Karl Marx feiern?

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imp
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Re: Karl Marx feiern?

Beitragvon imp » So 6. Mai 2018, 11:41

Der General hat geschrieben:(06 May 2018, 03:31)

Also, im Grunde genommen ist aus Karl Marx eigentlich die SPD entstanden und das auf der Ganzen Welt, wenn man von "Linken Parteien" spricht !

Karl Marx ist durchaus als ein Philosoph, Visionär, als ein Vertreter der Meinungsfreiheit und auch als Autor durchaus zu feiern !!

Den späteren Kommunismus, so wie Er Ihn sich vorstellte wurde einfach nur falsch umgesetzt, zu Teilen auch missbraucht. Seine Philosophie "gegen das Kapital" ist jedoch ein absolutes Meisterwerk. "Wir" alle werden früher oder später noch lernen müssen, dass die Visionen die er hatte zutreffend sind !

Der Kapitalismus, ist ein Werk des Teufels, der sich sehr langsam erst bemerkbar macht. Wenn man dieses "Werk" bemerkt, ist es zu Spät und es folgen Kriege die zum Armut führen.

Zitat:

Die Alternative zum Kapitalismus ist nicht der Kommunismus, sondern die Dezentralisierung der Macht

:thumbup:

Dir Vorläufer der SPD, sächsische Volkspartei und ADAV, gab es schon. Die Werdung der SPD wäre aber ohne Marx und Lassalle anders verlaufen, wenn überhaupt.
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Re: Karl Marx feiern?

Beitragvon Senexx » So 6. Mai 2018, 11:52

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(06 May 2018, 12:38)

Ja, steht zusammen mit weiteren Beispielen weiter oben auf dieser Seite. Da ist jeder längere Kenfm-Beitrag ein größerer Aufreger.

Den gemeinen Antisemiten regt das vermutlich auch nicht auf.
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Re: Karl Marx feiern?

Beitragvon imp » So 6. Mai 2018, 12:00

Senexx hat geschrieben:(06 May 2018, 12:52)

Den gemeinen Antisemiten regt das vermutlich auch nicht auf.

Der Antisemit von heute liest Elsässer oder Gauland, Marx ist für solche Leute total uninteressant. Im Hauptwerk Marxens ist das Judentum oder der Jude als Figur ein absolutes Nebenthema. Auch seine Feuerbachkritik beschäftigt sich vorrangig mit Religion allgemein und dem Christentum als der relevanten Erscheinungsform.

Interessant ist, wer bis heute sich positiv oder negativ auf seine jeweilige Marxrezeption beziehen muss. So hob sich Helmut Kohl im Wahlkampf Ende der 80er von Klassenkampf und Sozialismus ab, als sei das ein Thema der Zeit gewesen. Der Außenminister Guido Westerwelle bezeichnete Marx 2010 auf einer Afrikareise als großen Denker, dem er aber nicht folge. So lässt sich das bis 2018 fortsetzen.
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Re: Karl Marx feiern?

Beitragvon Sorgenking » So 6. Mai 2018, 12:26

Senexx hat geschrieben:(06 May 2018, 02:22)

Dann sollten mal Sie mal seine Schrift "Zur Judenfrage" lesen. Oder was er über Lasalle gesagt hat.


Das zu Lasalle entstammt aber seiner klaren persönlichen Abneigung.
Marx war wie schon beschrieben antireligiös. Seine Antisemitischen Äußerung sollte man daher im Zuge der Zeit sehen, damals galten Juden noch vielmehr als Sinnbilder des Kapitalismus und diente somit für jedermann als Metapher dieses.
Das er alle Religionene kritisch sieht und da auch keine Außnahmen lässt, zeigt eigentlich deutlich, dass er trotz antisemitischer Äußerungen kein eben solcher war.
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Re: Karl Marx feiern?

Beitragvon Ein Terraner » So 6. Mai 2018, 13:24



Interessante Unterhaltung zu Marx anlässlich der 200. :)
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Re: Karl Marx feiern?

Beitragvon Selina » So 6. Mai 2018, 13:32

Danke, Terraner, wirklich interessant. Zumal hier ja Zwei aufeinandertreffen, die wahrhaftig nicht sehr viel verbindet. Das machts gerade so spannend.
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz
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Re: Karl Marx feiern?

Beitragvon Senexx » So 6. Mai 2018, 17:19

Sorgenking hat geschrieben:(06 May 2018, 13:26)

Das zu Lasalle entstammt aber seiner klaren persönlichen Abneigung.
Marx war wie schon beschrieben antireligiös. Seine Antisemitischen Äußerung sollte man daher im Zuge der Zeit sehen, damals galten Juden noch vielmehr als Sinnbilder des Kapitalismus und diente somit für jedermann als Metapher dieses.
Das er alle Religionene kritisch sieht und da auch keine Außnahmen lässt, zeigt eigentlich deutlich, dass er trotz antisemitischer Äußerungen kein eben solcher war.

Aha. Ich bin kein Antisemit, wenn ich den Juden zwar Geldgeilheit als Wesensmerkmal unterstelle, aber auch sonst religionskritisch bin.

Interessante Sichtweise.
Zuletzt geändert von Senexx am So 6. Mai 2018, 18:52, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Karl Marx feiern?

Beitragvon Sorgenking » So 6. Mai 2018, 18:39

Senexx hat geschrieben:(06 May 2018, 18:19)

Aha. Ich bin Antisemit, wenn ich den Juden zwar Geldgeilheit als Wesensmerkmal unterstelle, aber auch sonst religionskritisch bin.

Interessante Sichtweise.


Du hast nicht wirklich verstanden was ich geschrieben habe oder?
Im übrigen ist es vollkommen irrelevant, dass du Antisemit bist:)
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Re: Karl Marx feiern?

Beitragvon Benedikt » So 6. Mai 2018, 19:26

Eine Stellungnahme von Hubertus Knabe, Historiker und Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen.

Ausgerechnet von der Kommunistischen Partei, die das größte Volk der Erde knechtet und ihre Minderheiten gewaltsam unterdrückt, nimmt die Stadt Trier ein Marx-Denkmal an! In China dient Marx bis heute als Instrument der Unterdrückung. Er erlebt dort sogar gerade eine Renaissance – und zwar nicht als „Ökonom“ oder „Philosoph“. Chinas Staatschef Xi Jinping betreibt dort eine bewusste Rückkehr zum Marxismus, um die pluralistischen Tendenzen in seinem Land zu unterdrücken.


http://www.stiftung-hsh.de/aktuelles/hi ... -in-trier/

Die Marx-Glorifizierung in Trier ist eine Verhöhnung von hunderten Millionen Opfer des Marxismus und Milliarden bis heute unterdrückter Menschen, die immer noch unter marxistischen Regimen leiden müssen.
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Re: Karl Marx feiern?

Beitragvon Ein Terraner » So 6. Mai 2018, 19:36

Benedikt hat geschrieben:(06 May 2018, 20:26)

die immer noch unter marxistischen Regimen leiden müssen.


Wäre es nicht Marx dann wäre es ein anderer, sowas hat nur selten etwas mit Inhalten zu tun.
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Re: Karl Marx feiern?

Beitragvon Progressiver » So 6. Mai 2018, 19:56

Benedikt hat geschrieben:(06 May 2018, 20:26)

Eine Stellungnahme von Hubertus Knabe, Historiker und Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen.



http://www.stiftung-hsh.de/aktuelles/hi ... -in-trier/

Die Marx-Glorifizierung in Trier ist eine Verhöhnung von hunderten Millionen Opfer des Marxismus und Milliarden bis heute unterdrückter Menschen, die immer noch unter marxistischen Regimen leiden müssen.


Habe ich etwas verpasst? Leben wir, politisch gesehen, auf einem "roten Planeten"? Oder ist Marx nicht wieder deswegen aktuell wieder in aller Munde, weil sich nach dem vermeintlichen Endsieg des Kapitalismus eben doch nicht ein Paradies eingestellt hat, in dem es gleichermaßen für alle möglich geworden ist, unter menschenwürdigen Bedingungen zu leben? Selbst in China heißt es doch mittlerweile "Reich werden ist ruhmvoll". Wobei dieses staatskapitalistische Land genau so wie die westlichen Staaten eine enorm große Schere zwischen Arm und Reich aufweist. So gesehen besteht also kaum ein Unterschied zwischen dem "freien Westen", in dem viele im Selbstoptimierungswahn bis zum Burnout arbeiten müssen und China, bei dem der Obrigkeitsstaat den Leuten mit der Knute droht. Eine wirklich freie Gesellschaft haben weder die Chinesen noch die westlichen Länder, in denen das Glaubensdogma der sogenannten "Alternativlosigkeit" gepredigt wird.

Marx kann man jedenfalls kritisieren. Er selbst hat ja auch nur analysiert, aber keine wirkliche Lösung aufgezeigt. Karl Marx war also weder ein Prophet noch ein Marxist.
"Skepsis ist der erste Schritt auf dem Weg zur Philosophie." (Denis Diderot)
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Re: Karl Marx feiern?

Beitragvon Boraiel » So 6. Mai 2018, 20:20

Progressiver hat geschrieben:(06 May 2018, 20:56)

Habe ich etwas verpasst? Leben wir, politisch gesehen, auf einem "roten Planeten"? Oder ist Marx nicht wieder deswegen aktuell wieder in aller Munde, weil sich nach dem vermeintlichen Endsieg des Kapitalismus eben doch nicht ein Paradies eingestellt hat, in dem es gleichermaßen für alle möglich geworden ist, unter menschenwürdigen Bedingungen zu leben? Selbst in China heißt es doch mittlerweile "Reich werden ist ruhmvoll". Wobei dieses staatskapitalistische Land genau so wie die westlichen Staaten eine enorm große Schere zwischen Arm und Reich aufweist. So gesehen besteht also kaum ein Unterschied zwischen dem "freien Westen", in dem viele im Selbstoptimierungswahn bis zum Burnout arbeiten müssen und China, bei dem der Obrigkeitsstaat den Leuten mit der Knute droht. Eine wirklich freie Gesellschaft haben weder die Chinesen noch die westlichen Länder, in denen das Glaubensdogma der sogenannten "Alternativlosigkeit" gepredigt wird.

Marx kann man jedenfalls kritisieren. Er selbst hat ja auch nur analysiert, aber keine wirkliche Lösung aufgezeigt. Karl Marx war also weder ein Prophet noch ein Marxist.

Sondern sicherlich der bedeutendste Philosoph der letzten paar hundert Jahre.
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Lesen und verstehen: http://www.feynmanlectures.caltech.edu/I_01.html
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Re: Karl Marx feiern?

Beitragvon Benedikt » So 6. Mai 2018, 20:40

Boraiel hat geschrieben:(06 May 2018, 21:20)
Sondern sicherlich der bedeutendste Philosoph der letzten paar hundert Jahre.


Bedeutend in dem Sinne, daß seine Ideologie wie eine Seuche überall auf der Erde verbreitet wurde und zur Etablierung zahlreiche marxistischer Diktaturen führte, unter denen Milliarden Menschen schrecklich gelitten haben und bis heute leiden.

Marx war und ist bis heute die "Staatsikone" aller kommunistischer Diktaturen. Dort wird er wie ein "Heiliger" verkehrt. Und die größte kommunistische Diktatur der Welt schenkt der Stadt Trier zur Verehrung und Huldigung des geistigen Vaters des Kommunismus eine Monumentalstatue.
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Re: Karl Marx feiern?

Beitragvon Ein Terraner » So 6. Mai 2018, 21:05

Benedikt hat geschrieben:(06 May 2018, 21:40)

Bedeutend in dem Sinne, daß seine Ideologie wie eine Seuche überall auf der Erde verbreitet wurde und zur Etablierung zahlreiche marxistischer Diktaturen führte, unter denen Milliarden Menschen schrecklich gelitten haben und bis heute leiden.


Darauf ein Prost.
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Re: Karl Marx feiern?

Beitragvon BingoBurner » So 6. Mai 2018, 21:12

JJazzGold hat geschrieben:(05 May 2018, 12:18)

Die Moderation fühle sich frei, zu verschieben, ich wusste nicht, wo ich meine Fragen zu den anstehenden Feiern zum 200. Geburtstag von Karl Marx ansiedeln sollte, deshalb habe ich den Titel unter “Bildung“ gepackt.
Zu “Parteien“ passt er nicht, da mir keine deutsche Partei bekannt ist, die eine Umsetzung seiner Visionen stringent durchgeführt hat, oder die Durchführung anstrebt. Man hat sich seiner Visionen immer nur ansatzweise bedient.


Was exakt wird gefeiert?

Wird Marx als Philosoph gefeiert?
Wird Marx als Visionär gefeiert?
Wird Marx als Vertreter der Meinungsfreiheit gefeiert?
Wird Marx als SF Autor gefeiert?
Sollen die Auswirkungen, die seine Schriften hervorriefen gefeiert werden?

Stellen Sie sich einfach vor, ich wäre gerade zu Besuch von Alpha Centauri gekommen und hätte keine Ahnung, wer Karl Marx war.
Weshalb wird dieser Mensch gefeiert? Was sind seine Verdienste um die Menschheit, dass man seinen 200. Geburtstag feiert?



Marx war Philosoph......Analytiker....Realist...........kein Prophet.

Doch............viele seine Analysen sind bis heute richtig............um Marx zu zitieren "Scheiß Ökonomie"

Der Zeitgeist...........im der er lebte sollte man nie von seinen Analysen trennen.


Marx unterschätze bzw. er kannte nicht ............................weil dies unter strafverfolgend nicht möcglich war..........

Gewerkschaften

Auch der heutige Börsenhandel..........war nicht gegeben.

Marx war für die Real-Wirtschaft........nie und nimmer gegen die Markwirtschaft.

Anti-Kapitalist.............nicht Marx.......


Um Marx zu zitieren......"Ich bin Alles aber kein Marxist"
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Re: Karl Marx feiern?

Beitragvon Adam Smith » Mo 7. Mai 2018, 05:39

BingoBurner hat geschrieben:(06 May 2018, 22:12)

Marx war Philosoph......Analytiker....Realist...........kein Prophet.

Doch............viele seine Analysen sind bis heute richtig............um Marx zu zitieren "Scheiß Ökonomie"

Der Zeitgeist...........im der er lebte sollte man nie von seinen Analysen trennen.


Marx unterschätze bzw. er kannte nicht ............................weil dies unter strafverfolgend nicht möcglich war..........

Gewerkschaften

Auch der heutige Börsenhandel..........war nicht gegeben.

Marx war für die Real-Wirtschaft........nie und nimmer gegen die Markwirtschaft.

Anti-Kapitalist.............nicht Marx.......


Um Marx zu zitieren......"Ich bin Alles aber kein Marxist"

Marx hat Hegel vom Kopf auf die Füsse gestellt. Und natürlich hat Marx den Untergang des Kapitalismus prophezeit. Noch vor seinem Tod wurden Gewerkschaften in England legalisiert. Börsen gab es auch schon zu Zeiten von Marx.
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Re: Karl Marx feiern?

Beitragvon Liegestuhl » Mo 7. Mai 2018, 05:48

BingoBurner hat geschrieben:(06 May 2018, 22:12)

Marx war Philosoph......Analytiker....Realist...........kein Prophet.


Natürlich war er Prophet. Historischer Determinismus...schon vergessen?

Das ist der Kern seiner Philosophie.
Ein Hütchen mit Federn, die Armbrust über der Schulter, aber ein Jäger ist es nicht.
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Re: Karl Marx feiern?

Beitragvon Liegestuhl » Mo 7. Mai 2018, 05:49

Adam Smith hat geschrieben:(07 May 2018, 06:39)

Börsen gab es auch schon zu Zeiten von Marx.


Marx hat selber an der Börse spekuliert.
Ein Hütchen mit Federn, die Armbrust über der Schulter, aber ein Jäger ist es nicht.
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Re: Karl Marx feiern?

Beitragvon Adam Smith » Mo 7. Mai 2018, 06:36

Liegestuhl hat geschrieben:(07 May 2018, 06:48)

Natürlich war er Prophet. Historischer Determinismus...schon vergessen?

Das ist der Kern seiner Philosophie.

Marx nannte es Historischen Materialismus.

Zitat Wikipedia Anfang.

Der Historische Materialismus fasst „die Entwicklung der ökonomischen Gesellschaftsformation als einen naturgeschichtlichen Prozess auf“[13], analog zur experimentellen Methode der Naturwissenschaft. Gesucht sind Naturgesetze, und zwar die der Sozialgeschichte, insbesondere die Gesetze des Kapitalismus, die sich je nach historischen Umständen mehr oder weniger rein (der idealen theoretischen Form gemäß), wie zu seiner Zeit in England als der fortgeschrittensten Gesellschaft, oder nur als eine theoretisch bestimmbare Tendenz, die von anderen Tendenzen oder Nebenwirkungen gestört wird, zeigen.[1

Zitat Ende.

Teilweise hat er damit sicherlich recht.

Zitat Anfang.

Eine Nation soll und kann von der andern lernen. Auch wenn eine Gesellschaft dem Naturgesetz ihrer Bewegung auf die Spur gekommen ist - und es ist der letzte Endzweck dieses Werks, das ökonomische Bewegungsgesetz der modernen Gesellschaft zu enthüllen -, kann sie naturgemäße Entwicklungsphasen weder überspringen noch wegdekretieren. Aber sie kann die Geburtswehen abkürzen und mildern.“

Zitat Ende.

Marx hat richtig begonnen und endete dann aber immer im Zusammenbruch und beim Kommunismus. Der Kommunismus war das Ziel. Diesen Kommunismus hat er aber nie richtig beschrieben. Die groben Beschreibungen sind sogar in sich widersprüchlich. Die Unternehmen werden einmal verstaatlicht und ein anderes mal vergesellschaftlich. Wobei er das vergesellschaftlichen nie erklärt.
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Re: Karl Marx feiern?

Beitragvon imp » Mo 7. Mai 2018, 07:01

Adam Smith hat geschrieben:(07 May 2018, 07:36)

Marx nannte es Historischen Materialismus.

Zitat Wikipedia Anfang.

Der Historische Materialismus fasst „die Entwicklung der ökonomischen Gesellschaftsformation als einen naturgeschichtlichen Prozess auf“[13], analog zur experimentellen Methode der Naturwissenschaft. Gesucht sind Naturgesetze, und zwar die der Sozialgeschichte, insbesondere die Gesetze des Kapitalismus, die sich je nach historischen Umständen mehr oder weniger rein (der idealen theoretischen Form gemäß), wie zu seiner Zeit in England als der fortgeschrittensten Gesellschaft, oder nur als eine theoretisch bestimmbare Tendenz, die von anderen Tendenzen oder Nebenwirkungen gestört wird, zeigen.[1

Zitat Ende.

Teilweise hat er damit sicherlich recht.

Zitat Anfang.

Eine Nation soll und kann von der andern lernen. Auch wenn eine Gesellschaft dem Naturgesetz ihrer Bewegung auf die Spur gekommen ist - und es ist der letzte Endzweck dieses Werks, das ökonomische Bewegungsgesetz der modernen Gesellschaft zu enthüllen -, kann sie naturgemäße Entwicklungsphasen weder überspringen noch wegdekretieren. Aber sie kann die Geburtswehen abkürzen und mildern.“

Zitat Ende.

Marx hat richtig begonnen und endete dann aber immer im Zusammenbruch und beim Kommunismus. Der Kommunismus war das Ziel. Diesen Kommunismus hat er aber nie richtig beschrieben. Die groben Beschreibungen sind sogar in sich widersprüchlich. Die Unternehmen werden einmal verstaatlicht und ein anderes mal vergesellschaftlich. Wobei er das vergesellschaftlichen nie erklärt.

Das war eben nicht seine Baustelle. Er hat sich damit befasst, was ist und was ihm deswegen notwendig erscheint - im doppelten Sinne (mal mehr "das müssen wir machen, sonst wird es schlimm", mal mehr "das kann gar nicht anders so kommen"). Man muss sich vor Augen halten, dass er das Kapital so, wie es erstmalig auf den Handel kam, eigentlich nicht veröffentlichen wollte. Entsprechend ist auch jede Revision und sogar die meisten Übersetzungen im Inhalt deutlich überarbeitet. Die Ausgabe für den amerikanischen Markt sollte u.a. auf der französischen Übersetzung der 2. Ausgabe basieren, weil die "besser" gewesen sei. Eine universell englisch verstehende Leserschaft und ein Wiki hätten seinen Interessen vielleicht sehr geholfen. Andererseits wäre vielleicht nie was lesbares draus geworden. Immerhin steht jetzt in Trier so eine chinesische Statue und die Stadtpolitik von CDU bis ganz links findet das gut. Mit Marx lässt sich Geld verdienen, auch im Tourismus.
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