplin verstrickt – sei es die empirische Sozialforschung, die historische Quellenanalyse oder die rechtswissenschaftliche Auslegung eines Paragrafen.

Daher sind die Angriffe auf ein Fach, das wie jedes andere ständig evaluiert, akkreditiert, peer-reviewed und qualitätsgesichert wird, haltlos. Willentlich – und keinesfalls aufgrund von Unkenntnis und Informationsdefiziten – wird hier Stimmung gemacht, und dies auf Kosten des gesamten Wissenschaftssystems. Denn wer Gender Studies infrage stellt, kann sich gleich auch Germanistik, Biologie oder Ökonomie vornehmen. Zur Debatte steht nämlich nicht die Unwissenschaftlichkeit einer einzigen Disziplin, sondern die des gesamten Wissenschaftssystems. Geschlechterforschung ist ebenso esoterisch, langweilig, ideologisch, kontrovers und aufregend wie alle anderen Wissenschaften auch. Denn es gelten wie überall die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis: Lege artis arbeiten, Resultate dokumentieren, Ergebnisse konsequent selbst anzweifeln.

Was ist also die Zielscheibe der Angriffe? Sind es tatsächlich Gender Studies? Oder ist es nicht vielmehr die theoretisch und methodisch versierte Auseinandersetzung mit Geschlecht, Geschlechterordnungen und den damit einhergehenden Ungleichheiten, die Analyse von heteronormativen Zwängen und rigider Zweigeschlechtlichkeit eingeschlossen? Klar ist, dass Gender Studies mit der Infragestellung des vermeintlich Natürlichen die wissenschaftliche Komfortzone verlassen und zuweilen auch Befunde liefern, die für so manchen politisch unbequem sind. Und genau hier kommen die Feuilletonisten auf den Plan: Sie wehren sich mit dem Vorwurf der Unwissenschaftlichkeit gegen eine empirische Forschung, die weiße, männliche, heterosexuelle und ableistische Privilegien sichtbar macht.


http://www.taz.de/!5298774/

Kannst du eigentlich auch was anderes als copy 'n' paste?
Vor allem kannst du selber denken?
Hast du eigentlich gelesen, was ich geschrieben habe und vor allem hast du dich auch damit auseinander gesetzt?
Dein vollzitierter Text trieft doch nur so von Ideologie.
Zweigeschlechtlichkeit beim Menschen IST eine biologische Tatsache und geschlechtsspezifische Unterschiede im Verhalten sind NICHT "sozial konstruiert", sondern stehen in direktem kausalen Zusammenhang mit der jeweiligen Funktion bei der Reproduktion!
Es gibt weder eine "Geschlechterordnung" - auch so ein ideologischer Schwachsinn - noch gibt es "heteronormative Zwänge". Es ist eine schlichte biologische Tatsache, dass etwa 95% der Individuen jeder(!) Art, die sich sexuell reproduziert, in ihrem Sexualtrieb/Fortpflanzungstrieb auf das jeweils andere Geschlecht ausgerichtet und somit heterosexuell sind.
Die restlichen 5% sind Ausnahmen/Abweichungen, die auf Gendefekte, Mutationen und/oder Umwelteinflüsse während der Embryogenese zurückzuführen sind.
Gender Studies SIND unwissenschaftlich, sind quasireligiös!

"Das ganze findet seinen Höhepunkt in einem Abschnitt, in dem die Autorinnen ihren Kritikern vorwerfen, Wissenschaft auf Naturwissenschaft zu reduzieren. Ein entlarvender Vorwurf, denn tatsächlich beruhen die Gender-Studies darauf, geisteswissenschaftliche Pseudo-Gegenstände zu konstruieren („Gender“) und diese so gegen jeder Form empirischer Überprüfbarkeit zu immunisieren. Mit „Freiheit der Forschung“ hat das wenig, mit Gaukelei aber umso mehr zu tun."

Wer von sich behauptet Wissenschaft zu betreiben, wissenschaftlich zu arbeiten immunisiert sich nicht gegen Überprüfung, sondern stellt sich dieser und lässt falsifizierte Theorien/Hypothesen fallen. Tut Gender Studies nicht, im Gegenteil - bereits falsifizierte Theorien werden wieder und wieder als Beleg heran gezogen.

"Zunächst: Auffällig ist, dass man im Gender-Milieu offensichtlich zunehmend Argumentationshilfen zur Verteidigung der eigenen Position braucht." [...]
"Schon der erste Satz – „Geschlechterforschung kritisiert gesellschaftliche Verhältnisse und Missstände mit dem Ziel, Ungerechtigkeiten und Hierarchien zu verändern“ – konterkariert sein Anliegen. Denn ein intellektuelles Unternehmen, das normative Ziele verfolgt, ist niemals Wissenschaft, sondern eben Ideologie. Und auch wenn immer wieder in der Geschichte das Gegenteil behauptet wurde: Es gibt keine wissenschaftliche Ideologie." [...]
"Wer jedoch mit den Begriffen „Wissenschaft“ und „Ideologie“ Schindluder betreibt, der verheddert sich schnell in seiner eigenen Terminologie. So kann man auf der schon zitierten Seite weiter lesen: „Geschlechterforschung betreibt Wissenschaftskritik, weil der Blick der Wissenschaften von einer männlichen und weißen Perspektive ausgeht und damit zumeist blind bleibt für Geschlecht und andere Perspektiven.“

Doch schon auf der nächsten Seite wird der verblüffte Leser mit Blick auf den hohen Frauenanteil in der Geschlechterforschung informiert: „Objektivität hängt nicht vom Geschlecht der Forschenden ab, sondern von deren Fähigkeit zur (Selbst-)Reflexion.“ Wir lernen: Von Frauen betriebene Gender-Studies sind objektiv, von Männern betriebene Wissenschaft hingegen nicht, da diese von der männlichen Perspektive eingetrübt wird. Aha."
[url=https://www.cicero.de/kultur/genderstudies-die-glaubensgemeinschaft-schlaegt-zurueck]Quelle für alle drei Zitate[/url]


Schon mal darüber nachgedacht, warum bei Gender Studies der Frauen- (Lesben-) und Schwulenanteil so extrem hoch ist?
Offensichtlich nicht!
Allerdings ist dieser extrem hohe Anteil ein Indiz dafür, dass es sich bei Gender Studies NICHT um Wissenschaft handelt, sondern um Ideologie!

"Der populärste und wirkungsmächtigste Bereich des sozialen Konstruktivismus ist allerdings das Geschlecht. Stichwort: Gendertheorie. Die geht davon aus, dass Geschlechter keine natürlichen Arten sind, sondern soziale Konstruktionen.
Anders das Argument des sozialen Konstruktivismus: Er geht davon aus, dass Dinge oder Eigenarten sozial konstruiert werden. Soll heißen: in oder mittels der Gemeinschaft. Hier aber liegt das erste von vielen Problemen.
"Zunächst: Gemeinschaften sind keine Subjekte. Sie können nichts vereinbaren, verabreden oder konstruieren. Nur Individuen können untereinander Konventionen ausbilden." [...]
"Soziale Konstruktivisten machen häufig den Fehler, von „nicht eindeutig definierbar“ auf „sozial konstruiert“ zu schließen. Doch so funktioniert Sprache nicht. Viele alltägliche Begriffe sind an ihren Bedeutungsrändern äußerst unscharf." ...
" Hinzu kommt, dass nicht alle Begriffe unscharf sind. Es gibt eine Reihe von Dingen, die aufgrund eindeutiger Merkmale trennscharf zu bezeichnen sind. Eine Flüssigkeit etwa, deren Moleküle aus zwei Wasserstoffatomen und einem Sauerstoffatom besteht, ist Wasser. Eindeutig.

Ähnlich sieht es mit dem Geschlecht aus. Es mag unromantisch und reduktionistisch klingen, doch die Ausdrücke „Mann“ und „Frau“ verweisen auf eine spezifische Kombination von Makromolekularen Komplexen in den Zellkernen, den Chromosomen. Damit sind Menschen eindeutig einem der beiden Geschlechter zuordenbar, und auch jene, die eine Chromosomenanomalie haben, sind eindeutig identifizierbar."


Diese eindeutige Zuordenbarkeit gilt auch dann, wenn ein Individuum sich weder als Mann oder Frau, sondern als Gänseblümchen oder Ameise fühlt. Emotionen können zwar Gegenstand von Forschung sein, haben jedoch nichts mit der Forschungsmethode zu tun und genau das ist der Kasus Cnacus bei den "Genderforschungen" - da ist die angebliche "theoretisch und methodisch[e] Auseinandersetzung mit Geschlecht" rein emotional, individuell unterschiedlich.

"Geschlechter sind ebenso wenig eine soziale Konstruktion wie die Methode ihrer Bestimmung, auch wenn diese wissenschaftshistorisch gewachsen ist." [...]
"Ideologische Konstruktivisten sind genötigt, ihren Konstruktivismus-Vorwurf zu erweitern. Um etwa zu zeigen, dass das Geschlecht eine soziale Konstruktion ist, muss man wiederum die Wissenschaft als Konstruktion entlarven.
Typisch für den ideologischen Konstruktivismus ist daher auch sein Entlarvungsgestus. Wie die Psychoanalyse, unterscheidet er zwischen dem oberflächlichen Schein und dessen tieferen Ursachen, die es zu demaskieren gilt. Wer dem widerspricht, bestätigt die Theorie nur, da er zeigt, wie sehr er in ideologischen Mustern befangen ist.
Wenn es ein wissenschaftliches Konzept gibt, das offensichtlich sozial konstruiert ist, dann ist es der radikale soziale Konstruktivismus selbst. Er ist ein pseudowissenschaftlicher Taschenspielertrick zu Durchsetzung (wissenschafts-) politischer Interessen. "
[url=https://www.cicero.de/kultur/soziale-konstruktion-die-gendertheorie-ist-ein-kollektiver-irrtum/59168]Quelle[/url]


Mit deiner Verteidigung der Gender Studies als Wissenschaft und Leugnung als Ideologie bestätigst du ganz deutlich, wie sehr du in dieser Ideologie gefangen bist, wie weit du dieser Ideologie auf den Leim gekrochen bist!

Nunja - vielleicht schaffst du es ja irgendwann konkret auf Geschriebenes einzugehen, statt zusammenhanglos igendwelches sinnbefreites Zeugs zu posten.

Achja - aus deinem Copy 'n' paste:
"Dabei bleibt aber eine grundsätzliche Frage offen: Wenn Gender-Forschung unwissenschaftlich ist, warum ist sie dann an deutschen Universitäten etabliert?"

Nein - da bleibt keine grundsätzliche Frage offen - Genderforschung kann man locker durch Marxismus-Leninismus ersetzen und die Frage entsprechend formulieren:
Wenn Marxismus-Leninismus unwissenschaftlich war, warum ist sie dann an DDR-Universitäten Universitäten etabliert?

Beides das gleiche Kaliber, denn Gender Studies basieren auf dem Neomarxismus, insbesondere einigen Vertretern der Frankfurter Schule.
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon Schnitter » So 14. Okt 2018, 18:38

Skeptiker hat geschrieben:(14 Oct 2018, 19:10)

Bitte nenne mir Beispiele von Modellen welche die Genderforschung als erste entwickelt hat und die heute nach naturwissenschaftlichen Massstäben als Lehrmeinung gelten.


Stichwort Gendermedizin.
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon Skeptiker » So 14. Okt 2018, 19:12

Schnitter hat geschrieben:(14 Oct 2018, 19:38)
Stichwort Gendermedizin.

Also nochmal, was in der Medizin stammt zuerst aus den Genderforschungen? Dass die Medizin sich intensiv mit den Geschlechtern befasst hat, ist jedem klar. Es ging mir um den naturwissenschaftlichen Beitrag den Genderologen daran geliefert haben. Oder zählst du jeden der sich mit den Geschlechtern auseinandersetzt zu Genderologen? Das hielte ich für Etikettenschwindel.
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon Dark Angel » So 14. Okt 2018, 19:14

Schnitter hat geschrieben:(14 Oct 2018, 19:38)

Stichwort Gendermedizin.

Gendermedizin oder genauer Gender-Specific Medicine hat nichts mit "Genderforschung" zu tun, sondern ist eigenständige naturwissenschaftlich medizinische Forschung, die sich an den unterschiedlichen genetischen und biologischen Voraussetzungen für die unterschiedliche Häufigkeit, Ausprägung und Symptomatik von Krankheiten bei Männern und Frauen beschäftigt, sowie mit der unterschiedlichen Wirkungsweise bestimmter Medikamente.
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon Ammianus » So 14. Okt 2018, 19:54

Schnitter hat geschrieben:(14 Oct 2018, 19:38)

Stichwort Gendermedizin.


Wow, dieser Fortschritt. Da gibt es in Zukunft dann sogar - ich muss kurz überlegen - Moment - gleich - ja jetzt: Frauenärzte?

Mh, klingt bestimmt besser, wenn ich denen einen fremdwörtischen Namen geben.
Wie wäre es mit Gynedingsbumsologen?
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon Schnitter » So 14. Okt 2018, 20:16

Ammianus hat geschrieben:(14 Oct 2018, 20:54)

Wow, dieser Fortschritt. Da gibt es in Zukunft dann sogar - ich muss kurz überlegen - Moment - gleich - ja jetzt: Frauenärzte?

Mh, klingt bestimmt besser, wenn ich denen einen fremdwörtischen Namen geben.
Wie wäre es mit Gynedingsbumsologen?


Du musst nicht dumm sterben:

https://www.aerztezeitung.de/medizin/kr ... dacht.html
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon Schnitter » So 14. Okt 2018, 20:16

Dark Angel hat geschrieben:(14 Oct 2018, 20:14)

Gendermedizin oder genauer Gender-Specific Medicine hat nichts mit "Genderforschung" zu tun, .....


Natürlich gehört Gendermedizin zu den Gender Studies.
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon Schnitter » So 14. Okt 2018, 20:20

Skeptiker hat geschrieben:(14 Oct 2018, 20:12)

Also nochmal, was in der Medizin stammt zuerst aus den Genderforschungen?


Zum Beispiel die geschlechtsspezifischen Behandlungsmethoden bei Krebserkrankungen, oder im Bereich der Diabetes Behandlung.
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon Dark Angel » So 14. Okt 2018, 20:40

Schnitter hat geschrieben:(14 Oct 2018, 21:16)

Natürlich gehört Gendermedizin zu den Gender Studies.

NEIN - Gendermedizine bzw Gender-Specific Medicine gehört NICHT zu den Gender Studies, sondern ist eigenständiger Teilbereich der Humanmedizin und dort speziell der personalisierten Medizin. Ziel dieser Forschung ist die Einbeziehung bzw Berücksichtigung individueller molekularbiologischer Konstellationen bei Diagnostik und Medikation. Gender-Spezific Medicine arbeitet nach streng naturwissenschaftlichen Kriterien, mit wissenschaftlichen Methoden.

"Prior to 2000, there was very little discussion about gender medicine. However, with the establishment of the Partnership for Gender Specific Medicine at Columbia University (1997), the Karolinska Institutet (2002), and the Charité Universitätsmedizin Berlin (2003), studies began to systematically examine comparisons between women and men. In 2001 and 2010, the Institute of Medicine in the U.S. declared that being a woman or a man significantly influenced the course of disease and should be considered in diagnosis and therapy.

Biological Differences and Socio-cultural Processes
For starters, gender medicine aims to improve treatment for women as well as for men. It is different than women’s health because it also focuses on men’s health. Gender medicine deals with the effects of sex including biological differences between females and males. Examples of sex differences can include different concentrations of sex hormones, different expression of genes on X and Y chromosomes, or a higher percentage and deposition of body fat in women.

Quelle


Mit Gender Studies hat Gendermedicine nicht das geringste zu tun, auch dann nicht, wenn Gender Studies dieses Teilbereich der Humanmedizin für sich in Anspruch nehmen, um damit ihre Existenzberechtigung nachweisen zu können. Es handelt sich dabei um Ettikettenschwindel und nichts anderes - das sprichwörtliche Schmücken mit fremden Federn!
Zuletzt geändert von Dark Angel am So 14. Okt 2018, 20:48, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon Skeptiker » So 14. Okt 2018, 20:43

Schnitter hat geschrieben:(14 Oct 2018, 21:20)
Zum Beispiel die geschlechtsspezifischen Behandlungsmethoden bei Krebserkrankungen, oder im Bereich der Diabetes Behandlung.

Die gehen auf Genderologen zurück? Dafür hast Du sicher einen Beleg, oder?

Nochmal, geschlechtsspezifische Behandlungsmethoden gibt es wahrscheinlich seit Anbeginn der Medizin. Nicht alles das was Geschlechter berücksichtigt nennt sich Genderforschung. Wer früher als naturwissenschaftlicher Forscher in der Medizin gearbeitet hat, und dass nun unter dem neuen Etikett eines Genderforschers weiter identisch tut, dem wird hier niemand die Wissenschaftlichkeit absprechen. Gerade DIE herzunehmen und sie als Beispiel für Gender Studies zu sehen ist ungefähr so wie Palmer als klassischen Grünen zu beschreiben.
Ganz offensichtlich geht es hier um den Teil der Gender Studies, die sich als Bollwerk für (falsch verstandenen) Feminismus GEGEN die Naturwissenschaften aufgebaut haben. Das sollte man schon klar auseinander halten können.
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon Ammianus » So 14. Okt 2018, 20:52

Schnitter hat geschrieben:(14 Oct 2018, 21:16)

Du musst nicht dumm sterben:

https://www.aerztezeitung.de/medizin/kr ... dacht.html


Keine Sorge, wer will schon dein unabwendbares Schicksal teilen ...

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