Kreationismus in deutschen Schulen?

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Re: Kreationismus in deutschen Schulen?

Beitragvon Dark Angel » Do 8. Mär 2018, 19:58

Boraiel hat geschrieben:(07 Mar 2018, 15:31)

Dieser Punkt hat aber durchaus mit dem Thema zu tun. Indem man erkennt, dass das, was wir über Vergangenes denken, selbst, wenn es wissenschaftliche Theorie ist, keineswegs Realität sein muss, gewinnen Alternative Erklärungsmodelle wie der Kreationismus an Berechtigung.

Kreationismus liefert kein alternatives Erklärungsmodell.
Evolutionstheorie hat herzlich wenig mit "über Vergangenes denken" zu tun, sondern etwas mit Nachvollziehbarkeit, Überprüfbarkeit und Falsifizierbarkeit. Und die ET ist bisher NICHT falsifiziert worden, sondern mit jedem neuen Fossilienfund verifiziert. Genau das ist beim Kreationismus nicht der Fall.

Boraiel hat geschrieben:(07 Mar 2018, 15:31)Und das ist auch der Grund, warum dieses Thema nicht ein für alle mal zugunsten der Evolutionstheorie “gelöst” werden kann.

Doch kann es! Die Evolutionstheorie liefert hinreichend genaue zeitkernig gültige Erklärungen. Etwas, es der Kreationismus definitiv nich liefert und auch nicht liefern kann. Ganz im Gegenteil, die Aussagen des Kreationismus halten einer Überprüfung nicht stand.

Boraiel hat geschrieben:(07 Mar 2018, 15:31)Meiner Ansicht nach sollten die Eltern und die Träger der Schule diesbezüglich entscheiden, was gelehrt werden soll, wobei der Kreationismus keinen Platz im Fach Biologie hat.

Nein - auch für Privatschulen haben die Lehrpläne der Länder Gültigkeit.
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Re: Kreationismus in deutschen Schulen?

Beitragvon Charles » Do 8. Mär 2018, 22:54

Dark Angel hat geschrieben:(08 Mar 2018, 19:58)
Ganz im Gegenteil, die Aussagen des Kreationismus halten einer Überprüfung nicht stand.


Das ist doch klar. Die Aussage:"Es gibt Gott." kann man wissenschaftlich auch nicht überprüfen bzw. beweisen. Trotzdem kann man ja an etwas glauben, das man nicht beweisen kann.

So kann man halt auch glauben, dass die Lebewesen und vorallen der Mensch von Gott gewollt und geschaffen sind. Klar kann man das nicht wissenschaftlich beweisen, darum geht es ja auch nicht.
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Re: Kreationismus in deutschen Schulen?

Beitragvon Keoma » Fr 9. Mär 2018, 08:52

Charles hat geschrieben:(08 Mar 2018, 22:54)

Das ist doch klar. Die Aussage:"Es gibt Gott." kann man wissenschaftlich auch nicht überprüfen bzw. beweisen. Trotzdem kann man ja an etwas glauben, das man nicht beweisen kann.

So kann man halt auch glauben, dass die Lebewesen und vorallen der Mensch von Gott gewollt und geschaffen sind. Klar kann man das nicht wissenschaftlich beweisen, darum geht es ja auch nicht.


Nur wenn man Sachen glaubt, die wissenschaftlich nicht haltbar sind - wie z.B. das Alter der Erde - wird es heikel.
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Re: Kreationismus in deutschen Schulen?

Beitragvon H2O » Fr 9. Mär 2018, 09:17

Keoma hat geschrieben:(09 Mar 2018, 08:52)

Nur wenn man Sachen glaubt, die wissenschaftlich nicht haltbar sind - wie z.B. das Alter der Erde - wird es heikel.


    Was ist Kreationismus


    Der Begriff Kreationismus steht für eine Weltsicht, gemäß der ein Schöpfer das
    Universum und das Leben vor weniger als 10.000 Jahren innerhalb einer Woche von 6
    buchstäblichen Tagen erschaffen hat.

http://www.evolutionstheorie.info/natur ... ismus0.htm

Wer einen solchen Stuß gegen naturwissenschaftlich belegte und wiederholt belegbare Tatsachen glaubt, der hat das Recht verwirkt, etwa an Schulen missionierend auf zu treten.
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Re: Kreationismus in deutschen Schulen?

Beitragvon Provokateur » Fr 9. Mär 2018, 09:46

Kreationismus ist die Idee, dass der Mensch mehr Erde als Affe ist.
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Re: Kreationismus in deutschen Schulen?

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 9. Mär 2018, 10:11

H2O hat geschrieben:(09 Mar 2018, 09:17)
Wer einen solchen Stuß gegen naturwissenschaftlich belegte und wiederholt belegbare Tatsachen glaubt, der hat das Recht verwirkt, etwa an Schulen missionierend auf zu treten.

Na, mal vorsichtig. Ein "Missionsrecht" an Schulen gibts aus guten Gründen ganz grundsätzlich nicht.

Der Oxford-Theologe (und gleichzeitig gelernte Biologe) Alister McGrath hat mit dem Buch "Der Atheismus-Wahn" eine Antwort auf Dawkins "Der Gottes-Wahn" geschrieben und ich bin, obwohl selbst Agnostiker, völlig auf seiner Seite. Denn McGrath setzt der ideologisierten und hyperagressiven Argumentation von Dawkins und anderen "Neuen Atheisten" eine kultivierte, Geisteswissenschaften respektierende, nicht szientistische Polemik entgegen.
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Re: Kreationismus in deutschen Schulen?

Beitragvon Ein Terraner » Fr 9. Mär 2018, 10:19

schokoschendrezki hat geschrieben:(09 Mar 2018, 10:11)

Na, mal vorsichtig. Ein "Missionsrecht" an Schulen gibts aus guten Gründen ganz grundsätzlich nicht.

Der Oxford-Theologe (und gleichzeitig gelernte Biologe) Alister McGrath hat mit dem Buch "Der Atheismus-Wahn" eine Antwort auf Dawkins "Der Gottes-Wahn" geschrieben und ich bin, obwohl selbst Agnostiker, völlig auf seiner Seite. Denn McGrath setzt der ideologisierten und hyperagressiven Argumentation von Dawkins und anderen "Neuen Atheisten" eine kultivierte, Geisteswissenschaften respektierende, nicht szientistische Polemik entgegen.


Das hier ? https://www.amazon.de/Atheismus-Wahn-An ... 3865912893
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Re: Kreationismus in deutschen Schulen?

Beitragvon Keoma » Fr 9. Mär 2018, 10:24

schokoschendrezki hat geschrieben:(09 Mar 2018, 10:11)

Na, mal vorsichtig. Ein "Missionsrecht" an Schulen gibts aus guten Gründen ganz grundsätzlich nicht.

Der Oxford-Theologe (und gleichzeitig gelernte Biologe) Alister McGrath hat mit dem Buch "Der Atheismus-Wahn" eine Antwort auf Dawkins "Der Gottes-Wahn" geschrieben und ich bin, obwohl selbst Agnostiker, völlig auf seiner Seite. Denn McGrath setzt der ideologisierten und hyperagressiven Argumentation von Dawkins und anderen "Neuen Atheisten" eine kultivierte, Geisteswissenschaften respektierende, nicht szientistische Polemik entgegen.


Na ja, wenn ein Theologe etwas von fundamentalistischen Atheisten faselt, denke ich mir schon meinen Teil.
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Re: Kreationismus in deutschen Schulen?

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 9. Mär 2018, 10:29



Richtig. Und hier findet sich ein ausführlicher Zeitungsessay zum Thema "Warum der neue Atheismus unsere Kultur verflacht": http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/sachbuch/warum-der-neue-atheismus-unsere-kultur-verflacht-1516724.html.

Hier steht "Neuer Atheismus" nicht für einfach einen Atheismus, der eben neu erstarkt ist, sondern direkt für einen informellen Zusammenschluss dieses Namens mit der zentralen Ideologie Szientismus.

Selbstverständlich ist das kein Plädoyer für die Vermittlung von Kreationismus im Biologieunterricht.
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Re: Kreationismus in deutschen Schulen?

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 9. Mär 2018, 10:34

Keoma hat geschrieben:(09 Mar 2018, 10:24)

Na ja, wenn ein Theologe etwas von fundamentalistischen Atheisten faselt, denke ich mir schon meinen Teil.


Keoma: Der erste Abschnitt auf der Homepage der Richard Dawkins Foundation lautet:
Werden Sie Fundamentalist, genießen Sie den Segen der Intoleranz! Denn dem Fundamentalismus gehört die Zukunft.

https://de.richarddawkins.net/articles/fundamentalismus-fur-einsteiger

"Gefaselt" ist da gar nix.
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Re: Kreationismus in deutschen Schulen?

Beitragvon Dark Angel » Fr 9. Mär 2018, 10:47

Charles hat geschrieben:(08 Mar 2018, 22:54)

Das ist doch klar. Die Aussage:"Es gibt Gott." kann man wissenschaftlich auch nicht überprüfen bzw. beweisen. Trotzdem kann man ja an etwas glauben, das man nicht beweisen kann.

Natürlich kann man glauben, dass es Gott gibt, genauso kann man glauben, dass der Mond aus grünem Käse ist. Nur ist dieser Glaube weder nachvollziehbar, noch überprüfbar und noch weniger falsifizierbar und genau da liegt der Unterschied zur wissenschaftlichen Theorie.
Die muss nachvollziehbar, überprüfbar und falsifizierbar sein und sie hat so lange Gültigkeit BIS sie falsifiziert ist.

Charles hat geschrieben:(08 Mar 2018, 22:54)So kann man halt auch glauben, dass die Lebewesen und vorallen der Mensch von Gott gewollt und geschaffen sind. Klar kann man das nicht wissenschaftlich beweisen, darum geht es ja auch nicht.

Doch genau darum geht es. Biologie ist eine Naturwissenschaft und die liefert hinreichend genaue und zeitkernig gültige Erklärungen - heißt muss nachvollziehbar, überprüfbar und falsifizierbar sein.
Glaubenssätze haben im naturwissenschaftlichen Unterrricht/in einem naturwissenschaftlichen Unterrichtsfach nichts zu suchen.
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Re: Kreationismus in deutschen Schulen?

Beitragvon Keoma » Fr 9. Mär 2018, 10:47

schokoschendrezki hat geschrieben:(09 Mar 2018, 10:34)

Keoma: Der erste Abschnitt auf der Homepage der Richard Dawkins Foundation lautet:

https://de.richarddawkins.net/articles/fundamentalismus-fur-einsteiger

"Gefaselt" ist da gar nix.


Jetzt faselst du auch.
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Re: Kreationismus in deutschen Schulen?

Beitragvon Ein Terraner » Fr 9. Mär 2018, 11:00

schokoschendrezki hat geschrieben:(09 Mar 2018, 10:29)

Richtig.


Schau dir mal die Rezensionen zu dem Buch an.
Zuletzt geändert von Ein Terraner am Fr 9. Mär 2018, 11:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kreationismus in deutschen Schulen?

Beitragvon Provokateur » Fr 9. Mär 2018, 11:03

Ein Terraner hat geschrieben:(09 Mar 2018, 11:00)

Schau dir mal die Rezessionen zu dem Buch an.


*Re-ZENS-ionen.
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
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Re: Kreationismus in deutschen Schulen?

Beitragvon Dark Angel » Fr 9. Mär 2018, 11:09

schokoschendrezki hat geschrieben:(09 Mar 2018, 10:34)

Keoma: Der erste Abschnitt auf der Homepage der Richard Dawkins Foundation lautet:

https://de.richarddawkins.net/articles/fundamentalismus-fur-einsteiger

"Gefaselt" ist da gar nix.

Das ist aber ein ganz faules Ei, was du da gelegt hast. Du unterstellst, dieser Satz würde sich auf Atheismus beziehen, tut er aber nicht - ganz im Gegenteil!

Der Abschnitt lautet folgendermaßen:
"Werden Sie Fundamentalist, genießen Sie den Segen der Intoleranz! Denn dem Fundamentalismus gehört die Zukunft. Er ist der neue Megatrend schlechthin. Was er anzubieten hat, ist spektakulär. Eine Heilige Schrift genügt als Erklärung sämtlicher irdischer und außerirdischer Phänomene und zur Gestaltung unseres Lebens. Wozu Naturwissenschaften studieren, wenn das, was man wissen muss, auf wenigen Seiten in der Bibel geboten wird? Warum sich um Wirtschaft und Umwelt sorgen, wo doch für alles geoffenbarte Antworten existieren?"

Damit wird eindeutig ersichtlich, dass sich dieser erste Satz NICHT auf den Atheismus bezieht!
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Re: Kreationismus in deutschen Schulen?

Beitragvon Ein Terraner » Fr 9. Mär 2018, 11:09

Provokateur hat geschrieben:(09 Mar 2018, 11:03)

*Re-ZENS-ionen.


Ein hoch auf die RS Korrektur, danke fürs bemerken.
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Re: Kreationismus in deutschen Schulen?

Beitragvon H2O » Fr 9. Mär 2018, 11:10

Provokateur hat geschrieben:(09 Mar 2018, 11:03)

*Re-ZENS-ionen.


Ok, kommt in den besten Familien vor... :)
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Re: Kreationismus in deutschen Schulen?

Beitragvon H2O » Fr 9. Mär 2018, 11:11

Ein Terraner hat geschrieben:(09 Mar 2018, 11:09)

Ein hoch auf die RS Korrektur, danke fürs bemerken.


Bitte nicht weiter so philosophieren... ausnahmsweise nicht auf die Bundespolitik bezogen. :)
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Re: Kreationismus in deutschen Schulen?

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 9. Mär 2018, 11:34

Keoma hat geschrieben:(09 Mar 2018, 10:47)

Jetzt faselst du auch.

Ja Entschuldigung. Das Zitierte steht dort so. Was kann ich dafür? Auch wenns noch von 2013 ist.
Auf einer anderen Seite der Dawkins-Foundation (von 2015) gehts ganz direkt um Kreationismus im Biologie-Unterricht, um die kreationistische Unterwanderung.
https://de.richarddawkins.net/articles/grundtypen-kreationismus-im-bio-unterricht
Und hier speziell um die sogenannte Grundtypenlehre. Eine Art pseudowissenschaftliche Formulierung der biblischen Schöpfungsgeschichte. Die neue Bibel dieser Grundtypenlehre ist "Evolution. Ein kritisches Lehrbuch". Herausgegeben von dem evangelikalen Verein "Wort und Wissen". Von Reinhard Junker, einem verhinderten Bio-Lehrer und Siegfried Scherer, einem eigentlich ziemlich renommierten Wissenschaftler. Völlig zurecht weist der Autor (Ulrich Kutschera) auf die Problematik hin, dass pseudowissenschaftliche Irrlehren nicht nur an evangelischen Bekenntnisschulen sondern eben auch an Waldorfschulen vermittelt werden.

Es herrscht ganz allgemein und nach wie vor ein sehr unkritisches Verhältnis zu den Lebensreformbewegungen im allgemeinen.

Nur, dass leider Kutschera selbst eben auch Anhänger eine fanatischen Ideologie ist. Der des Szientismus. Zitat: "Nichts in den Geisteswissenschaften ergibt einen Sinn außer im Lichte der Biologie". Er spricht denn auch gar nicht mehr von "Geisteswissenschaften" sondern von "Verbalwissenschaften" (im Gegensatz zu den "Realwissenschaften").
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Re: Kreationismus in deutschen Schulen?

Beitragvon Provokateur » Fr 9. Mär 2018, 11:38

schokoschendrezki hat geschrieben:(09 Mar 2018, 11:34)
Nur, dass leider Kutschera selbst eben auch Anhänger eine fanatischen Ideologie ist. Der des Szientismus.


Nur dass der Szientismus keine fanatische Ideologie ist, sondern eine Geisteshaltung.
Szientismus (lat. scientia ‚Wissen‘, ‚Wissenschaft‘), auch Szientizismus oder Scientismus, ist ein von dem französischen Biologen Félix le Dantec (1869–1917) ursprünglich affirmativ verwendeter, also zustimmend gemeinter Begriff für die Auffassung, dass sich mit wissenschaftlichen Methoden alle sinnvollen Fragen beantworten lassen. Der Szientismus geht dabei von einem positivistischen Verständnis dieser Methoden aus und wird daher oft mit dem Positivismus oder mit einer extremen Haltung des Positivismus gleichgesetzt. Aussagen, die sich nicht durch wissenschaftliche Methoden begründen lassen, wie z. B. in den Themengebieten Religion und Metaphysik, sind für den Szientismus sinnlos oder sprechen über nicht existente Dinge.


Aus Wiki.
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