Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

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Dark Angel
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon Dark Angel » Sa 20. Okt 2018, 22:11

H2O hat geschrieben:(20 Oct 2018, 22:00)

An der Genderei kann ich mich aus Mangel an Sachkenntnis nicht beteiligen. Aus Ihrer Festlegung des ursprünglichen Begriffs "Ehe" als "Reproduktionsgemeinschaft" leite ich ab, daß der dahinter stehende Schutz der Eheleute massenhaft mißbraucht wurde und wird, weil der Zweck der Ehe oft von vorn herein gar nicht erfüllt werden kann. So gesehen müßte dieser schon vor der Eheschließung erkennbare Mißbrauch der Schutzfunktion dazu führen, die Ehe überhaupt nicht geschlossen werden kann! Die "Homo-Ehe" ist so gesehen nur die neueste mißbräuchliche Nutzung des Schutzes einer "Reproduktionsgemeinschaft".

Liebe ist in der Ehe nicht verboten, aber keine grundlegende Voraussetzung. Die Voraussetzung ist allein durch die "Reproduktionsfähigkeit" des Paares zum Zeitpunkt der Eheschließung erfüllt. Insofern kommt auch etwas Licht in Ehen, die aus dynastischen Gründen zwischen einander völlig fremden jungen Leuten geschlossen wurden.

Nachtrag:

    Wenn wir uns nun schon so weit von der heutigen Verwendung des Begriffs "Ehe" entfernen, dann erscheint auch die Mehrfach-Ehe zwischen einem Mann und mehreren Frauen in einem ganz anderen Licht. Diese Form der Ehe war in alten Gesellschaften in biblischen Zeiten üblich, und aus dynastischen Gründen wohl auch zweckmäßig, etwa bei den Osmanen.

Erstaunlich, wohin die Gedanken durch eine solche Diskussion geführt werden! :|

Form und Vorstellung von Ehe (des Ehebegriffes) hat sich im Laufe der Jahrtausende genauso gewandelt wie der Familienbegriff - heißt man kann weder davon ausgehen, dass es sich immer um eine Paarbeziehung gehandelt hat, noch dass diese Beziehung auf Dauer angelegt war. Möglicherweise hat es Gruppenehen gegeben, genauso wie Polygamie oder auch Polyandrie - immer jedoch waren es Reproduktionsgemeinschaften, die bestimmten Regeln - auch Tabus - unterworfen war. Solche Regeln/Tabus zielten in erster Linie auf die Vermeidung inzestiöser Beziehungen - so kennen wir (und können das auch nachweisen) sowohl Matrilokalität, wie auch Patrilokalität. Die älteste gesetzliche Regelung, von auf Dauer angelegter Ehen, finden sich im Codex Hammurapi aus dem 3. Jahrtausend bc.
Die Ableitung dass die Regelungen für eine Reproduktionsgemeinschaft (Ehe) ursprünglich etwas mit Schutz zu tun gehabt haben könnte, ist falsch. Es ging tatsächlich um Regelung der Reproduktion "wer, wann, mit wem unter welchen Bedingungen und Voraussetzungen" - so konnte zu viel Nachwuchs das Überleben einer Gruppe genauso gefährden wie zu wenig bzw Nachwuchs zur falschen Jahreszeit.
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon H2O » Sa 20. Okt 2018, 22:20

Dark Angel hat geschrieben:(20 Oct 2018, 23:11)

...
Die Ableitung dass die Regelungen für eine Reproduktionsgemeinschaft (Ehe) ursprünglich etwas mit Schutz zu tun gehabt haben könnte, ist falsch.
...


Auf diesen Gedanken bin ich durch unser Grundgesetz zum Schutz von Ehe und Familie gekommen. Dahinter hatte ich sozusagen urzeitliche Quellen vermutet.
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Skeptiker
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon Skeptiker » Sa 20. Okt 2018, 22:37

H2O hat geschrieben:(20 Oct 2018, 22:00)
An der Genderei kann ich mich aus Mangel an Sachkenntnis nicht beteiligen. Aus Ihrer Festlegung des ursprünglichen Begriffs "Ehe" als "Reproduktionsgemeinschaft" leite ich ab, daß der dahinter stehende Schutz der Eheleute massenhaft mißbraucht wurde und wird, weil der Zweck der Ehe oft von vorn herein gar nicht erfüllt werden kann. So gesehen müßte dieser schon vor der Eheschließung erkennbare Mißbrauch der Schutzfunktion dazu führen, die Ehe überhaupt nicht geschlossen werden kann! Die "Homo-Ehe" ist so gesehen nur die neueste mißbräuchliche Nutzung des Schutzes einer "Reproduktionsgemeinschaft".

Liebe ist in der Ehe nicht verboten, aber keine grundlegende Voraussetzung. Die Voraussetzung ist allein durch die "Reproduktionsfähigkeit" des Paares zum Zeitpunkt der Eheschließung erfüllt. Insofern kommt auch etwas Licht in Ehen, die aus dynastischen Gründen zwischen einander völlig fremden jungen Leuten geschlossen wurden.

Nachtrag:

    Wenn wir uns nun schon so weit von der heutigen Verwendung des Begriffs "Ehe" entfernen, dann erscheint auch die Mehrfach-Ehe zwischen einem Mann und mehreren Frauen in einem ganz anderen Licht. Diese Form der Ehe war in alten Gesellschaften in biblischen Zeiten üblich, und aus dynastischen Gründen wohl auch zweckmäßig, etwa bei den Osmanen.

Erstaunlich, wohin die Gedanken durch eine solche Diskussion geführt werden! :|

In der Tat. Vielleicht sind wir nurnoch die Entdeckung eines Geschlechtes mit objektsexueller Neigung davon entfernt, dass ich mich von meiner Frau scheiden und mein Haus heiraten kann … :rolleyes:
Ich könnte mir Demonstrationen mit zigtausenden Männern vorstellen, die vorgeben eine erotische Beziehung zu ihrem Auto zu haben. Wenn Ehe also nur das gegenseitige Umsorgen ist, warum darf die nicht als Wartungs-/Transportsymbiose definiert werden? :?: Wie oft haben Männer von ihren Frauen nicht schon gehört "Fick doch Dein Auto" - okay, aber dann bitte ehelich!

Und wer nun denkt, dass dieser Beitrag die Ernsthaftigkeit des Themas "Gender Studies" untergräbt, der solle sich doch bitte die Fake-Studien des Eingangsbeitrages durchlesen. Da ist Mensch/Objekt-Sexualität noch Blümchensex dagegen ...
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon Dark Angel » Sa 20. Okt 2018, 22:48

Zunder hat geschrieben:(20 Oct 2018, 23:04)

Die Ehe ist eine sittlich-juristisch-genealogisch-soziale Veranstaltung und hat mit dem biologischen Aspekt der Reproduktion nicht das Geringste zu tun.

HEUTE ist die Ehe eine "sittlich-juristisch-genealogisch-soziale Veranstaltung" und diese Form ist gerade mal etwa 200 Jahre alt. VORHER war Reproduktion Sinn und Zweck einer Ehe - darum auch "im ursprünglichen Sinn" - Eheregeln/-gesetze legten die Voraussetzungen und Bedingungen fest unter der Reproduktion stattfinden durfte!

Zunder hat geschrieben:(20 Oct 2018, 23:04)Ein Werturteil über die Ehe aus der Biologie ableiten zu wollen, ist Ideologie und keine Naturwissenschaft.

Was ist daran eigentlich so schwer zu verstehen?

Himmel, Arxxx und Zwirn - NIEMAND leitet ein Werturteil über die Ehe aus der Biologie ab!
Eheregeln/-gesetze werden NICHT aus dem biologischen Vorgang Reproduktion abgeleitet, sondern beziehen sich AUF den biologischen Vorgang.

Zwischen "bezieht sich auf ..." und "ist abgeleitet aus ..." besteht ein himmelweiter Unterschied. Was ist DARAN so schwer zu verstehen?
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon Zunder » Sa 20. Okt 2018, 23:05

Dark Angel hat geschrieben:(20 Oct 2018, 23:48)

HEUTE ist die Ehe eine "sittlich-juristisch-genealogisch-soziale Veranstaltung" und diese Form ist gerade mal etwa 200 Jahre alt. VORHER war Reproduktion Sinn und Zweck einer Ehe - darum auch "im ursprünglichen Sinn" - Eheregeln/-gesetze legten die Voraussetzungen und Bedingungen fest unter der Reproduktion stattfinden durfte!

Du verstehst aber schon, daß Reproduktion und Regeln der Reproduktion zwei Paar Stiefel sind?
Regeln sind immer gesellschaftlicher Natur. Was denn sonst?

Dark Angel hat geschrieben:(20 Oct 2018, 23:48)
Himmel, Arxxx und Zwirn - NIEMAND leitet ein Werturteil über die Ehe aus der Biologie ab!
Eheregeln/-gesetze werden NICHT aus dem biologischen Vorgang Reproduktion abgeleitet, sondern beziehen sich AUF den biologischen Vorgang.

Zwischen "bezieht sich auf ..." und "ist abgeleitet aus ..." besteht ein himmelweiter Unterschied. Was ist DARAN so schwer zu verstehen?

Es geht nicht darum, daß das Grundgesetz die Regeln aus der Biologie ableitet (was ja nicht der Fall ist), sondern der Ideologe
Kutschera:
"Homo-Paare, d. h. Mann-Mann- bzw. Frau-Frau-Verbindungen, sind sterile, a-sexuelle Erotik-Duos ohne Reproduktions-Potenzial."
http://www.kath.net/news/60177

Das ist ein aus der Biologie abgeleitetes Werturteil, mit dem die Homo-Ehe abgelehnt wird, obwohl die Ehe mit Biologie überhaupt nichts zu tun hat.
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon Selina » So 21. Okt 2018, 08:14

Zunder hat geschrieben:(21 Oct 2018, 00:05)

Du verstehst aber schon, daß Reproduktion und Regeln der Reproduktion zwei Paar Stiefel sind?
Regeln sind immer gesellschaftlicher Natur. Was denn sonst?


Es geht nicht darum, daß das Grundgesetz die Regeln aus der Biologie ableitet (was ja nicht der Fall ist), sondern der Ideologe
Kutschera:
"Homo-Paare, d. h. Mann-Mann- bzw. Frau-Frau-Verbindungen, sind sterile, a-sexuelle Erotik-Duos ohne Reproduktions-Potenzial."
http://www.kath.net/news/60177

Das ist ein aus der Biologie abgeleitetes Werturteil, mit dem die Homo-Ehe abgelehnt wird, obwohl die Ehe mit Biologie überhaupt nichts zu tun hat.


Hab bei der Gelegenheit mal das gesamte von dir verlinkte Interview mit Kutschera gelesen: Übler Kunde der Mann. Meine Güte! Wie aus der Zeit gefallen. Erzkonservativ bis rechtspopulistisch, weltfremd und homophob. Als Wissenschaftler! Unfassbar. Würde mich nicht wundern, wenn der in einschlägigen Publikationen und auf entsprechenden Online-Plattformen als Autor auftauchen würde. Hab aber noch nicht direkt gesucht danach.
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon Dark Angel » So 21. Okt 2018, 10:08

Zunder hat geschrieben:(21 Oct 2018, 00:05)

Du verstehst aber schon, daß Reproduktion und Regeln der Reproduktion zwei Paar Stiefel sind?
Regeln sind immer gesellschaftlicher Natur. Was denn sonst?

Habe ich irgendwann etwas anderes behauptet? - NEIN - habe ich NICHT!

Zunder hat geschrieben:(21 Oct 2018, 00:05)Es geht nicht darum, daß das Grundgesetz die Regeln aus der Biologie ableitet (was ja nicht der Fall ist), sondern der Ideologe
Kutschera:
"Homo-Paare, d. h. Mann-Mann- bzw. Frau-Frau-Verbindungen, sind sterile, a-sexuelle Erotik-Duos ohne Reproduktions-Potenzial."
http://www.kath.net/news/60177

Das habe ich auch nirgends behauptet - das hat nichteinmal Kutschera behauptet.
DIESEN Strohmann hast du ganz alleine gebastelt!
Lt. Destatis werden Kinder immer noch mehrheitlich innerhalb einer ehelichen Gemeinschaft geboren.

In ihrem ursprünglichen Sinn ist Ehe eine Reproduktionsgemeinschaft bedeutet immer noch NICHT, dass irgendwelche Regeln/Gesetze im Zusammenhang mit Ehe aus der Biologie abgeleitet sind, sondern das Regeln/Gesetze in intersubjektivem Konsens entwickelt wurden, die Rechte und Pflichten innerhalb dieser Gemeinschaft festelgen, ebenso wie Rechte und Pflichten gegenüber der Gesamtgesellschaft und auch Rechte und Pflichten der Gesamtgesellschaft gegenüber der Gemeinschaft - nicht mehr und nicht weniger!

Also Biologe unterscheidet Kutschera ganz exakt zwischen sexuell = auf Reproduktion bezogen (genau das bedeutet Sexualität im biologischen Sinn) und Erotik und in diesem Sinne SIND Mann-Mann- bzw. Frau-Frau-Verbindungen rein erotische Verbindungen ohne Reproduktionspotential.

Zunder hat geschrieben:(21 Oct 2018, 00:05)Das ist ein aus der Biologie abgeleitetes Werturteil, mit dem die Homo-Ehe abgelehnt wird, obwohl die Ehe mit Biologie überhaupt nichts zu tun hat.

Nein - ist es NICHT, weil Ehe immer noch (auch) eine Reproduktionsgemeinschaft darstellt und nicht nur eine Lebensgemeinschaft.
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politisch geförderter Unsinn

Beitragvon Betrachter » So 21. Okt 2018, 10:51

„Der Penis ist schuld am Klimawandel“

(Fake- Studie, siehe link unten)

Man mag einfach nur darüber lachen- so, wie der TE:

„Nun kann über Genderologie und Pseudo-Feminismus nach Lust und Laune gelacht werden.“

Man kann die Sache auch mal ernst nehmen und nach den Ursachen fragen. Warum wird der Gender- Unsinn staatlich gefördert?

„Zum anderen würden politisch gewünschte Ergebnisse und moderner Fachjargon dazu verleiten, Blödsinn nicht zu erkennen, glauben Boghossian und Lindsay erkannt zu haben.“

Politisch gewollter Unsinn, hierzulande verbreitet an über 200 Gender- Mainstream- Lehrstühlen.
Geschlechterkampf statt Klassenkampf. Ist doch viel schöner, wenn die Geschlechter aufeinander losgehen, als wenn Frauen und Männer EINER KLASSE solidarisch gegen ihre Unterdrücker agieren. So geht echte soziale Spaltung von oben.

Zitat aus: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natu ... 48845.html
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon unity in diversity » So 21. Okt 2018, 11:37

Vagina Pectoris sucht zarte und anschmiegsame Girlboys.
Boygirls dürfen sich auch bewerben.
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
Aus den USA.
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon imp » So 21. Okt 2018, 11:40

Den Ausdruck Kind und Kegel gibt es, weil Ehe und Fortpflanzung auch früher nicht zwingend zusammenfielen.
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon Dark Angel » So 21. Okt 2018, 12:45

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(21 Oct 2018, 12:40)

Den Ausdruck Kind und Kegel gibt es, weil Ehe und Fortpflanzung auch früher nicht zwingend zusammenfielen.

Du vergisst dabei allerdings, dass uneheliche Kinder abwertend bezeichnet wurden und sehr viel weniger Rechte hatten als eheliche, dass sie gesellschaftlich stigmatisiert und/oder ausgegrenzt wurden, genau wie Paare, die in "wilder Ehe" zusammen lebten.
Bis ins 19. Jh. hinein waren staatliche (und wirtschaftliche) Ehebeschränkungen in Europa die Normalität
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon imp » So 21. Okt 2018, 12:50

Dark Angel hat geschrieben:(21 Oct 2018, 13:45)
Bis ins 19. Jh. hinein waren staatliche (und wirtschaftliche) Ehebeschränkungen in Europa die Normalität

Das hat weder Liebe und Sex noch Kinder verhindert. Wusste auch jeder. Die Vorstellung, dass Sexualität tatsächlich nur in die Ehe gehöre, war lange weder am Fürsten- noch am Bauernhof besonders verbreitet. Insofern ist dieses Gejammer um die Ehe eine ziemlich nachträgliche Konstruktion.
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon Dark Angel » So 21. Okt 2018, 15:25

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(21 Oct 2018, 13:50)

Das hat weder Liebe und Sex noch Kinder verhindert. Wusste auch jeder. Die Vorstellung, dass Sexualität tatsächlich nur in die Ehe gehöre, war lange weder am Fürsten- noch am Bauernhof besonders verbreitet. Insofern ist dieses Gejammer um die Ehe eine ziemlich nachträgliche Konstruktion.

Wer jammert denn?
Das Benennen schlichter historischer Tatsachen ist keine Jammerei!
Und woher willst du eigentlich wissen, ob die Vorstellung, dass Sexualität nur in die Ehe gehöre nicht besonders verbreitet war?
Hast du da belastbare Quellen?
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon imp » So 21. Okt 2018, 16:47

Dark Angel hat geschrieben:(21 Oct 2018, 16:25)

Wer jammert denn?

U.a. sogenannte "echte Konservative" rechts der CDU.
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon MäckIntaier » So 21. Okt 2018, 17:44

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(21 Oct 2018, 17:47)

U.a. sogenannte "echte Konservative" rechts der CDU.


Vermutlich sind das dann die Urheber der Artikel, um die es in diesem Strang einmal gehen sollte. Und auf der nächsten Seite wird sich herausstellen, dass Herr Kutschera die dazu angestiftet hat und er selbst wiederum von einer russischen Troll-Agentur bezahlt wird. Dann macht auch die Aussage etwas weiter vorne Sinn, wonach die Kritik der Gender-Ideologie selbst Ideologie sei. Frei nach dem Grundsatz: Wenn der Feind meiner Weltanschauung die zwar falschen, aber moralisch gerechtfertigten Grundlagen der Weltanschauung meines Freundes kritisiert, muss Ideologiekritik zwingend Ideologie sein. Sagt demnach der Freund, der Sommer war bloß ein Konstrukt und der Feind verweist auf die Wetterdaten, ist das Meteorologismus, also ideologisch motiviert. Und dass es nicht geregnet hat, ist ebenfalls ein Konstrukt.
If voting made any difference they wouldn't let us do it. (Mark Twain)
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon imp » So 21. Okt 2018, 18:29

MäckIntaier hat geschrieben:(21 Oct 2018, 18:44)

Vermutlich sind das dann die Urheber der Artikel, um die es in diesem Strang einmal gehen sollte.

Da würde ich gar nicht spekulieren. Nicht wenige, die in der "Antigender"-Szene aktiv sind, haben ein ziemliches Sendungsbewusstsein und wenig Problem damit, ihren Namen auch zu nennen. Die Korrelation mit entweder alt und geschieden (inklusiv oder) politisch allgemein weiter rechts ist beobachtbar, aber nicht zwingend.

Und auf der nächsten Seite wird sich herausstellen, dass Herr Kutschera die dazu angestiftet hat und er selbst wiederum von einer russischen Troll-Agentur bezahlt wird.

Denkbar, aber unwahrscheinlich. Der glaubt möglicherweise seine Sachen wirklich. Die sogenannte Verteidigung der Ehe (eher eine konstruierte pseudohistorische Version davon) ist nicht die einzige denkbare Kritik an den Gender Studies und beileibe nicht die vernünftigste. Dass jemand diesen Blödsinn aufspießt, heißt nicht, dass er zwingend den Gender Studies zustimmt.
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon Dark Angel » So 21. Okt 2018, 19:00

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(21 Oct 2018, 19:29)

Da würde ich gar nicht spekulieren. Nicht wenige, die in der "Antigender"-Szene aktiv sind, haben ein ziemliches Sendungsbewusstsein und wenig Problem damit, ihren Namen auch zu nennen. Die Korrelation mit entweder alt und geschieden (inklusiv oder) politisch allgemein weiter rechts ist beobachtbar, aber nicht zwingend.

Wie wärs denn, wenn du dich mal mit dem, im Eingangsbeitrag genannten Hoax beschäftigst oder mit der "Sokal-Affäre" beschäftigst, die im Threadtitel genannt wird und wenn du einmal dabei bist, kannst du dich auch noch mit folgendem Hoax beschäftigen:

"Vor allem die Artikel aus den Gender Studies und dem radikalen Konstruktivismus sind oft absurd. Ein Artikel dieser Machart, der die Untersuchungen von Gletschern als sexistisch beschrieb und dafür viel Fördergeld einstrich, bekam sogar weltweit Aufmerksamkeit. Das kam vielen vor wie Realsatire.
Unser Eindruck war, dass in den Gender Studies oft überkomplizierte Wörter verwendet werden und eine starke moralische Voreingenommenheit besteht, die Männlichkeit oft als Wurzel allen Übels betrachtet. Und dass es Beiträge mit dieser Wortwahl und Voreingenommenheit ziemlich leicht haben. Also sagte ich, zunächst nur im Scherz: Lass uns einfach einen Artikel schreiben und argumentieren, dass Penisse eigentlich gar nicht existieren, aber trotzdem die Ursache vieler Probleme sind."
Quelle


Allen Hoaxes gemeinsam ist, dass sie von Wissenschaftlern stammen, die Gender Studies verhohnepiepeln und dass sie es in "Fachpublikationen" für Gender Studies geschafft haben, dass sie von Gender"forschern" ernst genommen wurden.

Du behauptest zwar, nicht zu spekulieren, dennoch spekulierst du ziemlich ins Blaue hinein.
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon imp » So 21. Okt 2018, 19:04

Dark Angel hat geschrieben:(21 Oct 2018, 20:00)

Wie wärs denn, wenn du dich mal mit dem, im Eingangsbeitrag genannten Hoax beschäftigst

Wozu soll das gut sein? Der Scherz war einmal lustig, ihn zu studieren ist öde.

Allen Hoaxes gemeinsam ist, dass sie von Wissenschaftlern stammen, die Gender Studies verhohnepiepeln und dass sie es in "Fachpublikationen" für Gender Studies geschafft haben, dass sie von Gender"forschern" ernst genommen wurden.

Das passiert biologischen, medizinischen, physikorientierten Fachmagazinen mit peer review auch immer mal. Du versuchst aus einer Anekdote einen Beweis zu zimmern. Das ist nicht besonders tragfähig.
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon Fliege » So 21. Okt 2018, 19:48

Dark Angel hat geschrieben:(21 Oct 2018, 20:00)
[...] auch noch mit folgendem Hoax beschäftigen:

"Vor allem die Artikel aus den Gender Studies und dem radikalen Konstruktivismus sind oft absurd. Ein Artikel dieser Machart, der die Untersuchungen von Gletschern als sexistisch beschrieb und dafür viel Fördergeld einstrich, bekam sogar weltweit Aufmerksamkeit. Das kam vielen vor wie Realsatire.
Unser Eindruck war, dass in den Gender Studies oft überkomplizierte Wörter verwendet werden und eine starke moralische Voreingenommenheit besteht, die Männlichkeit oft als Wurzel allen Übels betrachtet. Und dass es Beiträge mit dieser Wortwahl und Voreingenommenheit ziemlich leicht haben. Also sagte ich, zunächst nur im Scherz: Lass uns einfach einen Artikel schreiben und argumentieren, dass Penisse eigentlich gar nicht existieren, aber trotzdem die Ursache vieler Probleme sind."
Quelle


Allen Hoaxes gemeinsam ist, dass sie von Wissenschaftlern stammen, die Gender Studies verhohnepiepeln und dass sie es in "Fachpublikationen" für Gender Studies geschafft haben, dass sie von Gender"forschern" ernst genommen wurden.

Ist das köstlich: "Der konzeptuelle Penis verursacht den Klimawandel". In der Einleitung zum Interview mit James Lindsay, das die Frankfurter Allgemeine Zeitung am 29. Mai 2017 brachte, also schon vor gut einem Jahr, heißt es: "James Lindsay hat einen vermeintlichen Fachartikel zu Gender Studies verfasst. Er enthält viele Fremdwörter und noch mehr Unsinn – und wurde tatsächlich publiziert." James Lindsay machte diese Genderologen-Veräppelung zusammen mit Peter Boghossian. Beide sind auch im aktuellen Genderologen-Skandal mit von der Partie. Weiterführend finde ich Lindsays Hinweis im Interview auf einen Postmodern-Generator, der bei der Erstellung genderologischer "Erkenntnis" hilfreich sein soll *lol*.
Schnittblumen verhalten sich zahm, sind aber nicht immer stubenrein; gelten "als politisch ungefestigt und unklar".
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon Watchful_Eye » So 21. Okt 2018, 19:59

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(21 Oct 2018, 20:04)
Das passiert biologischen, medizinischen, physikorientierten Fachmagazinen mit peer review auch immer mal. Du versuchst aus einer Anekdote einen Beweis zu zimmern. Das ist nicht besonders tragfähig.

Es geht immerhin schon um 7 von 20 Papers. Man kann es noch nicht "Studie" nennen, aber über einen bloßen Glückstreffer geht das dann doch hinaus, würde ich sagen.
http://www.faz.net/aktuell/wissen/forsc ... 36174.html

Diese Papers waren zudem absichtlich absurd und von Leuten verfasst, die das Fach bewusst nicht ernst nehmen. Eigentlich dürfte eine solche Quote nicht einmal dann erreicht werden, wenn die Forscher ernsthaft versucht hätten, "gute" Papers zu schreiben - einfach, weil ihnen die Ausbildung dazu fehlt.
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