Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

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schokoschendrezki
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 12. Aug 2016, 09:54

Dark Angel hat geschrieben:(11 Aug 2016, 23:22)
Die Humboldt-Universität zu Berlin suchte einen Professor für "Reine Mathematik", entsprechend wurde die Ausschreibung auch geschlechtsneutral ausgeführt - doch nur zum Schein. Unter den 44 Bewerbern auf die Professur waren 15 Frauen.

Völlig "Geschlechtsneutral" war die Ausschreibung nicht. Wenn auch nicht ausschließlich auf weibliche Bewerber gerichtet.
Die Humboldt-Universität strebt eine Erhöhung des Anteils von Frauen in Forschung und Lehre an und fordert qualifizierte Wissenschaftlerinnen nachdrücklich auf, sich zu bewerben. Bewerbungen aus dem Ausland sind erwünscht. Schwerbehinderte Bewerber/innen werden bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt. Bewerbungen von Menschen mit Migrationshintergrund sind ausdrücklich erwünscht.

(http://jobs.zeit.de/jobs/berlin_w3-professur_fuer_reine_mathematik_insbesondere_mathematische_logik_mit_moeglicher_fachauspraegung_i_81535.html)
Ob solche zielgerichteten Anteilserhöhungen richtig und sinnvoll sind, steht natürlich nochmal auf einem anderen Blatt.
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Flat
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon Flat » Fr 12. Aug 2016, 09:54

becksham hat geschrieben:(12 Aug 2016, 10:47)

Im öffentlichen Dienst heißt es: Bei gleicher Eignung sind Frauen zu bevorzugen. Wenn sie hier nur Zweite wurde, liegt anscheinend nicht die gleiche Eignung vor.


Moin,

mich wundert eh, dass die das nicht hingebogen haben. Entweder die wollten das nicht (aus Gründen, die nicht offensichtlich sind) oder der Erste war überragend.
_______
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon epona » Fr 12. Aug 2016, 10:30

becksham hat geschrieben:(12 Aug 2016, 10:47)

Im öffentlichen Dienst heißt es: Bei gleicher Eignung sind Frauen zu bevorzugen. Wenn sie hier nur Zweite wurde, liegt anscheinend nicht die gleiche Eignung vor.


Es lag wohl an der Finanzierung.

http://jobs.zeit.de/jobs/berlin_w3_professur_fuer_mathematik_insbesondere_mathematische_logik_mit_moeglicher_fachauspraegung_i_81535.html

Habe die damalige Ausschreibung gefunden.
Steht alles drin.
Die reine Formalität heute nur die Bezeichnung Bewerber/Bewerberinnen zu verwenden wiegt m.E. die Tatsache nicht auf, dass klar und deutlich zum Ausdruck gebracht wurde wer (weibl.) und warum (Finanzierung) gesucht wurde.

Der alte Hut ist keine Aufregung wert.
Zuletzt geändert von epona am Fr 12. Aug 2016, 10:33, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon NMA » Fr 12. Aug 2016, 10:33

becksham hat geschrieben:(12 Aug 2016, 10:11)

Hier wurde der Beste nicht eingestellt. Ein Arbeitgeber würde doch eigentlich den Besten einstellen wollen. Warum sollte er nicht?
Und besonders bekloppt daran ist, die Stelle lieber gar nicht zu besetzen, nur weil der Beste das falsche Geschlecht hat. Ich nenne das absurd.



Was heißt "der Beste"? Wen man einlädt, entscheidet wohl die Bewerbung. Wen man einstellt, entscheidet das Vorstellungsgespräch bzw. der Verantwortliche. Und wenn ich für meine Firma eine Frau haben möchte, stelle ich eine Frau ein, fertig. Hier sollte man Arbeitgebern nicht reinreden. Öffentlicher Dienst, ok. Aber in der Privatwirtschaft geht es niemanden etwas an an, warum man wen einstellt.
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon NMA » Fr 12. Aug 2016, 10:39

H2O hat geschrieben:(12 Aug 2016, 09:01)

Wer ist befugt, "universitätsintern" solche Weisungen zu erteilen, die den BewerberInnen nicht von vornherein genannt werden? Da werden hochqualifizierte Bewerber vorsätzlich veralbert... was soll das?


Ist auch ungeschickt. Da gibt man keine Weisung aus, sondern telefoniert mal kurz und fertig. Aber gut, ist eine Uni und keine Firma.
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon becksham » Fr 12. Aug 2016, 10:41

epona hat geschrieben:(12 Aug 2016, 11:30)

Es lag wohl an der Finanzierung.

http://jobs.zeit.de/jobs/berlin_w3_professur_fuer_mathematik_insbesondere_mathematische_logik_mit_moeglicher_fachauspraegung_i_81535.html

Habe die damalige Ausschreibung gefunden.
Steht alles drin.
Die reine Formalität heute nur die Bezeichnung Bewerber/Bewerberinnen zu verwenden wiegt m.E. die Tatsache nicht auf, dass klar und deutlich zum Ausdruck gebracht wurde wer (weibl.) und warum (Finanzierung) gesucht wurde.

Der alte Hut ist keine Aufregung wert.

Es hätte vermutlich andere Finanzierungsmöglichkeiten gegeben. Es durfte halt einfach kein Mann sein und so bleibt die Stelle lieber unbesetzt.

Die Aschenbrenners im fernen Kalifornien hatten auch auf zwei Versprechen der deutschen Hochschulpolitik gesetzt: die "Rückkehrerförderung" und die Doppelkarriere für Ehepaare. Programme wie das German Academic International Network des Bundes wollen ausgewanderte Spitzenforscher wieder in die Bundesrepublik locken. Außerdem sollen Paare unter dem Stichwort Dual Career Servicegemeinsam im Beruf aufsteigen können, wenn so ein Spitzenwissenschaftler gewonnen werden kann. Das hätte bei den Aschenbrenners gut gepasst. Doch die Berliner Uni-Bürokratie stand dem entgegen.

http://www.spiegel.de/unispiegel/jobund ... 72145.html
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon Dark Angel » Fr 12. Aug 2016, 11:23

Egal wie man es auch drehen und wenden mag, das Beispiel zeigt, dass Gleichstellung weder was mit Gleichberechtigung noch mit Chancengleichheit zu tun hat. Chancengleichheit bedeutet jeder Bewerber hat - unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe, Religion etc die gleiche Chance für eine ausgeschriebene Stelle angenommen zu werden. Das gilt für den freien Markt, wie den öffentlichen Dienst gleichermaßen. Der/die am besten qualifzierte Bewerber erhält die Stelle - unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe, Religion etc. Gleiches gilt bei Gleichberechtigung - jeder, der über eine entsprechende Qualifikation verfügt, hat das Recht, sich aufgrund eigener freier Entscheidung für eine ausgeschrieben Stelle bewerben. Bei qualitativen Auswahlkriterien bekommt der/die Beste die Stelle und Punkt.
Gleichberechtigung und Chancengleichheit bedeutet somit, die Auswahl ist ergebnisoffen.
Bei Gleichstellung hingegen wird Ergebnisgleichheit angestrebt, heißt nicht der/die Beste (am besten qualifizierte) erhält die ausgeschriebene Stelle, sondern die Stelle wird aufgrung einer bestimmten (festgelegten) Gruppenzugehörigkeit vergeben und das beinhaltet ganz eindeutig eine Diskriminierung von Angehörigen einer anderen Gruppe. Somit stellt Gleichstellung KEINE Erweiterung von Gleichberechtigung und Chancengleichheit dar, sondern das genaue Gegenteil.
Gleichstellung ist somit ein Verstoß gegen Art.3 des GG - weil nirgendwo im GG auch nur ansatzweise Gleichstellung benannt wird und einen Verstoß gegen das Antidiskriminierungsgesetz
"§ 1 Ziel des Gesetzes
Ziel des Gesetzes ist, Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen."


Bei Ausschreibungen, die sich explizit nur an Angehörige eines Geschlechts richten, werden Angehörige des anderen Geschlechts diskriminiert.
Werden Angehörige eines Geschlechts bei Bewerbungen aufgrund Geschlechtszugehörigkeit bevorzugt, IST das eine Diskriminierung des anderen.
Da kann noch so viel Gehirnakrobatik betrieben werden, die ändert nichts an der Tatsache einer gezielten und politisch gewollten Diskriminierung aufgrund Geschlechtszugehörigkeit.

Die Verantwortlichen der Humboldt-Universität waren sich DIESER Tatsache sehr wohl bewusst, als sie die ausgeschriebene Professur unbesetzt ließen. Nur so konnten sie eine Rechtswidrigkeit und einen Verstoß gegen Grundgesetz und Antidiskriminierungsgesetz umgehen.
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon Boraiel » Fr 12. Aug 2016, 11:34

NMA hat geschrieben:(12 Aug 2016, 09:06)

Ich habe kein Problem damit.

Im Gegenteil darf es nicht sein, dass ein Arbeitgeber nicht vollumfänglich nach eigenen Wunsch entscheiden können sollte, wen sie einstellt.

Das mag vielleicht für ein privates Unternehmen gelten, aber solch diskriminerendes Verhalten an staatlichen Universitäten ist völlig inakzeptabel.
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon Atheist » Fr 12. Aug 2016, 11:37

Boraiel hat geschrieben:(12 Aug 2016, 12:34)

Das mag vielleicht für ein privates Unternehmen gelten, aber solch diskriminerendes Verhalten an staatlichen Universitäten ist völlig inakzeptabel.


Das AGG gilt auch für Private.
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon Boraiel » Fr 12. Aug 2016, 11:38

epona hat geschrieben:(12 Aug 2016, 09:40)

Das Vorgehen der HU war eindeutig nicht rechtswidrig, denn solange NIEMAND berufen wurde, solange kann kein Bewerber klagen.

Die Ausschreibung wurde eingestellt, kein Bewerber oder Bewerberin kam zum Zuge.

Tatsache ist, die Stelle sollte in den ersten 3 Jahren aus einem Fördertopf f. weibl. Nachwuchs (öffentl. Förderprogramm) finanziert werden.
Da die Hälfte der Studierenden weibl., aber nur 20% der Lehrenden weibl. ist, machen derartige Förderprogramme durchaus Sinn.
Evtl. wurde diese Grundvoraussetzung nicht ausreichend kommuniziert, aber das ist ein anderes Thema.

Geschlechtsspezifische Förderprogramme machen überhaupt keinen Sinn, sie diskriminieren andere aufgrund ihres Geschlechts.
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon Boraiel » Fr 12. Aug 2016, 11:40

Atheist hat geschrieben:(12 Aug 2016, 12:37)

Das AGG gilt auch für Private.

Ich weiß. Ich meinte eher, dass man diese Ansicht ja für Privatunternehmen vertreten kann, gewiss aber nicht für staatliche Institutionen.
Libertas veritasque.
Lesen und verstehen: http://www.feynmanlectures.caltech.edu/I_01.html
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon Dark Angel » Fr 12. Aug 2016, 11:42

Flat hat geschrieben:(12 Aug 2016, 10:37)

Moin,

die Benachteiligung von Männern auf solchen Positionen macht dann Sinn, wenn Frauen dort unterrepräsentiert sind, man aber evtl. durch Frauen als Professorinnen mehr Frauen zum Mathematik-Studium bewegen will.

Und als Zweitplatzierte wird die eine Frau ja auch nicht gerade schlecht qualifiziert gewesen sein.

Nein macht keinen Sinn! Diskriminierung bleibt auch dann Diskriminierung, wenn "Frauen auf solchen Positionen [scheinbar] unterrepräsentiert sind".
Die Entscheidung WAS Frauen studieren (wollen) und welche Position sien ennehmen (wollen), soll doch bitte den Frauen selbst überlassen werden.
Sie haben das Recht sich für eine bestimmte Studienrichtung/für einen bestimmten Beruf zu entscheiden UND sie haben die Entscheidungsfreiheit.
Nennt sich Gleichberechtigung.
Bei gleicher Qualifikation und Kompetenz haben sie im Falle einer Bewerbung auch die gleichen Chancen wie alle anderen Bewerber.
Nennt sich Chancengleichheit.
Gleichstellung hat mit beidem nix zu tun.
Wenn jemand z.B. Mathematik studieren will, ist dem Betreffenden wurscht ob die Vorlesungen von einem Mann oder einer Frau gehalten werden.
Dieses Gleichstellungsgelaber schadet Frauen, aber es nutz ihnen nichts, weil sie die entsprechende Position NICHT aufgrund Leistung und Qualifikation erhalten haben, sondern weil sie Frauen sind und damit wird ihre Leistung ganz massiv abgewertet, weil alle in den Topf "Quotenweiber" geworfen werden - egal ob sie in ihrem Job zu den Spitzenkräften oder zum Mittelmaß gehören.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon pikant » Fr 12. Aug 2016, 11:42

Boraiel hat geschrieben:(12 Aug 2016, 12:38)

Geschlechtsspezifische Förderprogramme machen überhaupt keinen Sinn, sie diskriminieren andere aufgrund ihres Geschlechts.


dann sich bitte mit der Beschwerde an die Gleichstellungsbeauftragte der Bundesregierung wenden.
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon becksham » Fr 12. Aug 2016, 11:49

Dark Angel hat geschrieben:(12 Aug 2016, 12:42)

Nein macht keinen Sinn! Diskriminierung bleibt auch dann Diskriminierung, wenn "Frauen auf solchen Positionen [scheinbar] unterrepräsentiert sind".
Die Entscheidung WAS Frauen studieren (wollen) und welche Position sien ennehmen (wollen), soll doch bitte den Frauen selbst überlassen werden.
Sie haben das Recht sich für eine bestimmte Studienrichtung/für einen bestimmten Beruf zu entscheiden UND sie haben die Entscheidungsfreiheit.
Nennt sich Gleichberechtigung.
Bei gleicher Qualifikation und Kompetenz haben sie im Falle einer Bewerbung auch die gleichen Chancen wie alle anderen Bewerber.
Nennt sich Chancengleichheit.
Gleichstellung hat mit beidem nix zu tun.
Wenn jemand z.B. Mathematik studieren will, ist dem Betreffenden wurscht ob die Vorlesungen von einem Mann oder einer Frau gehalten werden.
Dieses Gleichstellungsgelaber schadet Frauen, aber es nutz ihnen nichts, weil sie die entsprechende Position NICHT aufgrund Leistung und Qualifikation erhalten haben, sondern weil sie Frauen sind und damit wird ihre Leistung ganz massiv abgewertet, weil alle in den Topf "Quotenweiber" geworfen werden - egal ob sie in ihrem Job zu den Spitzenkräften oder zum Mittelmaß gehören.

Und es schadet im konkreten Fall jungen Männern und jungen Frauen gleichermaßen, denn "zur Verbesserung der Studienbedingungen" sollte ja die "wachsende Zahl von Studierenden" erst einmal "im Doppel" versorgt werden. Das hatte sich dann erledigt.
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon epona » Fr 12. Aug 2016, 11:49

becksham hat geschrieben:(12 Aug 2016, 11:41)

Es hätte vermutlich andere Finanzierungsmöglichkeiten gegeben. Es durfte halt einfach kein Mann sein und so bleibt die Stelle lieber unbesetzt.

Die Aschenbrenners im fernen Kalifornien hatten auch auf zwei Versprechen der deutschen Hochschulpolitik gesetzt: die "Rückkehrerförderung" und die Doppelkarriere für Ehepaare. Programme wie das German Academic International Network des Bundes wollen ausgewanderte Spitzenforscher wieder in die Bundesrepublik locken. Außerdem sollen Paare unter dem Stichwort Dual Career Servicegemeinsam im Beruf aufsteigen können, wenn so ein Spitzenwissenschaftler gewonnen werden kann. Das hätte bei den Aschenbrenners gut gepasst. Doch die Berliner Uni-Bürokratie stand dem entgegen.

http://www.spiegel.de/unispiegel/jobund ... 72145.html


Dass die Uni einfach auf andere Fördertöpfe Zugriff gehabt hätte ist reine Spekulation.
Dual Career Networj und German Academic Intern. Network sind vorrangig Anbieter von Zielgruppen gerichteter Serviceleistungen.
Da geht es Unterstützung zu Fragen des Aufenthalt-Bleiberechts, Jobsuche, Wohngssuche, Kinderbetreuung usw.
Und klar wäre das Ehepaar Aschenbrenner hier unterstützt worden, allerdings muss man zuerst mal einen kurzen Text sinnerfassend lesen können und da hat Herr Aschenbrenner m.E. versagt.
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon becksham » Fr 12. Aug 2016, 11:52

epona hat geschrieben:(12 Aug 2016, 12:49)
...Und klar wäre das Ehepaar Aschenbrenner hier unterstützt worden, allerdings muss man zuerst mal einen kurzen Text sinnerfassend lesen können und da hat Herr Aschenbrenner m.E. versagt.

Mindestens ein Mitglied der Auswahlkommission hätte sich an einem Auswahlverfahren, das Männer benachteiligt, nicht beteiligt. Es waren Bewerbungen von Männern und Frauen zugelassen.

Tatsächlich nahm die Auswahlkommission, die mit Professoren der HU und Auswärtigen besetzt war, „Andeutungen“ über eine hochschulamtliche Männerdiskriminierung, zur Kenntnis, „aber nicht zu Protokoll“, wie Teilnehmer berichten. Denn den meisten von ihnen erschien ein Abweichen von einer geschlechtsneutralen Bestenauslese „juristisch zu zweifelhaft“, wie der Freiburger Mathematiker Martin Ziegler dieser Zeitung erklärt. Er stellt klar: „An einem Verfahren, das männliche Bewerber benachteiligt, hätte ich mich nicht beteiligt.“ Dass am Ende jedenfalls ein Mann auf Platz eins kam, ist zumindest nach der Wahrscheinlichkeitsrechung kaum überraschend, weil sich ja viel weniger, nämlich nicht mehr als fünfzehn Frauen beworben hatten.
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon epona » Fr 12. Aug 2016, 11:54

Dark Angel hat geschrieben:(12 Aug 2016, 12:42)

weil sie die entsprechende Position NICHT aufgrund Leistung und Qualifikation erhalten haben, sondern weil sie Frauen sind und damit wird ihre Leistung ganz massiv abgewertet, weil alle in den Topf "Quotenweiber" geworfen werden - egal ob sie in ihrem Job zu den Spitzenkräften oder zum Mittelmaß gehören.


Auch wenn bestimmte Gruppen diese Behauptung bis zum Erbrechen wiederholen bleibt sie dennoch Quatsch.

Nichts wird abgewertet, die Qualifikation spielt auch bei Quotenregelungen eine vorrangige Rolle und auch Frauen müssen sich langfristig im Job bewähren.
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon epona » Fr 12. Aug 2016, 11:55

becksham hat geschrieben:(12 Aug 2016, 12:52)

Mindestens ein Mitglied der Auswahlkommission hätte sich an einem Auswahlverfahren, das Männer benachteiligt, nicht beteiligt. Es waren Bewerbungen von Männern und Frauen zugelassen.

Tatsächlich nahm die Auswahlkommission, die mit Professoren der HU und Auswärtigen besetzt war, „Andeutungen“ über eine hochschulamtliche Männerdiskriminierung, zur Kenntnis, „aber nicht zu Protokoll“, wie Teilnehmer berichten. Denn den meisten von ihnen erschien ein Abweichen von einer geschlechtsneutralen Bestenauslese „juristisch zu zweifelhaft“, wie der Freiburger Mathematiker Martin Ziegler dieser Zeitung erklärt. Er stellt klar: „An einem Verfahren, das männliche Bewerber benachteiligt, hätte ich mich nicht beteiligt.“ Dass am Ende jedenfalls ein Mann auf Platz eins kam, ist zumindest nach der Wahrscheinlichkeitsrechung kaum überraschend, weil sich ja viel weniger, nämlich nicht mehr als fünfzehn Frauen beworben hatten.


Tja, dann konnte der offensichtlich auch nicht sinnerfassend lesen. :rolleyes:
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon epona » Fr 12. Aug 2016, 11:55

pikant hat geschrieben:(12 Aug 2016, 12:42)

dann sich bitte mit der Beschwerde an die Gleichstellungsbeauftragte der Bundesregierung wenden.


EBEN!
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon epona » Fr 12. Aug 2016, 11:58

Dark Angel hat geschrieben:(12 Aug 2016, 12:42)

Die Entscheidung WAS Frauen studieren (wollen) und welche Position sien ennehmen (wollen), soll doch bitte den Frauen selbst überlassen werden.


Noch so ein sinnleerer Satz.

Niemand zwing Frauen zur Aufnahme einer bestimmten Studienrichtung, niemand zwingt sie bestimmte Positionen.
Diese Entscheidung treffen FRauen ohne Zwang.

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