Der langsame Tod der Rockmusik

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Ammianus
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon Ammianus » Do 12. Apr 2018, 18:18

firlefanz11 hat geschrieben:(12 Apr 2018, 17:54)

Ich war auch bei Alice allerdings in Frankfurt. Hab da niemanden unter 40 gesehen...
Ausserdem gehts ja nicht nur darum, dass kaum junge Leut mehr auf Rock abfahren sondern auch darum, dass es kaum neue Bands gibt. Wie schon in einer anderen Antwort erwähnt: Rock Veranstaltungen u. die Playlists in den passenden Radio Sendern bestehen zu 90% nur aus "Altkram".


Kaum neue Bands? Also wenn ich mir ansehe, was ich im Lauf der Zeit in meiner virtuellen Plattensammlung so zusammengetragen habe:

The View, Aganinst Me!, Maria Mena, The Pierces, Street Dogs, Paramore, Alkaline Trio, British Sea Power, Of Monsters And Men, The Gaslight Anthem, Bat For Lashes, Lenka, Adolar, The Decemberists, Correatown, Editors usw.
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon Fuerst_48 » Do 12. Apr 2018, 22:18

Andererseits...Totgesagte leben länger.
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon TheManFromDownUnder » Fr 13. Apr 2018, 00:32

Alexyessin hat geschrieben:(12 Apr 2018, 18:34)

Stimmt, aber das ist ja keine Volksmusik. Alter Fehler. Volkstümliche Musik wie Schwarzbraun ist die Haselnuss hat mit Volksmusik nicht wirklich was zu tun.


Folk Rock ist nichts Neues.

Fairport Convention, Lindisfarne, Jethro Tull hat es auch gemacht (Songs from the Woods Album zB), hier in Australien Yothu Yindi. In den USA der country rock zB Keith Urban.

Hat allerdings wenig mit Volksmusik a la Heino zu tun. Da rollen sich bei mir die Fussnaegel auf.
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon imp » Fr 13. Apr 2018, 06:47

Ammianus hat geschrieben:(12 Apr 2018, 19:18)

Kaum neue Bands? Also wenn ich mir ansehe, was ich im Lauf der Zeit in meiner virtuellen Plattensammlung so zusammengetragen habe:

The View, Aganinst Me!, Maria Mena, The Pierces, Street Dogs, Paramore, Alkaline Trio, British Sea Power, Of Monsters And Men, The Gaslight Anthem, Bat For Lashes, Lenka, Adolar, The Decemberists, Correatown, Editors usw.

Das sind aber sehr unterschiedliche Definitionen von neu. Gaslight Anthem gibts seit drei oder vier Jahren gar nicht mehr.
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon Alexyessin » Fr 13. Apr 2018, 06:59

TheManFromDownUnder hat geschrieben:(13 Apr 2018, 01:32)

Folk Rock ist nichts Neues.

Fairport Convention, Lindisfarne, Jethro Tull hat es auch gemacht (Songs from the Woods Album zB), hier in Australien Yothu Yindi. In den USA der country rock zB Keith Urban.

Hat allerdings wenig mit Volksmusik a la Heino zu tun. Da rollen sich bei mir die Fussnaegel auf.


Heino ist auch keine Volksmusik, obwohl ich seine Interpreation von MFG und Haus am See wirklich gut finde. Nein, das fällt unter Volkstümlicher Musik und hat mit der Volksmusik als solches nur rudimentär zu tun.
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon firlefanz11 » Fr 13. Apr 2018, 09:52

Alexyessin hat geschrieben:(12 Apr 2018, 18:33)
Punkrock.

OK, einverstanden... :cool:

Aber gerade im Indiebereich, wozu ich halt auch Punkrock zähle, gibt's immer wieder neue Bands.

DAS stimmt allerdings... Nur sind die halt dann in den Medien nicht sooo präsent wie die klassischen Rockbands...
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon firlefanz11 » Fr 13. Apr 2018, 09:53

Alexyessin hat geschrieben:(12 Apr 2018, 18:34)

Stimmt, aber das ist ja keine Volksmusik. Alter Fehler. Volkstümliche Musik wie Schwarzbraun ist die Haselnuss hat mit Volksmusik nicht wirklich was zu tun.

Mag sein, ist aber beides grausam...! :D
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon firlefanz11 » Fr 13. Apr 2018, 09:55

Ammianus hat geschrieben:(12 Apr 2018, 19:18)

Kaum neue Bands? Also wenn ich mir ansehe, was ich im Lauf der Zeit in meiner virtuellen Plattensammlung so zusammengetragen habe:

The View, Aganinst Me!, Maria Mena, The Pierces, Street Dogs, Paramore, Alkaline Trio, British Sea Power, Of Monsters And Men, The Gaslight Anthem, Bat For Lashes, Lenka, Adolar, The Decemberists, Correatown, Editors usw.

Nur keine Einzige davon hört man auf den Rock Sendern. Bestenfalls im Alternative Stream oder so...
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon imp » Fr 13. Apr 2018, 10:04

firlefanz11 hat geschrieben:(13 Apr 2018, 10:55)

Nur keine Einzige davon hört man auf den Rock Sendern. Bestenfalls im Alternative Stream oder so...

Of Monsters and Men lief jahrelang im Mainstream-Radio.
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon Alexyessin » Fr 13. Apr 2018, 10:14

firlefanz11 hat geschrieben:(13 Apr 2018, 10:53)

Mag sein, ist aber beides grausam...! :D


Magst du keine Dudelsack Musik?
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon Alexyessin » Fr 13. Apr 2018, 10:15

firlefanz11 hat geschrieben:(13 Apr 2018, 10:55)

Nur keine Einzige davon hört man auf den Rock Sendern. Bestenfalls im Alternative Stream oder so...


Rock Antenne. Gibts halt nur bei uns :D
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon Ammianus » Fr 13. Apr 2018, 10:56

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(13 Apr 2018, 07:47)

Das sind aber sehr unterschiedliche Definitionen von neu. Gaslight Anthem gibts seit drei oder vier Jahren gar nicht mehr.


Nö, keine unterschiedliche Deffinitionen. Für mich ist neu, was so ungefähr in den letzten 10 Jahren da war und ist - grob gesagt. Gaslight Anthem wollen wohl dieses Jahr wieder zusammen auftreten. Wie aber auch immer, ihr letztes Album fand ich absolut langweilig.
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon Ammianus » Fr 13. Apr 2018, 10:58

firlefanz11 hat geschrieben:(13 Apr 2018, 10:55)

Nur keine Einzige davon hört man auf den Rock Sendern. Bestenfalls im Alternative Stream oder so...


Radio steht bei mir so rum und staubt ein. Bei mir läuft das schon seit Jahren über Spotify. Das ist wie ein riesiger Plattenladen in dem du wühlen und entdecken kannst wann immer und wieviel du willst. Ich seh irgendwo ein Konzertplakat, ein Konzert im TV oder bekomme so einen Tipp und dann hör ich rein.
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon imp » Fr 13. Apr 2018, 10:59

Ammianus hat geschrieben:(13 Apr 2018, 11:56)

Nö, keine unterschiedliche Deffinitionen. Für mich ist neu, was so ungefähr in den letzten 10 Jahren da war und ist - grob gesagt. Gaslight Anthem wollen wohl dieses Jahr wieder zusammen auftreten. Wie aber auch immer, ihr letztes Album fand ich absolut langweilig.

Ich habe da vor einiger Zeit aufgehört, aktiv nachzugucken. Vermutlich hast du Recht. Gaslight Anthem ist für mich so ne Sache bis vielleicht 2007-2010, Of Monsters and Men würde ich eher einige Jahre jünger einordnen. Kann täuschen.
Heino hat hier nichts verloren, der sieht heute genauso tot aus wie vor 40 Jahren.
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon Ammianus » Fr 13. Apr 2018, 11:08

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(13 Apr 2018, 11:59)

Ich habe da vor einiger Zeit aufgehört, aktiv nachzugucken. Vermutlich hast du Recht. Gaslight Anthem ist für mich so ne Sache bis vielleicht 2007-2010, Of Monsters and Men würde ich eher einige Jahre jünger einordnen. Kann täuschen.
Heino hat hier nichts verloren, der sieht heute genauso tot aus wie vor 40 Jahren.


Auf Of Monster And Men stieß ich nachts als im TV das Video von "Little Talks" lief. Das Album hat mich dann sofort begeistert. Als das dan das zweite kam, war ich total angeödet. Wohl eine der Bands, die es nur einmal schaffen und dann ist das Pulver verschossen. Geht mir aber auch bei anderen Sachen so. Pink Floyd war für mich nach "Animals" erledigt. Das ging noch. Und mit der Kreativität der Stones war es so ab mit der 70er zu Ende. Die Beatles hörten auf, bevor das kam.
Aber das sind natürlich alles persönliche Ansichten. Ich höre was mir gefällt und Geschmack kann sich sogar ändern. Erst seit ein paar Jahren gefällt mir Elvis.
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon BlueMonday » Fr 13. Apr 2018, 11:12

"Schwarzbraun ist die Haselnuss" ist ein Volkslied aus dem 18. Jhd., was dann später zu einem beliebten Soldatenlied wurde und erst viel später dann von Heino adaptiert wurde...
Mehr Volkslied geht eigentlich kaum noch.

Und zum Thema: Diversifizierung, Zerfallen in immer mehr Subgenres, Mischung mit anderen Genres etc. sieht vielleicht für manche wie Sterben aus, ist aber das Gegenteil.
Ja und selbst die Medien splitten sich immer weiter auf, die Zukunft auch der Musik findet in zahllosen Nischen statt, die jede für sich weniger wahrgenommen wird, aber dennoch lebt.
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon imp » Fr 13. Apr 2018, 11:22

Ammianus hat geschrieben:(13 Apr 2018, 12:08)

Auf Of Monster And Men stieß ich nachts als im TV das Video von "Little Talks" lief. Das Album hat mich dann sofort begeistert. Als das dan das zweite kam, war ich total angeödet. Wohl eine der Bands, die es nur einmal schaffen und dann ist das Pulver verschossen. Geht mir aber auch bei anderen Sachen so. Pink Floyd war für mich nach "Animals" erledigt. Das ging noch. Und mit der Kreativität der Stones war es so ab mit der 70er zu Ende. Die Beatles hörten auf, bevor das kam.
Aber das sind natürlich alles persönliche Ansichten. Ich höre was mir gefällt und Geschmack kann sich sogar ändern. Erst seit ein paar Jahren gefällt mir Elvis.

Diese ganze Beatles-Nachgeburt, im Prinzip bis "I got my mind set on you" (Harrison) und "End of the Line" (Traveling Wilburys) hatte ihren eigene Charme, weil die Ex-Beatles eben nicht die Beatles waren. Bei Elvis darf man nur nicht den Fehler machen, sich die "alles mit allem"-Collection anzuhören. Laufzeit ca 8 volle Tage, wirklich gebrauchen kann man davon vielleicht 8-12 Stunden Material. Der Rest ist same, same but different.
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon Ammianus » Fr 13. Apr 2018, 15:59

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(13 Apr 2018, 12:22)

Diese ganze Beatles-Nachgeburt, im Prinzip bis "I got my mind set on you" (Harrison) und "End of the Line" (Traveling Wilburys) hatte ihren eigene Charme, weil die Ex-Beatles eben nicht die Beatles waren. Bei Elvis darf man nur nicht den Fehler machen, sich die "alles mit allem"-Collection anzuhören. Laufzeit ca 8 volle Tage, wirklich gebrauchen kann man davon vielleicht 8-12 Stunden Material. Der Rest ist same, same but different.


Die Beatles waren nun wirklich eine Ausnahmeerscheinung. Geniale Songwriter wie Lennon und McCartney und als sehr gute Ergänzung Harrison. Dazu ein Schlagzeuger, der eben Schlagzeuger der Beatles war und nicht mehr. Gerade Basser und Drummer sind ja oft absolut überambintioniert ohne einen Sinn für den Song an sich zu haben. Schätze deswegen machte Paul auch den Bass. Da braucht man sich nicht so anstrengen und hat dazu noch seine Ruhe.
Gerade was John und Paul nach dem Ende machten hätte auch so für eine gute Karriere gereicht. Und sie wussten wann Schluss ist.

Elvis ist dann noch mal was anderes. Da kommt dazu, dass er mit Wenigen am Anfang einer Sache steht, die nun schon über ein halbes Jahrhundert läuft. Da spielen auch wieder Sachen wie Stimme und Auftreten eine Rolle und wie es im weiteren kulturellen Umfeld aussieht. Dylan wurde damals angegriffen als er sich eine elektrische Gitarre umhing. Und das ist nun auch schon wieder bald 60 Jahre her.
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon Alexyessin » Fr 13. Apr 2018, 18:04

BlueMonday hat geschrieben:(13 Apr 2018, 12:12)

"Schwarzbraun ist die Haselnuss" ist ein Volkslied aus dem 18. Jhd., was dann später zu einem beliebten Soldatenlied wurde und erst viel später dann von Heino adaptiert wurde...
Mehr Volkslied geht eigentlich kaum noch.


Da hast du ja recht, aber es geht um Volksmusik, nicht um Volkslieder. Zitter, Harfe, Klampfe, Blasbock ;) So Zeugs.
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon Progressiver » Sa 14. Apr 2018, 21:02

firlefanz11 hat geschrieben:(12 Apr 2018, 17:40)

Green Day is Punk... :p


Ja, Punkrock.

Wenn meine Nichte das Maß aller Dinge ist, findet die Jugend (insbesondere die Mädels) von heute findet Rock Musik aggro, und generell gilt: Man kann nicht drauf tanzen.


Das kommt nun darauf an, welche Art von Rockmusik man hört. Es ist nicht jede Art von Rockmusik gleich "aggro". Und früher gab es Leute, die selbst auf diese Musik tanzen konnten.

Desweiteren war Rockmusik früher eine Form von Rebellion gegen die altbackene Mucke der Gruftis (Eltern/Ureltern). Heutzutage erledigen dies andere Musik"stil"richtungen... Z. B. Hip Hop u. so n Zeugs... :dead:
Wenn die Kids auf diese Mo' Money Scheiße abfahren - bitte, sollen sie...


Hip Hop ist in weiten Teilen total durchkommerzialisiert. Wenn heute jemand rebellische Musik hören will, dann sind das die Prophets of Rage. Diese bestehen zum einen Teil aus Tom Morello und seinen Rage Against The Machine-Musikern. Zusammen mit Chris Cornell bildeten sie auch Audioslave. Zum anderen besteht die Band auch aus den Rapmusikern von Cypress Hill und Public Enemy. Das zählt aber wohl als Crossover.

Ja, kann man... Natürlich gibts immer noch neue Rock Bands aber zu 90% treten bei Veranstaltungen wie Wacken, Rock am Ring/-im Park etc. nur Altrocker auf... Da wird das mehr zu so ner Art Nostalgieveranstaltung... Und das selbe gilt für die Rock Radio Sender wie Radio Bob u. Rockland. 90% altes Zeug...


Ist Wacken nicht eine Metal-Veranstaltung?

Wie auch immer. In einem Youtube-Video hat der amerikanische Musikproduzent Rick Beato dargelegt, was seiner Meinung nach alles zum Tod der Rockmusik geführt hat. Wer es unbedingt selbst sehen will, kann dies hier tun:

https://www.youtube.com/watch?v=T0ycwnJArHQ

Für alle anderen meine Zusammenfassung -und meine Interpretation bzw. Schlussfolgerung daraus:

Der Produzent ist kurz, gesagt, der Meinung, dass zum Tod der Rockmusik beitrug, dass der Blueseinfluss aus dem Rock verschwand. Solange dieser Blueseinfluss noch bestand, vermittelte die Rockmusik demnach den Leuten noch Gefühle von Schmerz etc. Jedenfalls sollen die älteren Stücke noch so etwas wie authentische, echte Gefühle rübergebracht haben. Das besondere am Blues bestand auch darin, dass dieser auch irgendwie unperfekt und menschlich daherkommt. Später änderte sich dies jedoch alles. Der Blueseinfluss verschwand. Die Bands und ihre Mitglieder wurden austauschbarer und hatten keinen eigenen Wiedererkennungswert mehr. Die Musikkonzerne wollten keine Risiken mehr eingehen und verpassten zudem in den USA vielen Bands die gleichen Songschreiber. Aber auch die Aufnahmetechniken änderten sich. Heute wollen die großen Musikkonzerne jedenfalls keine echten, unperfekten und menschelnden Lieder auf die Fans loslassen, sondern -drastisch ausgedrückt- nur noch seelenlose Plastikmusik. Zumindest für den amerikanischen Markt solle das gelten. Natürlich kam dann irgendwann Spotify. Und die Musikgeschmäcker konnten sich weiter aufspalten. In dem Video wird die Hoffnung vertreten, dass man den Fans als nächste Stufe auch wieder echte Live-Musik mit authentischen Musikern und variablen Gefühlen zumuten kann. Aber Rockmusik als weltweite Massenbewegung findet nicht mehr statt. Im Vergleich zu früher bzw. zur heutigen elektronischer Tanzmusik hat die Rockmusik als kulturelles Phänomen an Bedeutung eingebüßt.

Dies kann man auch als Chance sehen, wie ich meine. Aber von den großen Musikkonzernen ist keine Hoffnung zu erwarten. Wenn es zu einer musikalischen Erneuerung kommen kann, dann muss sie von unten heraus geschehen. Als Musikliebhaber habe ich keine großen Zweifel, dass ich nicht immer wieder auf Bands/ Künstler stoßen werde, die mir gefallen können. Aber im Vergleich zu früher höre ich heute oftmals Bands und Solokünstler, die unterhalb des Radars der Massenkompabilität existieren.
"Skepsis ist der erste Schritt auf dem Weg zur Philosophie." (Denis Diderot)

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